Ortsumgehung Nottuln
Zeit und Nerven sparen

Nottuln -

Die Redaktion hat es ausprobiert: Umgehungsstraße oder Ortsdurchfahrt – was ist für den Autofahrer besser?

Mittwoch, 16.05.2018, 16:05 Uhr

Die Brücke am Mittelweg aus der Froschperspektive von der Umgehungsstraße aus fotografiert (natürlich von der Beifahrerin und nicht vom Fahrer).
Die Brücke am Mittelweg aus der Froschperspektive von der Umgehungsstraße aus fotografiert (natürlich von der Beifahrerin und nicht vom Fahrer). Foto: Martina Schwering-Hindricksen

Der Münsteraner, der regelmäßig aus der Domstadt nach Coesfeld fährt, ist begeistert: „Ich war fünf Minuten schneller als sonst.“ Klar: Er rollt jetzt über die Umgehungsstraße und muss sich nicht mehr mit tausenden anderen durch Nottuln quälen. Aber: Auf der Ortsdurchfahrt ist wegen der Umgehungsstraße ja nun auch weniger los. Lohnt es sich unter Umständen, diesen Weg zu nehmen (und damit den Sinn der Umgehungsstraße zu unterlaufen)? Unsere Redaktion hat den Test gemacht. Und das Ergebnis ist eindeutig.

Sowohl am Montagvormittag um 11 Uhr wie auch am Nachmittag gegen 17 Uhr ist man auf der Umgehungsstraße schneller. Über die knapp fünf Kilometer lange neue Strecke schafft man es – je nach Ampelglück und Tageszeit – in einer Zeit zwischen 3:40 Minuten und 4:30 Minuten vom Draum-Kreisel bis zur Einmündung kurz vor dem Jägerhof Sendes und umgekehrt. Der Weg durchs Dorf hingegen dauert zwischen 5:30 Minuten und 6:20 Minuten, also zwischen einer und fast zwei Minuten länger als über die Umgehung.

Müßig zu erwähnen, dass die Testfahrer sich an die einschlägigen Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten haben.

Auffällig war, dass sich unter den Lkw-Fahrern die Umgehungsstraße als Vorzugsvariante offenbar schon herumgesprochen hat. Bei den Testfahrten ist uns kein Laster in der Ortsdurchfahrt entgegengekommen. Und das, obwohl am Draum-Kreisel die Beschilderung noch fehlt. Josef Brinkhaus, Pressesprecher beim Landesbetrieb Straßen.NRW: „Die Firma hat nicht rechtzeitig geliefert. Wir denken, dass das große Hinweisschild in dieser Woche kommen wird.“ Außerdem habe man zwar die neue Straße gemeldet, sodass die Navigationsgeräte diese schon integriert haben könnten. Dass das jedoch (noch) nicht der Fall ist, haben Stichproben ergeben. Auch auf Google Maps ist die Umgehungsstraße nicht eingezeichnet.

Was bei den Testfahrten auch auffiel: Die Ampeln auf der Umgehungsstraße sind oft grün oder springen schnell von Rot auf Grün, wenn man sich mit dem Auto nähert. Grund dafür ist, dass es zwar keine Grüne Welle gibt, die Schaltung aber über Kontaktschleifen dem Verkehrsaufkommen angepasst wird. Dabei genießen diejenigen, die auf der Umgehung sind, Vorrang vor denen, die auf der Havixbecker Straße, der Schapdettener Straße oder der Appelhülsener Straße fahren.

In der Ortsdurchfahrt hingegen sind die Ampeln nicht aufeinander abgestimmt oder zum Vorteil der Durchfahrenden geschaltet. Am Montagvormittag etwa war die Ampel an der Stiftsstraße grün, die an der Dülmener Straße rot, grün die an der Heriburgstraße, rot die am Rhodeplatz. „Stop and go“ war die Folge. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven.

Was allerdings besser geht, ist das Einfahren in die Kreisverkehre. Musste man zu Zeiten ohne Umgehung viel Glück haben, um zügig in die Kreisel an Oststraße und Schapdettener Straße zu kommen, geht das jetzt in der Regel ganz geschmeidig. Zumindest bei den montäglichen Testfahrten.

Zum Thema

Welche Erfahrungen haben Sie in den ersten Tagen nach der Eröffnung der Nottulner Umgehungsstraße gemacht? Haben Sie Tipps für Autofahrer? Schreiben Sie uns eine Mail an: redaktion.not@wn.de

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