Gäste aus Weißrussland
Neuigkeiten aus Narowlja

Nottuln -

Peter Eltrop geht in den Ruhestand. Und hat dazu auch seine Freunde aus Narowlja eingeladen.

Donnerstag, 23.08.2018, 22:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 22:00 Uhr
Peter Eltrop mit seinen Gästen: sitzend (v.l.) Olga Adamenko und ihre Tochter Anna sowie Alla Naumenko, Bürgermeisterin von Narowlja; stehend (v.l.) Nikolay Naumenko (Mann der Bürgermeisterin), Gastgeber Peter Eltrop und Valentina Yatsukevich (Tochter der Bürgermeisterin).
Peter Eltrop mit seinen Gästen: sitzend (v.l.) Olga Adamenko und ihre Tochter Anna sowie Alla Naumenko, Bürgermeisterin von Narowlja; stehend (v.l.) Nikolay Naumenko (Mann der Bürgermeisterin), Gastgeber Peter Eltrop und Valentina Yatsukevich (Tochter der Bürgermeisterin). Foto: Ulla Wolanewitz

Peter Eltrop geht am Freitag (24. August) mit 68 Jahren – „Ich habe ihn etwas rausgezögert“ – in den wohlverdienten Ruhestand. Und wie lässt sich ein solch bedeutsamer Tag am besten feiern, der einen neuen Lebensabschnitt einläutet? Keine Frage, natürlich mit möglichst vielen Freunden und Kollegen. 250 Gäste werden zur Verabschiedung im Festzelt auf dem Sportgelände der LWL-Klinik in Marl-Sinsen erwartet. Zu ihnen gehören auch fünf Gäste aus Narowlja, Weißrussland. „Sie hatten mit 1700 Kilometern die weiteste Anreise“, freut sich der Gastgeber, dass seine Freunde diesen Weg auf sich genommen haben.

Was sie über diese weite Strecke miteinander verbindet? Die Tatsache, dass Peter Eltrop sich in der Vergangenheit aus seiner beruflichen Funktion und auch persönlich für den Aufbau einer Tagesklinik für geistig erkrankte junge Menschen in Narowlja engagiert hat.

Die Einrichtung wird derzeit von 15 Menschen aus der Gesamtgemeinde genutzt, die von drei Fachkräften betreut werden. „Zum Teil werden sie von zu Hause abgeholt und wieder zurückgebracht“, versichert der Nottulner, der häufiger selbst vor Ort war.

Das Besucher-Quintett war sich einig, dass es niemanden in Narowlja gibt, der ihn nicht kennt, denn „er hat so viel für uns getan. Abseits des Offiziellen ist er auch ein sehr guter Mensch“, lobt Bürgermeisterin Alla Naumenko, die seit 19 Jahren im Amt ist, ihren Unterstützer.

Was es ansonsten Neues gibt aus der Stadt, die über 20 Jahre vom Verein „Hilfe für Narowlja/Tschernobyl“ unterstützt wurde, und die vielen Engagierten aus häufigen Besuchen bekannt ist?

Die Uferseite vom Fluss Pripjet, gegenüber dem Hotel und hinter dem Tschernobyl-Mahnmal, wurde attraktiver und offener gestaltet. In der Nähe des großen Hauptplatzes ist ein neuer Spiel- und Sportplatz entstanden. Das Restaurant am Platz erhielt eine Frühjahrskur und einen neuen Besitzer. Das Sägewerk ist in Privatbesitz und wird von sechs Inhabern betrieben, dazu zählt auch der damalige Leiter Frejuk. Die Regenschirmfabrik produziert nun Teile für die Traktorenfabrik in Minsk.

Die Schokoladenfabrik hat ein neues Produkt auf den Markt gebracht, das sich „Pastilla“ nennt. Es ist eine Mischung aus Marshmellow und Fruchtgelee. „Ein absoluter Exportschlager, der in der ganzen Welt unterwegs ist“, übersetzt Valentina Yatsukevich, die Tochter der Bürgermeisterin, in Englisch und fügt hinzu, dass die Inhaltstoffe nicht aus Narowlja sind (Narowlja zählt zu den Regionen, die von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 am schlimmsten betroffen waren).

Die 25-Jährige ist die „1. Secretary of Narowlja District Communitee of the Russian Republic Union of Youth“. Sie ist zuständig für die kulturellen Belange in der Region Narowlja und veranstaltet Konzerte, Events und Wettbewerbe für und mit Jugendlichen.

Und die Gemeinde Kirow? Hat ihre Schule noch. Seit einigen Jahren sind dort an der ukrainischen Grenze Soldaten stationiert, die mit ihren Familien hier leben. Für sie wurden neue Häuser gebaut. „Das belebt den Ort“, so die Bürgermeisterin.

Erinnerungen an „Hilfe für Narowlja/Tschernobyl“

Nottulner werden sich erinnern: Der Verein „Hilfe für Narowlja/Tschernobyl“ hat die weißrussische Gemeinde über 20 Jahre mit mehr als zehn Lkw-Hilfstransporten sowie schon vor Peters Eltrops Einsatz ein Therapiezentrum für geistig und körperbehinderte Kinder unterstützt und in dieser Zeit weit über 600 Kindern eine vierwöchige Ferienfreizeit in Nottuln ermöglicht.

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