Pfarrkirche St. Martinus
„Wir werden den Stein erst einmal beobachten“

Nottuln -

Die Heiligenfigur der Maria am Turm von St. Martinus ist nach fast fünf Jahren ein bisschen grün geworden.

Donnerstag, 16.08.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 16.08.2018, 20:00 Uhr
Die Marienfigur am Turm der Pfarrkirche St. Martinus hat oberhalb ihres Bauches deutlich sichtbar Moos und Flechten angesetzt. Da der Stein nicht unmittelbar gefährdet ist, wird die Kirchengemeinde das Ganze erst einmal nur beobachten.
Die Marienfigur am Turm der Pfarrkirche St. Martinus hat oberhalb ihres Bauches deutlich sichtbar Moos und Flechten angesetzt. Da der Stein nicht unmittelbar gefährdet ist, wird die Kirchengemeinde das Ganze erst einmal nur beobachten. Foto: Frank Vogel

Ja, den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde St. Martin ist es auch schon aufgefallen: Die Marienfigur am Turm der Pfarrkirche St. Martinus hat oberhalb ihres schön gewölbten Bauches grüne Flecken bekommen. Moose und Flechten haben sich auf der Sandsteinfigur, die im Oktober 2013 zusammen mit den anderen drei Heiligenfiguren Martin, Antonius und Heri­burg an ihren Standort geliftet worden war, abgelagert. „Wir haben schon über das Thema gesprochen“, berichtet Pfarrdechant Norbert Caßens auf Anfrage unserer Zeitung. „Im Moment wollen wir aber noch nicht tätig werden.“

Für diese Zurückhaltung gibt es mehrere Gründe. „Wir wollen den Stein zunächst einmal beobachten, schauen, wie er sich verhält. Im Augenblick ist nicht zu erkennen, dass er zerfressen würde“, erklärt der Dechant. Und überhaupt: Das Material, aus dem Bildhauer Magnus Kleine-Tebbe die Figuren geschaffen hat, ist nicht der anfällige Baumberger, sondern Obernkirchener Sandstein. Der ist nach dem Ort Obernkirchen in Norddeutschland benannt und gilt als ausgesprochen beständig. „Wir haben uns damals für diesen Stein entschieden, weil die vier fili­granen Figuren, wären sie aus Baumberger Sandstein gehauen worden, sicher sehr schnell Verwitterungsschäden bekommen hätten – so wie die Vorgängerfiguren.“

Allerdings mal eben mit dem Hubsteiger hochfahren und die Figuren in Ordnung bringen, das geht nun auch nicht, denn die vier Heiligen befinden sich in über 23 Metern Höhe. Um dort hinzugelangen, braucht man ein entsprechendes Fahrzeug. „Und das ist eine recht teure Angelegenheit“, erklärt Norbert Caßens.

Deshalb sei eine denkbare Variante, die Reinigung der Figuren mit weiteren Aufgaben zu verknüpfen, die ebenfalls irgendwann anstehen. „Es gibt ein paar Stellen, an denen wir keinen Taubenschutz haben“, erläutert der Dechant. Und genau diese Stellen suchen sich die Tauben natürlich aus, um sich hinzusetzen und ihren Kot fallen zu lassen – der dann auch den Baumberger Sandstein der Fassade trifft und angreift. „Der Kot ist viel aggressiver als Flechten oder Moos. Da werden wir beizeiten etwas unternehmen müssen.“ Aber größere Eile sei auch in diesem Fall noch nicht angezeigt.

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