Kultur in Nottuln
Voller Lebenslust

Nottuln -

Die Farbe ist ein Charakteristikum der Kunst von Ben Kamili: dick und pastos aufgetragen, belebt sie die Leinwände. Die beeindruckenden Bilder von Ben Kamili sind nun auch in Nottuln zu sehen.

Dienstag, 05.02.2019, 18:30 Uhr
Dr. Gabriele Hovestadt begrüßte Ben Kamili zur Eröffnung einer Ausstellung mit einigen seiner Werke.
Dr. Gabriele Hovestadt begrüßte Ben Kamili zur Eröffnung einer Ausstellung mit einigen seiner Werke. Foto: Ulla Wolanewitz

Zwischen Korea und Katar machen seine Bilder als „Frühlingsboten“ Zwischenstation in den Baumbergen. Diesen Titel trägt die Ausstellung von Ben Kamili , die am Sonntag in der Galerie Hovestadt eröffnet wurde.

Im spannenden Dialog stellten Galeristin Dr. Gabriele Hovestadt und der Künstler den Maler und seine Exponate vor. „Seine Bilder mit ihrer enormen Leuchtkraft funktionieren mit Hintergrund“, erklärte die Galeristin. Deshalb hätten sie auch eine farbliche Umgestaltung der Wände eingefordert. Dabei hatte der Künstler selber Hand angelegt, bestens begleitet und unterstützt von Junior Jasper Hovestadt.

Es ist der opulente Farbauftrag seiner realistisch, perfektionistisch angelegten Bilder, die eine starke Wirkung auf den Betrachter haben, mitunter, weil es Kamili mit dieser Technik gelingt, seine Motive in eine vitale Dreidimensionalität zu überführen. Die Farbe ist ein Charakteristikum seiner Kunst: dick und pastos aufgetragen, belebt sie die Leinwände, die sich in Farbreliefs voller Lebenslust verwandeln. Sie zeigen Blumen in Hülle und Fülle, Parks mit Architektur und Skulpturen im Stil des Neoklassizismus sowie Insel- oder Auenlandschaften.

„Seine Bilder sind Energiebündel, Konzentrat an Bewegung, Gegenbewegung, Groß- und Kleinstruktur, Verweis und Sog“, machte Dr. Gabriele Hovestadt deutlich. „Es geht nicht um das Gesehene, es geht um das Erschauen.“

In seiner ersten Heimat Mazedonien studierte der deutsch-albanische Künstler zunächst Werkstoff-Wissenschaften. Familiäre Gründe führten ihn 1991 nach Berlin. Da ihm dort zunächst weder Schulabschluss noch Studium anerkannt wurden, ließ er sich zum Krankenpfleger und Pflegedienstleiter ausbilden. Zehn Jahre arbeitete er in diesen Berufen, wobei er niemals den Kontakt zur Malerei verlor. Als sich ihm später dann doch noch die Möglichkeit eröffnete, an der Universität der Künste zu studieren, „war das für mich wie ein Lottogewinn“.

Es ist die Pleinair-Malerei unter freiem Himmel mit ihren natürlichen Licht- und Schattenverhältnissen, die ihn ebenso fasziniert wie fordert. Auch, wenn sich bei Temperaturen von minus 20 Grad in Finnland die Farbe kaum bewegen lässt, während sie ihm im Sommer in Korea fast davonfließt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23. März zu sehen. Mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr.

 

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