Pater Roy berichtet
Schule arbeitet sehr erfolgreich

Nottuln -

Nottuln hilft in Haiti. Und diese Hilfe kommt an. Das hat Pater Roy sehr anschaulich dargestellt.

Freitag, 24.08.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 24.08.2018, 19:00 Uhr
Pater Roy informierte die Zuhörer über den Sachstand im Bildungszentrum und Internat „Stiftung Johannes Paul II“ in Jacmel. Über die Fortschritte freute sich auch Erich Rump von der Kindernothilfe, der selbst vor einiger Zeit in Jacmel gewesen war.
Pater Roy informierte die Zuhörer über den Sachstand im Bildungszentrum und Internat „Stiftung Johannes Paul II“ in Jacmel. Über die Fortschritte freute sich auch Erich Rump von der Kindernothilfe, der selbst vor einiger Zeit in Jacmel gewesen war. Foto: Iris Bergmann

„Ja, die Bäume sind gewachsen, und die Kinder sind auch gewachsen“, reagierte Pater Pierre Roy schmunzelnd auf das Staunen Erich Rumps über das viele Grün auf dem Foto von der Schule in Jacmel auf Haiti. Als der Nottulner seinerzeit dort war, war das Gebäude noch im Bau und rundherum gab es nur Sand und Schutt. Wenn am 3. September dort die Schule wieder losgeht, werden 310 Schülerinnen und Schüler lernen. Über das Bildungszentrum, aber auch die allgemeine Situation auf Haiti berichtete der Pater am Donnerstagabend im katholischen Pfarrheim.

Der Aktionskreis Joao Pessoa und die Kindernothilfe Nottuln haben in den vergangenen acht Jahren, seit dem großen Erdbeben von 2010, dem Projekt in Jacmel viel Geld zukommen lassen. Und das ist definitiv angekommen, denn sowohl die Organisation als auch die Verwaltung des Projektes liegt einzig in den Händen von Pater Roy.

Das Bildungszentrum und Internat „Stiftung Johannes Paul II“, wie es offiziell heißt, genießt einen guten Ruf. Während an den staatlichen Schulen 75 Prozent der Schüler die vorgeschriebenen Prüfungen, die sie während der Jahre ihrer Schullaufbahn absolvieren müssen, nicht schaffen, kommen die Jacmel-Schüler allesamt durch. Sie bekommen statt der vorgeschriebenen 98 Unterrichtsstunden im Monat 132. „Wir können unser eigenes Programm machen. Weil wir kein Geld vom Staat bekommen, sind wir unabhängig“, erklärte Pater Roy. Der Erfolg gibt dem Programm recht.

Die Familien der Kinder in Jacmel sind sehr arm, die Mütter meist alleinerziehend, weil die Väter in der benachbarten Dominikanischen Republik arbeiten. Die Mütter arbeiten, die Kinder sind sich selbst überlassen. Und wenn sie in eine Schule gehen können, wird diese nicht nach ihrem Lernstandard ausgesucht, sondern danach, ob es Mahlzeiten gibt. „Die Kinder schlafen manchmal im Unterricht ein oder sie kippen einfach um“, erzählt Pater Roy. „Weil sie nichts gegessen haben.“

In der Stiftung bekommen sie gute Mahlzeiten. Das entpuppte sich jedoch als ein hoher Kostenfaktor, berichtete Pater Roy. „Die Lebensmittel sind teuer, weil auf Haiti alles importiert werden muss.“ Inzwischen hat die Schule ein Grundstück gepachtet, das sie selbst bewirtschaftet. „Jetzt haben wir Mais, Gemüse, Obst und Bananen.“ Während der Ferien, wenn die Nahrungsmittel nicht gebraucht werden, verkauft die Schule diese und erzielt damit Einnahmen.

Ganz oben auf der Agenda von Pater Roy steht nun die Errichtung eines Kindergartens. Aber: „Wir haben das Geld noch nicht. Wir haben nur die große Hoffnung, Freunde zu finden, die uns helfen.“

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