Bedarf an Kita-Plätzen wächst
Dramatische Entwicklung

Nottuln -

Die Gemeinde Nottuln wird in 2019 voraussichtlich mehr als 900 000 Euro für Kinderbetreuungsplätze ausgeben. Und die Summe wird weiter steigen, da auch der Bedarf an Kita-Plätzen weiter wächst.

Montag, 28.01.2019, 06:00 Uhr
In Nottuln ist der Bedarf an Kita-Plätzen weiter steigend. Ohne Kita geht für berufstätige Eltern nichts. Umso wichtiger, dass sie eine Einrichtung finden, in der sich die Kinder wohlfühlen.
In Nottuln ist der Bedarf an Kita-Plätzen weiter steigend. Ohne Kita geht für berufstätige Eltern nichts. Umso wichtiger, dass sie eine Einrichtung finden, in der sich die Kinder wohlfühlen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Die griechische Mythologie kennt Sisyphos als einen von den Göttern in die Unterwelt verbannten König. Dort muss er zur Strafe einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen. Und fast am Gipfel angekommen, rollt der Felsblock jedes Mal wieder ins Tal. Vor einer ähnlich schweren und scheinbar nie endenden Aufgabe steht auch die Gemeinde Nottuln. Das hat aber weniger mit Göttern als vielmehr mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz und dem gesellschaftlichen Wandel zu tun. Der Bedarf an Kita-Plätzen in der Gemeinde steigt weiter an. Eine Entwicklung, die in ihrem Ausmaß von der Gemeindeverwaltung gar als „dramatisch“ bezeichnet wird.

Dabei hat Nottuln in den vergangenen Jahren ein durchaus beachtliches Ausbauprogramm an Kita-Plätzen mitfinanziert. Entsprechend gestiegen sind auch die jährlichen Zuschusszahlungen an die Kindergartenträger. Für 2019 gewährt die Gemeinde laut Haushaltsentwurf 728 000 Euro Betriebskostenzuschüsse, die direkt an die Kita-Träger gehen. Hinzu kommen weitere Zahlungen für den Kita-Bereich, sodass die Gemeinde letztlich mehr als 900 000 Euro für Kinderbetreuungsplätze ausgibt. Und weitere Ausgaben sind absehbar.

Mit diesem Themenkomplex beschäftigt sich am morgigen Dienstag (29. Januar) der Sozialausschuss der Gemeinde. In der öffentlichen Sitzung (Beginn 18 Uhr, von-Aschebergsche Kurie) steht einmal mehr die Kindergartenbedarfsplanung auf der Tagesordnung. Die Situation in den einzelnen Ortsteilen ist unterschiedlich.

Im Ortsteil Nottuln herrscht weiter ein Mangel an Kita-Plätzen, obwohl im vergangenen Jahr der Drei-Gruppen-Neubau der DRK-Kita „Weltentdecker“ am Elisabeth-Schwarzhaupt-Weg in Betrieb genommen wurde und das Zwei-Gruppen-Provisorium auf der Gemeindewiese für weitere zwei Jahre fortgeführt wird. Abhilfe schaffen soll ein Kita-Neubau im Bereich „Nottuln-Nord“. Ein Grundstück ist gefunden, das DRK steht als Träger fest, die Investorenfrage ist aber noch offen, informiert die Gemeindeverwaltung.

Aktuell (Stand 15. Januar) können die zurzeit vorliegenden Bedarfe im Ortsteil Nottuln nur mit Überbelegungen der hiesigen Kitas und freien Plätzen in Appelhülsen gedeckt werden.

Im Ortsteil Appelhülsen helfen aktuell drei Provisorien, den Bedarf an Kita-Plätzen zu decken. Neben den Gruppen am Marienplatz und an der Marienschule kam im vorigen Jahr die DRK-Kita „Abenteuerland“ (zwei Gruppen) auf dem Sportgelände hinzu. Dauerhafte Kita-Plätze sollen durch einen Vier-Gruppen-Neubau an der Lindenstraße/Erweiterung Hellersiedlung geschaffen werden. Die Baugenehmigung liegt vor, das DRK steht als Träger fest. „Trotzdem ist zu befürchten, dass die neue Einrichtung, selbst bei zügigstem Bauverlauf, nicht mehr im Jahr 2019 in Betrieb gehen wird“, so die Gemeindeverwaltung. Die drei Übergangslösungen in Appelhülsen seien daher weiter erforderlich.

In Schapdetten wird wegen der angespannten Bedarfslage der neue Mehrzweckraum der Kita St. Bonifatius vorübergehend als vierter Gruppenraum genutzt. Die Gemeinde stellt außerdem verstärkt der Kita die Turnhalle zur Verfügung. Nach Einschätzung des Kreisjugendamtes könnten damit alle Kinder versorgt werden.

Schwieriger ist die Situation im Ortsteil Darup, wo die dortige Marien-Kita bereits seit längerer Zeit als Fünf-Gruppen-Einrichtung betrieben wird, obwohl ein notwendiger Mehrzweckraum fehlt. Bezüglich dieses fehlenden Raumes führen politische Gemeinde, Kirchengemeinde (Träger) und „Hof Schoppmann“ Gespräche. Nach Einschätzung des Kreisjugendamtes ist in Darup mit einem weiteren Bedarf an Kita-Plätzen zu rechen, der mit reinen Überbelegungen nicht zu decken sei. Es gibt daher die Idee, zum Kindergartenjahr 2019/ 2020 einen Waldkindergarten (eine Gruppe) einzurichten. Die Kosten dafür gehen zu Lasten der Gemeinde, kündigt die Verwaltung schon mal an.

Zum Thema

Weitere Themen im Sozialausschuss sind: Antrag DJK Nottuln (Sportgeräteausstattung für Leichtathletikabteilung), Änderung der Kulturförderrichtlinien, Anmeldesituation Grundschulen/Festlegung der Klassenrichtzahlen; Beratung des Haushaltsentwurfes 2019.

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