Bürgerstiftung Nottuln
Ort des Lebens und der Begegnung

Nottuln -

Viele Nottulner wollen der Perle „Rhodepark“ zu einem neuen Glanz verhelfen. Bei einem von der Bürgerstiftung Nottuln initiierten Workshop gab es schon zahlreiche Ideen.

Donnerstag, 03.05.2018, 21:05 Uhr

Aufgeteilt in vier Gruppen, widmeten sich die Workshop-Teilnehmer den unterschiedlichen Aspekten des Rhodepark-Projekts. Die Bürgerstiftung Nottuln als Initiator freute sich über lebhafte, konstruktive Diskussionen der Teilnehmer.
Aufgeteilt in vier Gruppen, widmeten sich die Workshop-Teilnehmer den unterschiedlichen Aspekten des Rhodepark-Projekts. Die Bürgerstiftung Nottuln als Initiator freute sich über lebhafte, konstruktive Diskussionen der Teilnehmer. Foto: Ludger Warnke

Das kollektive Nachdenken hat sich gelohnt. Am Ende des zweistündigen Workshops zur Zukunft des Nottulner Rhodeparks als Bürgerpark nahm die Bürgerstiftung Nottuln eine Fülle von Ideen, Hinweisen und Wünschen, aber auch Mahnungen mit. Da kommt noch viel Arbeit auf die Bürgerstiftung als Koordinator aller Bemühungen zu. Arbeit, die den Stiftungsvorstand aber nicht schreckt. Vorsitzender Stefan Haller und die Vorstandsmitglieder Ingeborg Bispinck-Weigand, Dr. Gabriele Hovestadt und Torsten Burghard, die am Mittwoch die rund 50 Teilnehmer durch den Workshop-Abend begleiteten, waren am Ende regelrecht begeistert, wie sehr sich die anwesenden Bürger eingebracht hatten. „Das hat auch uns Spaß gemacht“, sagte Haller.

Den Rhodepark aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken, die Perle im Herzen Nottulns herauszuputzen und zu einem echten Bürgerpark zu entwickeln, ist ein unterstützenswertes Ziel. Bürgermeisterin Manuela Mahnke lobte in ihrem Grußwort nicht nur das Engagement der Stiftung und der Bürger, sondern versicherte auch: „Der Gemeinde Nottuln ist sehr daran gelegen, dieses Kleinod, das der Gemeinde in den 1970er-Jahren von den früheren Besitzern Hanns und Ruth Ewertz geschenkt worden ist, für die Nachwelt zu erhalten.“ Die Bürgermeisterin wies auch auf die Planungen zur möglichen Erweiterung des Edeka-Marktes hin. Mahnke: „Gewiss ist, dass sie den Park verändern werden. Aber: Diese Planungen verhindern die Aufwertung und den dauerhaften Erhalt des Parks in keinster Weise.“

Ähnlich äußerte sich auch Fachbereichsleiter Karsten Fuchte von der Gemeindeverwaltung, der kurz den zuletzt diskutierten Planungsentwurf vorstellte (Verlängerung des Edeka-Gebäudes, Verlegung des Busbahnhofes auf die P+R-Anlage, Verlegung der P+R-Anlage auf die heutige Wallfläche entlang der Daruper Straße). Bei dieser Variante gehe zwar Fläche verloren, aber: „Der Park in seinem Kern bleibt erhalten.“

Fuchte schilderte kurz die historische Entwicklung des ursprünglich privaten Gartens zum heutigen Parkgelände. Der aktuelle Zustand sei schlecht, stellte er unumwunden fest. Der Bau- und Planungsrechtsexperte sprach von fehlender Einsehbarkeit, von Angsträumen im Park. Dabei habe der Rhodepark durchaus ein großes Potenzial. Er liege zentral und verfüge über offene Flächen.

Dass für Konzepte zur Verbesserung der Parksituation Fördermittel zu bekommen sind, darüber informierte Dipl.-Ingenieurin Kerstin Juta-Wiggeshoff. Der Rhodepark sei bereits jetzt Bestandteil des „Integrierten Handlungskonzeptes Ortskern Nottuln 2025“. Für Verbesserungsmaßnahmen könnte die Gemeinde als Eigentümerin Städtebaufördermittel (Förderquote 60 Prozent) beantragen. Grundsätzlich möglich seien auch Fördermittel aus dem LEADER-Programm (Förderquote ca. 65 Prozent).

Mit diesen Grundinformationen ausgerüstet, machten sich die Bürger an die Workshop-Arbeit. Aufgeteilt in vier Gruppen, ging es an die Erarbeitung der Themenfelder „Gestaltungswünsche/Finanzierung“, „Seele des Parks“, „Zukunftssicherung“ und „Was soll nicht sein?“. Nach zuvor festgelegten Zeiten wechselten die Gruppen das Thema, bis alle Anwesenden die Möglichkeit gehabt hatten, sich zu allen vier Themenfeldern einzubringen. Am Ende waren die Flipcharts randvoll mit Notizen.

Zum Thema „Gestaltungswünsche“ gab es viele Vorschläge – von Kunstprojekten bis zu Naturschutzmaßnahmen (Insektenschutz, Kräutergarten etc.). Um den Park langfristig zu sichern und attraktiv zu halten, wurden unter anderem Patenschaften und Aktionen mit den Schulen vorgeschlagen Auch der Edeka-Markt sollte sich dort finanziell engagieren, so ein Vorschlag. Und was die „Seele des Parks“ angeht, zeichnete sich eine doch recht klare Tendenz ab: der Rhodepark als Ort des Lebens und der Begegnung, ein Park ohne Ausgrenzung.

Viele Hinweise gab es zum Thema „Was der Park nicht werden soll“. „Kein Bremer Platz“ hieß es da beispielsweise, was so viel bedeutete: Der Park dürfe nicht zu einem Ort von Straftaten werden.

Stiftungsvorsitzender Stefan Haller war hocherfreut über die vielen Beiträge. Und: Auch alle anwesenden Anlieger hätten sich klar für Veränderungen ausgesprochen.

Über allen Veränderungen steht aber auch das Thema „Edeka-Erweiterung“. Eine Teilnehmerin schlug in der Schlussrunde eine Unterschriftenaktion dagegen vor.

Wie geht es nun weiter?

Die Bürgerstiftung wird nun die Ergebnisse des Workshops auswerten und daraus Handlungsvorschläge erarbeiten. Diese sollen im September/Oktober bei einer zweiten Zusammenkunft vorgestellt werden.

Bereits vorher lädt die Bürgerstiftung am 19. Mai Interessierte zu einer geführten Rhodepark-Exkursion mit dem Nottulner Richard Dammann ein.

Parallel zu diesen Arbeiten wird die Bürgerstiftung sich auch weiter um die Besetzung der ihr zugesagten Bufdi-Stelle (Bundesfreiwilligendienst) kümmern. Schließlich: Wer am Mittwoch verhindert war, aber sich gerne bei der Rhodepark-Wiederbelebung einbringen möchte oder Vorschläge dazu hat, wende sich einfach per E-Mail an die Bürgerstiftung: info@buergerstiftung-nottuln.de

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