Feuerwerk an einem heißen Sommerabend
Veranstalter trägt die Verantwortung

Nottuln -

Viele Bürger haben sich über das Feuerwerk vom 6. Juli gewundert und sich gefragt: Darf man überhaupt während einer Trockenperiode ein Feuerwerk abbrennen?

Samstag, 14.07.2018, 07:00 Uhr

Feuerwerk an einem heißen Sommerabend: Veranstalter trägt die Verantwortung
Foto: dpa

Das Feuerwerk am Freitag vergangener Woche im Bereich Niederstockumer Weg/Grauten Ihl/Wirtschaftsweg Stockum hat bei vielen Bürgern für Gesprächsstoff gesorgt. Dabei tauchte bei Anliegern angesichts der Nähe des Feuerwerkortes direkt neben einem Getreidefeld eine wirklich ernsthafte Frage auf: Muss in einer Periode mit lang anhaltender Trockenheit und mit permanenten Warnungen von Behörden vor Waldbrandgefahren wirklich ein Feuerwerk genehmigt und durchgeführt werden?

Für das besagte Feuerwerk hatte die Gemeinde Nottuln vier Wochen zuvor mit Datum vom 6. Juni die Erlaubnis zur Durchführung erteilt. Unabhängig davon, dass zu diesem Zeitpunkt die lang anhaltende Trockenheit so nicht absehbar war, „ist jede Erlaubnis an eine ganze Reihe von strengen Auflagen geknüpft, für deren Einhaltung der Veranstalter beziehungsweise der Durchführende verantwortlich und haftbar ist“, erläutert Caglayan Korkmaz, Rechtsrat in der Gemeindeverwaltung Nottuln, auf WN-Nachfrage.

Die Gemeindeverwaltung bekommt ungefähr eine Handvoll Anfragen im Jahr für die Durchführung eines Feuerwerks außerhalb des Silvesterzeitraums. „Meist geht es darum, dass zu einer Hochzeitsfeier ein Feuerwerk veranstaltet werden soll“, schildert Korkmaz.

Jede Erlaubnis der Gemeinde ist an strenge Auflagen gebunden. Einige Beispiele: So sind Mindestabstände zu Gebäuden und sonstigen Anlagen festgelegt. Eine andere Auflage ist, dass im Abbrennareal ausreichend Löschgeräte vorzuhalten sind. Auch dürfe kein Alkohol konsumiert und es dürfe nicht geraucht werden. Ferner sind Rettungswege freizuhalten. Auch ist der Veranstalter beziehungsweise der Durchführende verpflichtet, den Veranstaltungsplatz nach sogenannten Versagern, also Feuerwerk, das nicht gezündet hat, abzusuchen und diese einzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen.

Für das Feuerwerk vom 6. Juli habe der Antragsteller der Gemeinde mitgeteilt, dass zwei Personen mit Feuerwehrerfahrung das Feuerwerk durchführen. „Wir hatten keinen Anlass, an der Zuverlässigkeit zu zweifeln“, erläutert Caglayan Korkmaz.

Letztlich müsse der Veranstalter am Tag des Feuerwerks entscheiden, ob die Bedingungen für die Durchführung gegeben sind. Korkmaz: „Die Erlaubnis der Gemeinde entbindet den Veranstalter beziehungsweise den Durchführenden nicht von seiner Verantwortung und Haftung.“

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