Freiwilliges soziales Jahr
Helfen am anderen Ende der Welt

Nottuln -

Der Nottulner Schüler Lukas Sydow will nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr in einem Altenheim in Peru machen. Schon jetzt freut er sich darrauf, viele Erfahrungen mit den Menschen in einem für ihn fremden Land zu sammeln.

Freitag, 11.01.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 10:52 Uhr
Der Nottulner Gymnasiast Lukas Sydow wird nach dem Abitur für ein Jahr nach Peru gehen und dort in einem Altenheim mitarbeiten.
Der Nottulner Gymnasiast Lukas Sydow wird nach dem Abitur für ein Jahr nach Peru gehen und dort in einem Altenheim mitarbeiten. Foto: Iris Bergmann

„Ich weiß nicht, wie ich sein werde wenn ich wiederkomme. Ich weiß aber, dass die Veränderung positiv sein wird.“ Lukas Sydow ist davon fest überzeugt. In wenigen Tagen wird der Nottulner 18 Jahre. In wenigen Wochen wird er sein Abitur am Rupert-Neudeck-Gymnasium ablegen. In wenigen Monaten wird er seine Koffer packen und für ein Jahr nach Peru gehen. So ist der Plan. Darauf freut er sich extrem und das erkennt, wer in sein Gesicht schaut.

Lange geplant

Peru ist nicht gerade um die Ecke. Was treibt einen so jungen Nottulner Abiturienten auf die andere Seite des Atlantiks? Ganz sicher keine Abenteuerlust, das macht Lukas Sydow deutlich. Dafür hat er sich viel zu lange und intensiv mit seinem Vorhaben beschäftigt. Er wusste, dass er nach dem Abi nicht sofort ins Studium einsteigen wollte. „Die erste Idee war dann natürlich ,Work and Travel‘ zu machen, wie so viele das tun“, gibt er zu. Aber das verwarf er schnell.

Was genau dort meine Aufgabe ist, wird sich vor Ort zeigen.

Lukas Sydow

Schließlich führte ihn seine Recherche auf die Seite des Freiwilligendienstes „Weltwärts“, das zu 75 Prozent vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. Unter diesem Freiwilligendienst finden sich zahlreiche soziale Projekte in der ganzen Welt, die auf Helfer setzen und sich aus Spenden finanzieren. Auf Projekte in Peru kam Lukas, weil sein Onkel einige Zeit dort im Land war. „Er konnte mir viele Tipps geben“, erzählt Lukas. Das Hilfsprojekt, bei dem er sich letztendlich vorstellte, ist der Deutsche Verein „amntena“, der seit 1984 gemeinnützig ist und in Peru, sowie auch in Bolivien und Chile ausgegrenzten Menschen Zukunftsperspektiven bietet. „Amntena“ unterstützt Einrichtungen wie Kindergärten oder auch Altenheime. Und in so einem Altenheim wird Lukas arbeiten.

Höhenluft

Der Ort heißt Cuzco und ist die drittgrößte Stadt Perus. „Sie liegt in den Anden auf über 3300 Meter Höhe“, weiß Lukas. Ihm wurde bereits geraten, von der Hauptstadt Lima nicht das Flugzeug zu nehmen, sondern mit dem Bus dorthin zu fahren, um sich allmählicher an die Höhe zu gewöhnen. Aber das sind nur die kleinen Tipps am Rande. Nachdem Lukas Bewerbung bei der Organisation positiv beantwortet wurde, hat er Vorbereitungstreffen besucht. Mit ihm werden 24 weitere Abiturienten aus Deutschland im August nach Peru, Bolivien oder Chile fliegen, um sich dort zu engagieren. Vier davon werden, wie Lukas, auch in Cuzco eingesetzt. „Wir werden in einer WG wohnen“, freut sich der junge Nottulner.

Alltag teilen

„Was genau dort meine Aufgabe ist, wird sich vor Ort zeigen“, meint er. Dabei werde schon darauf geachtet, wo die Neigungen und Talente liegen. Wichtig ist Lukas, dass er seinen Einsatz als das sieht, was es ist: ein Lerndienst. „Nur weil ich Abi habe und in einem Land lebe, das mir alle Möglichkeiten bietet, heißt das nicht, dass ich da ankomme und alles besser machen will“, sagt er deutlich. Im Gegenteil: er sei dankbar und wolle einfach mit den Menschen den Alltag teilen, sie unterstützen und selbst Erfahrungen sammeln.

Dafür ist er für ein Jahr fern von seiner Familie in Nottuln. Er ist sich sicher: „Heimweh wird es bestimmt mal geben.“ Vater, Mutter und drei jüngere Schwestern warten hier auf ihn und dürften auch gespannt sein, wie der Lukas sein wird, der nach einem Jahr in Peru nach Haus zurückkehrt.

Zum Thema

Wer etwas spenden möchte kann dies für amntena e.V. unter der Kontonummer IBAN DE90 6669 2300 0033 6495 17 unter dem Stichwort: „FW Lukas Sydow“.

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