Menschen in Nottuln
„Sie zweifelte nicht an der Kirche“

Nottuln -

Wenn es um die heilige Jeanne d‘Arc geht, darf man den Nottulner Dr. Markus Büning durchaus als Experten bezeichnen. Intensiv hat er Leben und Wirken der Jungfrau von Orleans erforscht und eine Biografie geschrieben. Insgesamt 478 Seiten stark.

Donnerstag, 07.02.2019, 21:00 Uhr
Dr. Markus Büning mit einem der ersten Exemplare der von ihm verfassten Jeanne d‘Arc-Biografie. Der Nottulner hat schon zahlreiche Schriften zu kirchlichen Themen verfasst.
Dr. Markus Büning mit einem der ersten Exemplare der von ihm verfassten Jeanne d‘Arc-Biografie. Der Nottulner hat schon zahlreiche Schriften zu kirchlichen Themen verfasst. Foto: Ulla Wolanewitz

Sie ist überschaubar: Die Zahl der Laien, die von der Katholischen Kirche heiliggesprochen wurden. Jeanne d‘Arc, die Jungfrau von Orléans, gehört zweifellos zu diesem Kreis der Auserwählten. 1431 in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wurde dieses Urteil 24 Jahre später in einem Revisionsprozess aufgehoben und sie zur Märtyrerin erklärt. Papst Benedikt XV „kanonisierte“ sie, sprach sie 1920 heilig, und „somit wurde von höchster Instanz eingeräumt, dass ihre Verurteilung ein großer Fehler war“, erklärt der Nottulner Dr. Markus Büning .

Seit einigen Tagen hat der Hagiograf, der Verfasser von Heiligenleben, seine neueste Veröffentlichung vorliegen: 478 Seiten stark und fast ein Kilogramm schwer ist seine Biografie, die unter dem Titel „Jeanne d’Arc – Mensch der Kirche – Ein Leben zwischen freiem Gewissen und kirchlicher Bindung“ – im Verlag Christiana erschienen ist.

Auch Markus Büning gehörte zu den jungen Zuschauern, die sich von dem bereits 1948 gedrehten US-amerikanischen Historienfilm – mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle – schon in der Kindheit faszinieren ließen. „Dieses lothringische Bauernmädchen ist für mein In-der-Kirche-Sein von ganz entscheidender Bedeutung. Sie vermag es, dass ich in der Kirche bleiben will“, schreibt der Autor in seinem Prolog und macht damit seine Verehrung deutlich.

Es sind die Nichtkleriker, die Laien unter den Heiligen, denen sich der Nottulner in seinen Forschungsarbeiten widmet. Die Bücherregale in seinem Arbeitszimmer beheimaten etwa drei Meter Literatur allein zu Jeanne d‘Arc. Sie beinhalten Biografien, Verhörakten in verschiedenen Sprachen und jede Menge O-Töne. Jetzt hat er seine eigene Biografie zur Jungfrau von Orléans herausgegeben.

„Sie konnte weder lesen noch schreiben und sogar profane Historiker vertreten die These, dass sie hochintelligent gewesen sein muss“, so der Hagiograf. Markus Büning beleuchtet in seinem Buch den historischen Hintergrund ihres Lebens und Wirkens, ihre Wege zum Sieg, zur Krönung des Kronprinzen Dauphin von Frankreich, skizziert ihr Leben als Lehrerin für die Kirche und ihre Bedeutung für die Kirche von heute. Das Bischofswort zum Geleit stammt aus der Feder von Wolfgang Haas, dem Erzbischof von Vaduz.

Frankreich und England befinden sich bereits im 100-jährigen Krieg, als Jeanne d‘Arc beim Schafe hüten auf dem Feld eine Sendung bekommt, die Stimme des Erzengels Michael hört, die da sagt: „Du musst Frankreich retten!“. Das Land befindet sich seinerzeit unter englischer Besatzung. Die Bevölkerung leidet unter Armut, Hunger und Krankheiten. „Mit ihrer Strahlkraft gelang es ihr, den Kronprinz von ihrer Mission, die Weltordnung, Gerechtigkeit und damit wieder Frieden herzustellen, zu überzeugen“, erklärt Markus Büning. „Er stellte ihr eine Truppe zur Seite und damit gelang es ihr, die Schlacht um Orléans zu gewinnen und Dauphin somit den Weg zur Krönung in Reims freizumachen.“ Nach Recherchen des Nottulners distanzierte sich der König nach dem verlorenen Kampf um Paris von ihr. Sie wurde von den Burgundern gefangenen genommen und den Engländern für Geld überlassen. Beim Inquisitionsprozess lehnte sie einen Verteidiger ab. Ihre Bitte, der Papst möge angerufen werden, wurde abgelehnt. „Das hätte nicht sein dürfen. Das war rechtswidrig“, ist sich Markus Büning sicher.

Was den Hagiografen besonders beeindruckt, ist, dass „sie bis zum letzten Atemzug zu ihrer Sendung stand und nicht an der Kirche zweifelte. Damit gibt sie ein hochaktuelles Beispiel. Heute ist sie Patronin der von der Kirche Verfolgten.“

Zum Thema

Markus Büning, „Jeanne d‘Arc – Mensch der Kirche“, Verlag Chris­tiana (fe-Medienverlag GmbH), 478 Seiten, gebundene Ausgabe, 1. Auflage 1. Februar 2019, ISBN-10: 3717113062, Preis: 17,80 Euro.

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