Lob und Ratschläge für Nottuln
„In Nottuln läuft schon vieles gut“

Nottuln -

Die Gemeindeprüfungsanstalt hat Nottuln unter die Lupe genommen. Es gibt Lob, aber aus Sicht der Prüfer auch Handlungsbedarf. Unter anderem im Sportbereich und bei den Gebühren.

Mittwoch, 13.06.2018, 06:00 Uhr

Die Baustelle am Wellenbad: Hier entsteht die neue Dreifachsporthalle. Für die Gemeindeprüfungsanstalt ist damit „ein deutliches Überangebot an Hallenflächen“ erreicht.
Die Baustelle am Wellenbad: Hier entsteht die neue Dreifachsporthalle. Für die Gemeindeprüfungsanstalt ist damit „ein deutliches Überangebot an Hallenflächen“ erreicht. Foto: Frank Vogel

„Unser oberstes Ziel ist es, finanzwirtschaftliche Spielräume aufzuzeigen, einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung zu leisten und damit die kommunale Selbstverwaltung insgesamt zu stärken“, erklärt Doris Krüger , Abteilungsleiterin der Gemeindeprüfungsanstalt (gpaNRW) anlässlich der Vorstellung der Prüfungsergebnisse bei der Gemeinde Nottuln in einer Pressemitteilung.

In der Zeit von Juli 2017 bis April 2018 hat ein fünfköpfiges Prüfteam der gpaNRW die Themenbereiche Finanzen, Schulen, Sport- und Spielplätze sowie Verkehrsflächen unter die Lupe genommen. Im Rechnungsprüfungsausschuss werden am Mittwoch (13. Juni, 19 Uhr öffentliche Sitzung im Gymnasium, Pavillon 8/9) die wichtigsten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen durch Abteilungsleiterin Doris Krüger, Projektleiter Holger Pohl sowie Prüferin Lena Steinkamp vorgestellt.

„Nottuln zeichnet sich durch steigende Einwohnerzahlen mit einem hohen Jugendanteil und einer überdurchschnittlichen Kaufkraft aus. Damit hat Nottuln deutliche bessere Rahmenbedingungen als die meisten anderen kleinen kreisangehörigen Kommunen in NRW“, betont Doris Krüger.

gpa-Prüferin Lena Steinkamp führt zum Haushalt aus: „Nottuln konnte im Jahr 2016 erstmals seit 2012 wieder einen Haushaltsausgleich erreichen. Die Verschuldung ist unterdurchschnittlich, die Liquidität gut. Die Haushaltsplanung sieht jedoch trotz der guten konjunkturellen Lage keinen Haushaltsausgleich vor. Daher sehen wir Handlungsbedarf zur Konsolidierung. Unterstützen können hierbei Modifizierungen bei der Beitrags- und Gebührenerhebung. Wir empfehlen die kalkulatorische Verzinsung zu erhöhen und die Abschreibung auf Basis der Wiederbeschaffungszeitwerte zu berechnen. Die Straßenbaubeitragssatzung sollte zudem aktualisiert werden.“

Auch der Bereich Schulen wurde unter die Lupe genommen. Projektleiter Holger Pohl empfiehlt: „Um den Fehlbetrag je Schüler in der OGS zu verringern, sollte die Elternbeitragssatzung angepasst werden. Bei den Schulsekretariaten sehen wir Stellenpotenzial. Hier sollten der Personaleinsatz regelmäßig an die Schülerzahlenentwicklung angepasst und die Arbeitsverträge flexibel gestaltet werden.“

„Ab 2019/2020 ergibt sich durch die Dreifach-Halle an der Rudolf-Harbig-Straße ein deutliches Überangebot an Hallenflächen. Auch die Tennen- und Kunstrasenplätze sind nach den gemeldeten Nutzungszahlen nicht ausgelastet“, erläutert Holger Pohl zu den Sporthallen und Sportplätzen. „Zudem liegen die Aufwendungen für Pflege und Unterhaltung der Sportplätze über dem Durchschnitt. Wir empfehlen daher, die Belegungspläne mit den tatsächlichen Nutzungszeiten abzugleichen und die Auslastung der Sportplätze durch Kooperation zwischen den Vereinen zu verbessern.“

Bei den Aufwendungen für Spiel- und Bolzplätze erreicht die Gemeinde einen guten Wert. „Wir finden in Nottuln eher wenige, dafür aber große Spiel- und Bolzplätze vor. Dadurch sind die Rahmenbedingungen für eine günstige Pflege gegeben“, freut sich Holger Pohl, „Lediglich die Aufwendungen für die Spielplatzkon­trollen sind aus unserer Sicht zu hoch und sollten überdacht werden.“

Zu den öffentlichen Verkehrsflächen merkt Pohl an: „In Nottuln ist bereits eine Straßendatenbank vorhanden, die durch regelmäßige Kontrollen und Inventuren fortgeführt wird. Ein Straßenkataster befindet sich im Aufbau. Auch wenn 96 Prozent der Gemeindestraßen in gutem bis mittlerem Zustand sind, ist der Bilanzwert aufgrund geringer Investitionen seit 2005 um ein Viertel gesunken. Nottuln sollte daher die Strategie zur fortlaufenden Ertüchtigung der Straßen konsequent umsetzen.“

Abteilungsleiterin Doris Krüger fasst zusammen: „Die Prüfung hat gezeigt, dass Nottuln auf einem guten Weg ist und Politik und Verwaltung ihre Verantwortung wahrnehmen. Ziel sollte es nun sein, eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung durchzuführen und dauerhaft das Vermögen zu erhalten. Hierbei unterstützen wir Nottuln sehr gerne.“

Bürgermeisterin Manuela Mahnke: „Ich freue mich, dass die Prüfung gezeigt hat, dass wir auf einem guten Weg sind. Dies zeigt, dass der eingeschlagene Weg der Verwaltung der richtige ist, auch wenn wir noch ein gutes Stück vor uns haben, um zu einem ausgeglichenen Haushalt zu kommen. Ich bin mir sicher, dass Rat und Verwaltung gemeinsam daran arbeiten werden.“

Die Prüfberichte werden im Internet veröffentlicht:

 

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