Gemeinderat
Drei Vorhaben vorantreiben

Nottuln -

Rechtzeitig bis zum Martinimarkt soll die Sanierung des Hanhoffs im Nottulner Ortskern abgeschlossen sein. Die Anlieger werden an den Kosten beteiligt.

Dienstag, 17.04.2018, 06:04 Uhr

Der Kreuzungsbereich Stiftsplatz/Schlaunstraße/Stiftsstraße gehört zum zweiten Bauabschnitt im Rahmen des barrierefreien Umbaus des Ortskerns. Zunächst aber wird der Hanhoff umgestaltet.
Der Kreuzungsbereich Stiftsplatz/Schlaunstraße/Stiftsstraße gehört zum zweiten Bauabschnitt im Rahmen des barrierefreien Umbaus des Ortskerns. Zunächst aber wird der Hanhoff umgestaltet. Foto: Frank Vogel

Drei große Bauvorhaben stehen auf der Tagesordnung einer Ratssitzung, die zusätzlich anberaumt worden ist, um die Projekte schnellstmöglich auf den Weg zu bringen: die Sanierung des Hanhoffs, der zweite Abschnitt zum barrierefreien Umbau des Ortskerns und die Erneuerung der Industriestraße in Appelhülsen. Stattfinden wird die Sitzung am 24. April (Dienstag) um 19 Uhr öffentlich im Forum des Rupert-Neudeck-Gymnasiums.

Am eiligsten ist das Vorhaben Hanhoff. Dort möchte die Gemeinde die Leistungen bereits im Mai zu vergeben, damit die Maßnahme bis zum Martinimarkt abgeschlossen werden kann. Voraussetzung ist ein positiver Beschluss des Rates.

Die Maßnahme ist wegen der großen Schäden recht umfänglich. Neben den zen­tralen Parkflächen sind auch die Flächen rund um die Gebäude zu sanieren. Die Oberfläche wird mit Betonsteinpflaster in Antikoptik (Fahrbahn), in Anthrazit (Parkflächen) und in Klinkeroptik („Riemchen“ für alle weiteren Bereiche) ausgeführt. Die Parkplätze werden schräg angeordnet, was die Befahrbarkeit verbessert, außerdem das Pflaster schont (weniger Belastung durch Lenkkräfte). Allerdings verringert das die Zahl der Plätze um vier auf 37 (inklusive vier Behindertenparkplätze).

Die Maßnahme kostet rund 600 000 Euro. Die Bürger werden finanziell mit ins Boot geholt. Die privaten Flächen um die Gebäude herum sollen mit saniert werden. Diese Kosten (insgesamt 99 000 Euro) sind von den Anliegern komplett zu tragen. Diese sind bereits auf das Thema hingewiesen worden und sollen nach dem Beschluss im Detail informiert werden.

Von einem externen Büro hat die Gemeinde außerdem die Anliegerbeiträge für die öffentliche Fläche ermitteln lassen. Beitragspflichtig sind demnach nur die Kosten für den zentralen Parkplatz. Die Anlieger müssten bei Beitragssätzen von 40 Prozent (Fahrbahn) bzw. 60 Prozent (Stellplätze, Grünflächen) insgesamt 141 000 Euro tragen. Eine dafür notwendige Einzelfallsatzung soll – unabhängig vom Baubeginn im Mai – im Juni/Juli beschlossen werden. Grundsätzlich werden die Anlieger kurz nach der jetzigen Sitzung informiert, im Detail dann mit dem weiteren Planungsfortschritt.

Für die gefällten Platanen sollen nach einem Vorschlag der Verwaltung Amberbäume gepflanzt werden. Eine Aufenthaltsfläche mit Hochbeet und Sitzgelegenheiten sowie einige Fahrradanlehnbügel sind ebenfalls geplant.

Das zweite Vorhaben, die Erneuerung der Industriestraße in Appelhülsen, wird teurer als geplant. Baugrunduntersuchungen haben ergeben, dass der schadstoffhaltige Unterbau entsorgt werden muss und eine aufwendigere Gründung vonnöten ist. Damit kostet das Projekt statt der bislang geplanten 585 000 Euro nun rund 831 000 Euro. Überplanmäßig müssen also 246 000 Euro mehr im Haushalt bereitgestellt werden. Die Kostensteigerung berührt auch die Anlieger. Ihre Anliegerbeiträge werden sich um 129 000 Euro auf 436 000 Euro erhöhen.

Die Bauzeit wird sich wegen des Umfangs der Maßnahme und weil die Befahrbarkeit der Straße gewährleistet bleiben muss, auf etwa ein Jahr erstrecken. Der Baustart könnte – bei einem positiven Beschluss – im September erfolgen, die Fertigstellung wäre dann für Herbst 2019 zu erwarten.

Noch später wird es – wegen der Verzögerungen bei der Regierungsbildung in Berlin, die bis auf die untergeordneten Behörden durchschlägt – mit dem zweiten Bauabschnitt für die barrierefreie Ortskernsanierung losgehen (wir berichteten). Voraussichtlich nicht vor März 2019 ist Baubeginn, drei Monate Bauzeit sind angesetzt.

Die Maßnahme umfasst die Kreuzung Stiftsstraße/Stiftsplatz/Schlaunstraße, und von da abgehend die Stiftsstraße bis zum Parkplatz Kastanienplatz sowie die Schlaunstraße bis zum Mündungsbereich der Von-der-Reck-Straße. Hier schließt der Bauabschnitt an den Sanierungsbereich Hanhoff an.

Die Herstellung von Niveaugleichheit mit „weicher Separation“ von Fahrbahn zu Gehwegen und barrierefreie Übergänge sind im Bereich des Natursteinpflasters geplant. An der Schlaunstraße wird der vorhandene Gehweg auf der Rathausseite lediglich nachgebessert, auf der gegenüberliegenden Seite neu gestaltet. Die verwendeten Materialien entsprechen denen des ersten Bauabschnitts.

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt belaufen sich auf ca. 435 000 Euro. Die Gemeinde rechnet mit einer Förderung von 168 000 Euro und Anliegerbeiträgen von rund 114 000 Euro. Diese fallen lediglich für den Abschnitt an der Stiftsstraße an – Schlaunstraße und Kreuzungsbereich sind beitragsfrei. Sie können aber erst erhoben werden, wenn der dritte Bauabschnitt (bis Potthoff) fertiggestellt wird.

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