Grüne auf dem Biohof
Tierwohl und Betriebswirtschaft

Nottuln -

Wie bringt man Tierwohl und betriebswirtschaftlichen Erfolg unter einen Hut? Die Grünen erfuhren es auf dem Hof Spliethofe.

Donnerstag, 16.08.2018, 17:10 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.08.2018, 16:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 16.08.2018, 17:10 Uhr
Jan Spliethofe erklärte den interessierten Zuhörern gerne, wie sein Biobauernhof ökologisch und wirtschaftlich arbeitet.
Jan Spliethofe erklärte den interessierten Zuhörern gerne, wie sein Biobauernhof ökologisch und wirtschaftlich arbeitet. Foto: Bündnis 90/Die Grünen

Der Ortsverband Nottuln der Grünen hat zusammen mit dem Kreisverband den Biohof Spliethofe in Senden besichtigt, der unmittelbar an Appelhülsen angrenzt. Organisiert wurde der Besuch vom Sprecher des Ortsverbandes Nottuln, Klaus Kienle , zugleich Mitglied des Vorstandes des Kreisverbandes.

Was haben Jan Spliethofe und seine Familie motiviert, seinen Hof im Jahr 2016 auf ökologische Landwirtschaft umzustellen? Grundgedanke war es, den Hof – einen konventionellen Betrieb mit Sauen und Mastschweinen – nach der Übernahme zukunftsorientiert zu gestalten. „Ich musste bei der Vermarktung der Tiere feststellen, dass sie wie Stückgut behandelt werden. Es war egal, wie gut die Ferkel waren, die ‚Ware Tier‘ musste den Hof manchmal auch unter den Produktionskosten verlassen, sodass eine Wertschöpfung jeglicher Art nicht mehr möglich war“, erklärt Jan Spliethofe.

Damit wollte sich der 34-Jährige nicht mehr arrangieren und entschloss sich, so die Grünen in einer Pressemitteilung, „einen für diese Region noch untypischen Weg einzuschlagen: Er setzte sich mit der ökologischen Landwirtschaft auseinander.“

Aber die Familie muss leben, der Ertrag aus dem Hof muss auskömmlich sein. Deshalb stand für Spliethofes am Anfang der Umstellung die Klärung der Frage nach der Vermarktung der erzeugten Bioschweine. Dies gelang mit Unterstützung und Beratung des Anbauverbands Bioland. Mit dem Fleischhof Rasting, der die Edeka-Märkte im Gebiet Rhein/Ruhr beliefert, konnte ein Abnehmer gefunden werden, der Biolandbauern als Biofleischproduzenten suchte. Rasch wurde ein längerfristiges Konzept entwickelt, das beide Seiten zufriedenstellte.

Fast zeitgleich liefen die Vorbereitungen für eine zusätzliche Direktvermarktung in Senden. Unter www.biohof-spliethofe.chayns.net, per Mail (info@biohof-spliethofe.de) oder per Telefon (0 25 09/99 45 63) können Verbraucher Kontakt aufnehmen. Jeden ersten Samstag im Monat können die vorbestellten Fleischspezialitäten dann direkt vom Hof abgeholt werden.

„Hat sich das Konzept als tragfähig erwiesen?“, wollte Dr. Anne-Monika Spallek, Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen, wissen. „Die Familie lebt gut von den Erträgen. Es ist möglich, Rücklagen zu bilden oder Investitionen zu tätigen“, erklärte Spliethofe.

Weitere Fragen der Grünen gingen in ganz praktische Richtungen: Was bedeutet es, Biohof zu sein? Wie sieht biologischer Ackerbau aus? Hierzu gab es von Jan Spliethofe ausführliche Informationen. Bis zu 1500 Schweine werden pro Jahr gemästet. Alle Schweine leben auf Stroh und haben mindestens dreimal mehr Platz als die vorher konventionell gehaltenen Schweine. Gefüttert werden die Tiere nur mit streng kontrolliertem Öko-Futter. Die Schweine auf dem Bioland-Hof haben alle Ringelschwänze. Es gibt keine nennenswerten Probleme mit Schwanzbeißen.

Der anfallende Mist und die Jauche können komplett auf den eigenen Flächen verwertet werden. Da nicht mehr so viele Tiere pro Hektar gehalten werden, ergibt sich ein Kreislauf bei dem dieser organische Dünger sehr gut im Ackerbau verwendet werden kann, erklärte Spliethofe.

Auf Frage von Klaus Kienle erklärte Spliethofe, dass sich interessierte Kollegen, die sich näher informieren möchten, jederzeit gerne bei ihm melden können.

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