Gemeinsame Vortragsveranstaltung
Plastik ist robust – die Erde nicht

Nottuln -

Kristin Druwenbeck vom Verein „Vamos Münster“ brachte mit ihrem Vortrag „PlanetPlastic – Erdöl. Macht. Müll“ licht in das Thema „Plastik“. Das Interesse der Nottulner war groß.

Mittwoch, 03.10.2018, 14:16 Uhr aktualisiert: 05.10.2018, 19:04 Uhr
Freuten sich über die vielen Zuhörer (v.l.): Hugo Hattrup (Aktionskreis Joao Pessoa), Gabriele Mense-Viehoff (Lokale Agenda) und Referentin Kristin Druwenbeck.
Freuten sich über die vielen Zuhörer (v.l.): Hugo Hattrup (Aktionskreis Joao Pessoa), Gabriele Mense-Viehoff (Lokale Agenda) und Referentin Kristin Druwenbeck. Foto: Lina Teltz

Klar ist: Plastik ist nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Es ist allgegenwärtig, jeder trägt es und jeder besitzt es. Vielen ist allerdings nicht klar, welche Auswirkungen Plastik auf den Menschen und die Umwelt hat. Licht in das Thema brachte am Montagabend Kristin Druwenbeck vom Verein „Vamos Münster“ mit ihrem Vortrag „PlanetPlastic – Erdöl. Macht. Müll“. Das Interesse der Nottulner war groß, zahlreiche Bürger waren in die Alte Amtmannei gekommen.

Zu diesem Themenabend eingeladen hatten die Lokale Agenda, der Aktionskreis Joao Pessoa, die Kolpingsfamilie Nottuln, die Friedensinitiative Nottuln sowie das Nottulner Klimanetz.

„Ich bin positiv überrascht. Nottuln ist ja bereits seit 2015 Fairtrade-Gemeinde und nimmt aktuell auch wieder am European Energy Award teil. Das ist ein toller Anfang“, lobte Kristin Druwenbeck die Gemeinde für ihre Nachhaltigkeitsarbeit. Dennoch gebe es viele Möglichkeiten, dass jeder einzelne Bürger zur Nachhaltigkeit beitragen könne.

Gleich zu Beginn kündigte die Referentin an, keinen gewöhnlichen Vortrag zu halten, sondern einen interaktiven Themenabend gestalten zu wollen. Dessen Ziel solle es sein, die Zuhörer für Alternativen zum Endprodukt Plastik und für Visionen für einen nachhaltigen Umgang mit endlichen Rohstoffen zu sensibilisieren.

Der konkrete Anlass für diesen Vortrag sei der vergangene Dürresommer gewesen. „Wir alle haben den heißen, trockenen Sommer miterlebt und die Bilder von zerstörten Ernten und Naturkatastrophen gesehen. Doch keiner fragt sich, was unser Konsum damit zu tun hat“, trat die Rednerin gleich zu Beginn eindringlich an das Publikum heran. Mit der Einblendung eines vorgetragenen Gedichtes der Künstlerin Rita Apel machte die Referentin auf die Herstellung von Plastik und die damit verbundenen Umweltprobleme und Gesundheitsrisiken für Tier und Mensch aufmerksam. Plastik zersetze sich in den Weltmeeren in kleinste Teilchen (Mikroplastik), die dort von Tieren und Pflanzen aufgenommen werden und im Endeffekt wieder auf „unserem Teller“ landen. „Dein Duschgel kommt zu dir zurück. Vielleicht beim Heringsessen“, formuliert Rita Apel in ihrem Gedicht treffend.

Doch nicht nur Plastik an sich, sondern auch die Förderung und Verarbeitung der Rohstoffe sei problematisch, betonte Kristin Druwenbeck, die auch Promoterin der Eine-Welt-Vereinigung ist. „Vielen ist gar nicht bewusst, dass die Förderung von Erdöl mit Umweltkatas­trophen, der Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten sowie der Zerstörung der dortigen Vegetation verbunden ist“, machte die Vortragende auf die kritische Lage in den Fördergebieten aufmerksam.

Während des Vortrages herrschte im Saal der Alten Amtmannei immer wieder ein enormer Diskussionsbedarf. Das bemerkte auch Druwenbeck, die ihren Vortrag daher mehrmals für Diskussionsrunden unterbrach. Diese konnten die Anwesenden zum Meinungsaustausch nutzen, oder aber um sich die mitgebrachten, textilen Informationstransparente anzuschauen, die über die gesundheitlichen Folgen von Plastik und über Produktzyklen aufklärten.

Die Referentin beendete den Vortrag, indem sie praktische Alternativen zu den herkömmlichen Plastikprodukten aufzeigte. „Die meisten wissen gar nicht, dass man viele Produkte ganz einfach und natürlich ersetzen kann: Kastanien statt Waschmittel, Roggenmehl statt Shampoo. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch der Gesundheit. Die Lösung ist oft so einfach.“

Das Duschgel kommt zu Ihnen  zurück. Vielleicht beim Heringsessen.

Rita Apel in ihrem Gedicht über die Auswirkungen von Mikroplastik
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