Liebfrauenschule Nottuln
Einsatz für mehr Menschlichkeit

Nottuln -

Die Liebfrauenschule in Nottuln nimmt an einem Zertifizierungsverfahren „Humanitäre Schule“ teil. Einen ersten Baustein für diese Auszeichnung absolvierte nun die Klasse 10c.

Mittwoch, 06.02.2019, 21:00 Uhr
Einige Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c der Liebfrauenschule präsentieren Materialien zum Planspiel „h.e.l.p.“ (Humanitäres Entwicklungs- und Lernprojekt).
Einige Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c der Liebfrauenschule präsentieren Materialien zum Planspiel „h.e.l.p.“ (Humanitäres Entwicklungs- und Lernprojekt). Foto: Liebfrauenschule

Die Liebfrauenschule möchte zum zweiten Mal als „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet werden. Deshalb nimmt die Klasse 10c unter Leitung ihrer Politiklehrerin Eva-Maria Meyer an einer Zertifizierungskampagne des Jugendrotkreuz-Landesverbandes Westfalen-Lippe teil, teilte die Schule nun mit.

Jetzt wurde von den Schülern der erste Baustein der Zertifizierung absolviert: Sie führten an einem Schulvormittag – selbstständig und ohne Beteiligung von Lehrern – ein Planspiel durch. Zu diesem Zweck hatten sich bereits im Dezember zwei Schülerinnen der Klasse an einem Wochenende zu sogenannten „Humanitären Scouts“ ausbilden lassen. Als solche fungierten sie nun als Spielleiter für das Planspiel „h.e.l.p.“ („Humanitäres Entwicklungs- und Lernprojekt“), ein Rollenspiel für Schüler ab 15 Jahren.

Die Spielsituation ist komplex. Es geht um einen Konflikt zwischen dem fiktiven afrikanischen Staat Malea und seiner Provinz Lufar, in den auch die Nachbarländer Nongi und Bonin sowie Deutschland hineingeraten, beschreibt die Schule das Szenario. Unruhen zwischen Rebellen und Milizen sowie die Entdeckung von Erdölressourcen führen zu einer humanitären Krise mit fast einer Million Toten und ca. 2,5 Million Vertriebenen. Mittlerweile sind 500 000 Flüchtlinge in den Lagern des Internationalen Roten Kreuzes untergebracht.

Die Vereinten Nationen bilden zur Lösung des Konfliktes einen Unterausschuss, zu dem alle beteiligten Länder und Organisationen eingeladen sind. Die Presse berichtet über die Spannungen.

Das Planspiel begann am Schulvormittag mit einem dreiminütigen Nachrichtenvideo, in dem die Schüler über die Konfliktsituation informiert wurden. Sie bildeten sieben Gruppen und erarbeiteten mit Hilfe eines „Storyboards“ Details und Strategien. Dann versetzten sie sich in die Lage von Delegierten, die in Verhandlungen und Konferenzen gemeinsam Lösungsmöglichkeiten diskutierten. Letztlich mussten insbesondere die Beauftragten für das Land Malea sowie für die Provinz Lufar in den Verhandlungen um Kompromisse ringen, die am Ende des Tages in einer Abschlusskonferenz verkündet wurden.

„Die Tatsache, dass die fiktive Situation auf einer wahren Begebenheit beruht, schafft einen starken Anreiz für die Schüler, sich mit Konfliktbewältigung und Friedenspolitik auseinander zu setzen. Es zeigt sich dabei, dass jeder eine gesellschaftliche Verantwortung trägt und sich durch sein Engagement für mehr Menschlichkeit einsetzen kann“, bilanzierte Lehrerin Daniela Smolka, die an der Nottulner Liebfrauenschule die Kampagne koordiniert.

Im Laufe des zweiten Schulhalbjahres müssen die Schüler als zweiten Baustein ein eigenes soziales Projekt auf die Beine stellen. Ziel der JRK-Kampagne ist es, Jugendlichen die Inhalte des Humanitären Völkerrechts zu vermitteln und Solidarität mit Schwachen zu üben. Schirmherr der Kampagne ist DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters.

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