„kleiner musiksommer schapdetten“
Zwischen Bach, „Lollipop“ und Werbeslogans

Schapdetten -

Ein ungewöhnliches Konzert eröffnete die diesjährige Musiksommer-Reihe. Der „Gesangstechnische Hilfsdienst“ vertonte einen Groschenroman.

Montag, 11.06.2018, 19:00 Uhr

Sorgten für Stimmung: Ilka Maria Brandt und ihr „Gesangstechnischer Hilfsdienst“ überzeugten das Publikum in der St.-Bonifatius-Kirche.
Sorgten für Stimmung: Ilka Maria Brandt und ihr „Gesangstechnischer Hilfsdienst“ überzeugten das Publikum in der St.-Bonifatius-Kirche. Foto: Iris Bergmann

„Sie erleben gleich einen fulminanten Auftakt zum ‚kleinen musiksommer schapdetten‘.“ So begrüßte der Initiator der gleichnamigen musikalischen Reihe, Dr. Dietmar Thönnes , das Publikum in der St.-Bonifatius-Kirche. Und als daraufhin die 20 Damen des „Gesangstechnischen Hilfedienstes“ loslegten, vibrierte das altehrwürdige Kirchenschiff.

Mit dem Ensemble unter der Leitung von Ilka Maria Brandt hatte Thönnes einen echten Kracher als „Opener“ engagiert. Die insgesamt 20 Sängerinnen sind stimmgewaltig, und ihre Mimik tut das Übrige, um das Publikum zu fesseln. Dass sich Groschenromane immer noch großer Beliebtheit erfreuen, bewiesen sie mit ihrer vertonten Version von „Das Rätsel der fiesen Abtei“, das aus der Feder einer gewissen Wellgunde von Stolzenstein stammt.

„kleiner musiksommer schapdetten“: Gesangstechnischer Hilfsdienst

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Elegant auf einer Chaiselongue sitzend, las Ilka Maria Brandt die Herz-Schmerz-Geschichte über die junge Baroness Luzie von Hoheneichstätten, ihren Angebeteten, Fürst Volkmar von Darup, die durchtriebene Äbtissin Zölestina und ihren Partner in Crime, Kardinal Guntram von Hülsenappel. Launig und locker erzählte Brandt die Geschichte, brachte Spannung an die passenden Stellen oder ließ ganz feine Ironie durchblitzen. Zwischen den einzelnen Kapiteln sprang sie auf, um den Chor zu dirigieren.

Überhaupt der Chor: Die 20 Frauen, sichtlich „gut drauf“, bewiesen große stimmliche Bandbreite: Mal sangen sie zart bei Robert Schumanns „Wenn ich ein Vöglein wär“, mal technisch sauber bei Bachs Kanon „Lasset uns den nicht zerteilen“ und nicht zuletzt poppig und mit Groove bei „Lollipop“ und dem alten Gassenhauer „Schuld war nur der Bossa Nova“.

Diese Fähigkeiten setzten die Sängerinnen auch für das Besondere an dem vertonten Groschenroman ein: die klanglich-musikalische Untermalung der Texte. Sei es durch ein subtiles Summen, während Brandt las, oder durch kurze klingende „Kommentare“ aus der Werbewelt: „Schönes Haar ist dir gegeben“ oder „Ohne Ö fehlt dir was“. Dem Publikum indes fehlte nichts. Das war begeistert, und mit Standing Ovations forderte es eine Zugabe, die gern gewährt wurde.

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