Gemeinderat Nottuln
„Ensemble mit guter Ausstrahlung“

Nottuln -

Im Sommer sollen die Arbeiten zur Sanierung des Hanhoffs starten. Der Gemeinderat hat nun das Sanierungskonzept endgültig gebilligt.

Donnerstag, 26.04.2018, 06:04 Uhr

Im Sommer sollen die Arbeiten zur Sanierung des Hanhoffs beginnen.
Im Sommer sollen die Arbeiten zur Sanierung des Hanhoffs beginnen. Foto: Frank Vogel

„Da ist jetzt aber schon jeder Stein dreimal umgedreht worden.“ Der Kommentar eines Bürgers, der am Dienstag in der Ratssitzung zugehört hatte, war sicher überspitzt. Aber er hatte einen wahren Kern. Auch diesmal wurde die geplante Sanierung des Hanhoffs wieder intensiv und kontrovers diskutiert (Sitzungsunterbrechung inklusive). Und das, nachdem die Verwaltung viele Vorschläge aus der Politik aufgenommen und die Planung überarbeitet hatte. Am Ende wurde diese dann aber mit 25 Ja-Stimmen bei fünf Neinstimmen (zwei Grüne, zwei CDU , eine UBG) und einer Enthaltung (UBG) angenommen. Baubeginn soll im Sommer sein, bis zum Martinimarkt will man fertig sein.

Fachbereichsleiter Karsten Fuchte hatte zuvor die geänderte Planung vorgestellt: So habe man drei hochkronige Amberbäume und zwei Bänke für die Mittelinsel vorgesehen. Ein Hochbeet mit Sitzmöglichkeit vor der Bäckerei soll die Aufenthaltsqualität verbessern, die Fahrradstellplätze sollen auf verschiedene Stellen verteilt, der Durchgang zur Schlaunstraße optimiert werden. Die privaten Flächen um die Häuser herum sollen entsprechend der anderen Flächen gestaltet werden. Dazu werde man die Anliegergespräche fortsetzen. Insgesamt wird die Gestaltung des Hanhoffs dem des neu gestalteten Ortskerns entsprechen, betonte Fuchte: „Und dann wird das ein Ensemble mit guter Ausstrahlung.“

Die Politiker waren trotzdem nicht ganz zufrieden. Markus Lunau (CDU) bezweifelte, dass jemand auf der Mittelinsel eines Parkplatzes auf einer Bank sitzen wolle, er wünschte sich stattdessen einen vierten Baum. Teilhabebeauftragter Heinz Rütering hingegen begrüßte die Bänke. Dort könne man mal was abstellen oder auf einen Fahrer warten. Richard Dammann (Grüne) wollte nur noch Bäume in der Mitte und nicht nur die Bänke, sondern sogar die geplanten Gänge weglassen, stattdessen die Wege vor den Häusern breiter machen. Er kritisierte auch die kleine Pflasterung der Wege, die viel mehr Krautwuchs zulasse als größere Pflastersteine.

Außerdem sprach Dam­mann sich gegen die Einbahnstraßenregelung aus. Zumindest sollten Radfahrer in beide Richtungen fahren können. Letzteres sei kein Problem, meinte Fuchte, die Einbahnstraße verteidigte er aber. In Kombination mit den schrägen Stellflächen werden so die Lenkbewegungen der Autos verringert und das Pflaster geschont.

Und weil man durch die Schrägausrichtung der Stellplätze bereits vier Plätze verliere, mochte Fuchte auch der Idee von Markus Lunau, die Fahrbahn vor dem Fotoladen breiter zu machen, nicht folgen. Den Vorschlag von Markus Wrobel (FDP ), zwei Stellplätze etwas breiter zu machen und als Eltern-Kind-Parkplätze auszuzeichnen, nahm die Verwaltung hingegen mit. Ein weiteren Behindertenparkplatz, den Georg Schulze Bisping sich vor der Parfümerie wünschte, lehnte Fuchte ab. „Mit vier Plätzen haben wir eine gute Quote.“

Schräg angeordnete Stellplätze auch vor der Apotheke wünschte sich Helmut Walter (FDP). Dann müsse man dort aber auch eine Einbahnstraße anlegen und eine zweite Ausfahrt zur Ortsdurchfahrt schaffen, überlegte Fuchte spontan. Ob es gut sei, zwischen zwei Ampeln noch eine Ausfahrt zu schaffen, bezweifelte Andreas Winkler (SPD).

Ganz kritisch sah Thomas Hülsken (CDU) die vorgestellte Planung. „Der Hanhoff ist ein Parkplatz, da ist die Funktionalität entscheidend. Die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, ist teuer und sinnfrei.“

Warum die Anliegerbeiträge höher seien als bei den beiden Bauabschnitten im barrierefreien Ortskern, wollte Hülsken außerdem wissen. Der Hanhoff sei vergleichbar mit einer Hauptgeschäftsstraße und müsse entsprechend veranlagt werden, erklärte Fuchte. Dazu muss, weil keine Satzung vorliegt, eine Einzelfallsatzung erstellt werden. Diese werde später noch zu beraten sein. Die Politik könne die Beiträge dann zwar eigenständig festlegen. „Wir sind allerdings schon an der unteren Grenze.“ Viel tiefer zu gehen, sei nicht rechtens. „Schauen Sie mal, wie tief wir runter können“, bat Manfred Gausebeck (SPD) trotzdem.

Der Rat lehnte mit knapper Mehrheit ab, über vier Anträge der Grünen-Fraktion (Bänke weg, vier statt drei Bäume, keine Einbahnstraßenregelung, großformatigeres Pflaster) abzustimmen und folgte letztlich mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung.

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