Nachgefragt
„Charlotte kennt jetzt jeder“

Nottuln -

Mit seinem Schicksal hat Michael Pöppelmann viele Menschen bewegt. „Die Resonanz ist nur positiv“, erzählt der Nottulner. Sein nun wieder unbeschwertes Leben verdankt der 60-Jährige einer Nierentransplantation.

Donnerstag, 17.01.2019, 06:00 Uhr
Michael Pöppelmann wirbt für die Organspende.
Michael Pöppelmann wirbt für die Organspende. Foto: Ludger Warnke

Dass ihn der ein oder andere Bekannte ansprechen würde, damit hatte Michael Pöppelmann gerechnet. Dass der Bericht der WN-Lokalredaktion über seine Nierentransplantation aber solche Wellen schlägt, das kam für den 60-Jährigen dann doch überraschend. „Charlotte kennt jetzt jeder“, schmunzelt Pöppelmann.

Seine Frau habe Heiligabend noch ein paar Besorgungen erledigen müssen und sei beim Einkauf ständig auf den Zeitungsbericht angesprochen worden, erzählt der Nottulner. „Jeder hatte den WN-Artikel gelesen.“

Unter dem Titel „Charlotte wird ein Jahr alt“ hatte die WN in der Heiligabendausgabe berichtet, dass genau am 24. Dezember 2017 eine Nierentransplantation bei Michael Pöppelmann durchgeführt worden war. Die Operation glückte. Die neue Niere erhielt den Namen „Charlotte“. Ein Jahr später geht es Michael Pöppelmann wieder gut. Das Leben hat durch die Organtransplantation wieder eine Zukunft bekommen.

„Ich bin von ganz vielen Menschen in Nottuln und auch in Münster angesprochen worden und habe nur positive Resonanz bekommen“, freut er sich. Viele hätten ihm geschildert, dass sie sein Schicksal zum Anlass genommen hätten, sich mit dem Thema ernsthaft zu beschäftigen. „Noch am Dienstag sprach mich deshalb ein älteres Ehepaar an.“

Das Thema „Organspende“ aus der Tabuzone zu holen, das ist dem Nottulner als Betroffener sehr wichtig. In vielen Gesprächen habe er großen Respekt vor dem Thema gespürt, auch Unsicherheit. Deshalb sei es wichtig, sich frühzeitig damit zu beschäftigen und die eigene Position zu klären.

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn favorisierte Widerspruchslösung, wonach künftig jeder Deutsche automatisch ein Organspender ist, solange er oder seine Angehörigen nicht ausdrücklich widersprechen, begrüßt Michael Pöppelmann als Betroffener sehr. Auch wenn zuletzt die Organspenderzahlen gestiegen seien, gebe es immer noch zu wenig Spender. Für viele Betroffene sei die Organspende letztlich der einzige Weg zum Weiterleben.

Darüber anhand seines eigenen Schicksals zu informieren, das möchte Michael Pöppelmann auch weiter tun. In Kürze übrigens im Fernsehen. Nach der WN-Berichterstattung ist der WDR auf den Nottulner aufmerksam geworden. Nächste Woche kommt ein Kamerateam, um ihn für einen Beitrag in der Lokalzeit zu interviewen.

 

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