Friedensinitiative Nottuln
Nottuln soll ein Zeichen setzen

Nottuln -

Das Schicksal der Flüchtlinge im Mittelmeer lässt der Nottulner FI keine Ruhe. Sie hat deshalb nun einen Antrag an den Gemeinderat gestellt.

Donnerstag, 10.01.2019, 06:00 Uhr
Ein Mitarbeiter der spanischen NGO „Proactiva Open Arms“ hebt während einer Rettungsmission vor der libyschen Küste ein Kind von einem überfüllten Flüchtlingsboot. Die Nottulner FI beantragt, dass die Gemeinde weitere Flüchtlinge aufnimmt.
Ein Mitarbeiter der spanischen NGO „Proactiva Open Arms“ hebt während einer Rettungsmission vor der libyschen Küste ein Kind von einem überfüllten Flüchtlingsboot. Die Nottulner FI beantragt, dass die Gemeinde weitere Flüchtlinge aufnimmt. Foto: Santi Palacios/dpa

„Die Gemeinde Nottuln übernimmt Verantwortung und signalisiert – wie über 30 andere deutsche Kommunen auch – angesichts der dramatischen Situation auf dem Mittelmeer, weitere Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren.“ Dies möchte die Friedensinitiative Nottuln (FI) erreichen. Sie hat deshalb, wie sie am Mittwoch mitteilte, einen Bürgerantrag an den Gemeinderat der Bürgermeisterin zugeleitet.

In dem Antragstext heißt es: „Der Rat bittet die Bürgermeisterin der Gemeinde Nottuln, einen Brief an die Bundeskanzlerin zu schicken. Wie die Oberbürgermeister von Düsseldorf ( Thomas Geisel , SPD), Bonn (Ashok Sridharan, CDU) und Köln (Henriette Reker, parteilos) bietet die Nottulner Bürgermeisterin in diesem offenen Brief an, weitere Flüchtlinge in Nottuln aufzunehmen. Nottuln kann und will helfen bei der Umsetzung des Rechts auf Asyl und bei der Integration Geflüchteter.“ So zeige sich Nottuln hilfsbereit und solidarisch mit den sich in akuter Not befindenden Menschen auf den Seenotrettungsschiffen im Mittelmeer, erklärt die FI in ihrer Stellungnahme. Begrenzt könne die Gemeinde helfen und einen Flüchtling oder eine Familie zusätzlich aufnehmen.

Gleichzeitig, so der Antrag der FI, setze Nottuln damit ein eindeutiges Zeichen „gegen die vermeintlich herrschende Stimmung, dass Zäune und Mauern statt eines gerechten europäischen Verteilsystems die Not der Geflüchteten lösen könnten“. Bis eine europäische Lösung mit allen Beteiligten vereinbart sei, sei es dringend geboten, die Seenotrettung im Mittelmeer wieder zu ermöglichen und die Aufnahme der geretteten Menschen zu sichern. Über 2200 Menschen seien 2018 im Mittelmeer ertrunken, berichtet Marion Rosué-Beckers, Vorsitzende der FI und auch in der Flüchtlingsarbeit in Nottuln aktiv. Dies könne niemanden kalt lassen.

Jürgen Hilgers-Silberberg weiß zu berichten, dass der Deutsche Städtetag hinter dem Anliegen ihrer Kommunen steht, hier nicht zuzuschauen, sondern aktiv zu werden. „Solange Menschen auf der Flucht im Mittelmeer sterben, muss es intensive politische Anstrengungen geben, dieses Drama zu lösen. Der Deutsche Städtetag hält es deshalb für eine große Geste, dass deutsche Städte ein Signal für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter setzen wollen“, zitiert die FI Verena Göppert, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Städtetages, in ihrem Schreiben an den Rat.

Marion Rosué-Beckers und Jürgen Hilgers-Silberberg suchten im Vorfeld schon das Gespräch mit der Flüchtlingsinitiative in Nottuln. Nun hoffen sie auch auf eine konstruktive Debatte über diesen Antrag im Gemeinderat und in der Bevölkerung. Jürgen Hilgers-Silberberg: „Es gilt, ein Zeichen der Menschlichkeit und der Humanität zu senden. Auch aus Nottuln!“

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