„Youth on the Run“
Mit dem Auge des Flüchtlings

Nottuln -

Die Situation eines Flüchtlings physisch und psychisch nachvollziehen: Das konnten die Jugendlichen beim Rollenspiel „Youth on the Run“.

Montag, 28.05.2018, 17:00 Uhr

Scharfe Kontrollen des wenigen, was die „Flüchtlinge“ aus ihrer Heimat mitgenommen haben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen durch Siutationen, wie sie Menschen auf ihrer Flucht tatsächlich erlebt haben.
Scharfe Kontrollen des wenigen, was die „Flüchtlinge“ aus ihrer Heimat mitgenommen haben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen durch Siutationen, wie sie Menschen auf ihrer Flucht tatsächlich erlebt haben. Foto: Stephan Ditters

„Youth on the Run“: Volle 24 Stunden unmittelbar erleben, was es bedeuten kann, auf der Flucht zu sein, sich den psychischen und physischen Herausforderungen stellen, die realen Fluchterlebnissen nachempfunden sind. Zum dritten Mal wurde dieses gemeinschaftsübergreifende Projekt vom Jugendrotkreuz (JRK) Westfalen-Lippe und dem DRK in Nottuln durchgeführt. Insgesamt 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Bayern, dem Sauerland, aus Österreich, Indien und Namibia.

Von Samstag bis Sonntag waren sie in vier Gruppen unterwegs. Jede Gruppe bildete eine „Flüchtlingsfamilie“ und wurde von einem Teambegleiter unterstützt. Die JRK-Bildungsreferentinnen Katharina Plate und Carolin Schulz waren für die gesamte Organisation zuständig. Die Spielleitung hatte die gebürtige Dänin Trine Neuendracht, die seit zehn Jahren dabei ist. Unterstützt wurde sie von ihrem Kollegen und Landsmann Dan Nielsen (das Konzept wurde von einem dänischen Pädagogen entwickelt).

JRK: „Youth on the run“ in Nottuln

1/7
  • Foto: Stephan Ditters
  • Foto: Stephan Ditters
  • Foto: Stephan Ditters
  • Foto: Stephan Ditters
  • Foto: Stephan Ditters
  • Foto: Stephan Ditters
  • Foto: Helmut Brandes

2007 kürte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes das „YotR“-Konzept zur besten Jugendaktivität. Katharina Plate und Carolin Schulz wissen, warum: „Die Teilnehmer reagieren emotional, sind teilweise betroffen. Auch wenn es sich um einen Rollenspiel handelt, begreifen sie, mit welchen Problemen Flüchtlinge konfrontiert sind, wenn sie in ein Land mit einer völlig anderen Kultur kommen.“

Zum Abschluss kamen die Teilnehmer im Logistikzen­trum des DRK in Nottuln zusammen, um sich unter Leitung von Trine Neuendracht auszutauschen, über das Erlebte zu berichten, ein Fazit zu ziehen. Fabian Thurner aus Bayern zum Beispiel meinte: „Ich habe einen völlig neuen Blick auf die Lage von Flüchtlingen bekommen. Habe Vorurteile abgebaut. Mir war vorher nicht klar, wie schwer es Flüchtlinge haben. Ich kann eine Teilnahme an einem solchen Projekt nur empfehlen.“

Wer selbst auch einmal mitmachen möchte, ist eingeladen, sich zum nächsten „Run“ in Nottuln am Wochenende 25./26. August bei Katharina Plate (katharina.plate@DRK-westfalen.de) anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Und: Es ist geplant, das Projekt im nächsten Jahr auch in Bayern und in Wien anzubieten.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5774890?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
„Pop kann großen Einfluss nehmen“
In manchen Liedern sind die politischen Botschaften eindeutig, beispielsweise im Punk. Im Schlager wie von Helene Fischer hingegen eher unterschwellig, sagt Dr. Kerstin Wilhelms vom Germanistischen Institut der WWU.
Nachrichten-Ticker