Weihnachtsgeschichte im Möbelhaus
Auf dem Sofa kuscheln und zuhören

Nottuln -

Dass die szenische Lesung der Geschichte des englischen Autors Dickens nicht auf der Bühne im Forum stattfand, war vom Kunst-und-Kultur-Team so gewollt. „Weil wir es gemütlich haben wollten, im Sessel bei einem Gläschen Wein“, erzählt die erste Vorsitzende des Vereins, Ulla Wolanewitz.

Sonntag, 23.12.2018, 18:00 Uhr
Christoph Tiemann (r.) und das Theaterensemble „Ex Libris“ erheiterten die Zuschauer mit einer szenischen Lesung der Weihnachtsgeschichte des englischen Autors Charles Dickens.
Christoph Tiemann (r.) und das Theaterensemble „Ex Libris“ erheiterten die Zuschauer mit einer szenischen Lesung der Weihnachtsgeschichte des englischen Autors Charles Dickens. Foto: Iris Bergmann

Weihnachten ist Humbug“, findet Ebenezer Scrooge (sprich: Skruhdsch), der geizige und freudlose Geschäftsmann in Charles‘ Dickens Weihnachtsgeschichte, der durch Geister zum Besseren bekehrt wird.

Die vielen Frauen und Männer, die es sich auf den Stühlen und in den Sesseln im Geschäft von Polstermöbel Ahlers in Nottuln gemütlich gemacht hatten, waren da ganz anderer Meinung. Sie hatten die Einladung des Vereins Kunst und Kultur Nottuln nur zu gern angenommen, sich mit Christoph Tiemann und seinem Ensemble „Ex Libris“ auf ein schönes Weihnachtsfest einzustimmen.

Dass die szenische Lesung der Geschichte des englischen Autors Dickens nicht auf der Bühne im Forum stattfand, war vom Kunst-und-Kultur-Team so gewollt. „Weil wir es gemütlich haben wollten, im Sessel bei einem Gläschen Wein“, erzählt die erste Vorsitzende des Vereins, Ulla Wolanewitz . Der große Ausstellungsraum an der Appelhülsener Straße war ausverkauft. Nahezu jeder Stuhl, jeder Sessel und die Sofas waren besetzt, auf den Beistelltischen standen Gläser mit Wasser, Wein oder Bier, je nach individuellem Geschmack.

Die Gemütlichkeit war schnell hergestellt. Was dann kam, war zwar eine besinnliche, „aber doch recht schaurige Weihnachtsgeschichte“, wie Kabarettist und Schauspieler Christoph Tiemann prophezeite. Er sollte recht behalten. Und dafür sorgte nicht nur Tiemann selbst, sondern auch seine „Mitvorleser“ Markus von Hagen, Urs von Wulfen, Sarah Giese und Tilmann Rademacher. Das Quintett verstand es, auf perfekte Weise die gut 20 verschiedenen Charaktere der Dickens-Geschichte zu lesen, ihnen ihre ganz eigenen persönlichen Stimmen zu geben. Sei es quietschend hoch und freudig wie von Scrooges Schwester Fan oder gar vibrierend und unheilvoll wie die vom Geist des toten Scrooge-Kompagnons Jacob Marley. Abgerundet wurde das mit den passenden Hintergrundgeräuschen des Tonmeisters: Käuzchengeschrei, Glockengeläut, prasselndes Kaminfeuer.

Das Publikum genoss es auf seine ganz eigene Weise: Der eine oder andere schloss die Augen und ließ die atmosphärischen Geräusche und Stimmen auf sich wirken. Wieder andere schauten gespannt auf die Gestik und Mimik der Vorleser. „Das war ja wie früher Kassetten hören und dabei auf dem Sofa kuscheln“, beschrieb es treffend Ulla Wolanewitz. Und Christoph Tiemanns Lieblingssatz aus der Weihnachtsgeschichte ergänzte dieses Gefühl perfekt: „Es ist bisweilen gut, ein Kind zu sein.“

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