Aktionskreis Pater Beda
Nottulner gegen Bolsonaro

Nottuln -

Die politische Entwicklung in Brasilien ist für den Aktionskreis Pater Beda ein großer Grund zur Sorge. Der neue Präsident Jair Bolsonaro ist in den Augen von Erich Rump, 2. Vorsitzender des Aktionskreises, klar konservativ-reaktionär und sei eine Gefahr für die soziale Unterstützung von allen Benachteiligten.

Mittwoch, 13.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 18:20 Uhr
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro winkt, während er mit seiner Ehefrau Michelle in einem offenen Rolls Royce durch die Hauptstadt Brasilia fährt. Viele Hilfsorganisation befürchten, dass Bolsonaros Politik ihre Arbeit erschweren wird.
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro winkt, während er mit seiner Ehefrau Michelle in einem offenen Rolls Royce durch die Hauptstadt Brasilia fährt. Viele Hilfsorganisation befürchten, dass Bolsonaros Politik ihre Arbeit erschweren wird. Foto: Alan Morici/dpa

Erich Rump hat Sorge, ja sogar Angst. Der Grund ist die aktuelle politische Lage in Brasilien. Seit etwas mehr als einem Monat ist der ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro im Amt – und treibt den sozial Engagierten Sorgenfalten auf die Stirn. Der Nottulner Erich Rump verfolgt diese Entwicklung mit großem Interesse. Schließlich ist er seit vielen Jahren Vorsitzender der Kindernothilfe Nottuln e.V., die Hilfsprojekte in Brasilien fördert. Außerdem engagiert er sich als 2. Vorsitzender des Aktionskreises Pater Beda für Benachteiligte in Brasilien.

Erich Rump sieht die politischen Veränderungen äußerst kritisch. Auch die kirchlichen Hilfswerke und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seien besorgt, schildert er. Jair Bolsonaro ist in Rumps Augen klar konservativ-reaktionär, sei eine Gefahr für die soziale Unterstützung von allen Benachteiligten in Brasilien. Darauf weist auch Udo Lohoff, Geschäftsführer des Aktionskreises Pater Beda, hin: „Brasilien war schon von der Welthungerkarte der Vereinten Nationen verschwunden. Jetzt kehrt es dorthin zurück.“

Der Ex-Militär Bolsonaro sei gegen Afrobrasilianer, homophob, spreche sich gegen die Ureinwohner aus und verherrliche die frühere Militärdiktatur des Landes, erläutert Rump. Eine Militärdiktatur, die ihn an tägliche Folterungen und Tötungen erinnere, gegen die er schon früher in seiner Zeit bei Amnesty International gearbeitet habe, so der Nottulner.

Rump befürchtet, dass die brasilianische Regierung ihre Förderung von Hilfsprojekten einstellen wird. Einige Projekte sollen schon keine inländischen Gelder mehr erhalten, habe er erfahren. „Damit fallen viele Leute ins Elend zurück“, kritisiert Rump. Zudem seien die Benachteiligten, genauso wie seine Partner in den Hilfsorganisationen vor Ort, zunehmend durch Gewalt gefährdet. Diese nehme in den Großstädten immer weiter zu und werde durch die korrupte Polizei nicht verhindert. Auch die im Aktionskreis Pater Beda engagierten Franziskaner würden angefeindet.

Rump selbst hält jede Woche Kontakt nach Brasilien und reist auch regelmäßig in das Land, um sich zu engagieren. Zuletzt hatte er eine Begegnung mit dem ehemaligen brasilianischen Justizminister Josè Eduardo Cardozo, der sich gegen die Politik des neuen Präsidenten stellt.

„Ich bin durch und durch Brasilien“, erzählt Erich Rump mit Hingabe. Deshalb möchte der Nottulner „Druck machen gegen Bolsonaro“. Zusammen wollen die Hilfsverbände etwas gegen die politische Situation tun. Indem sie zum Beispiel den früheren Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, genannt Lula, für den Friedensnobelpreis nominieren, würden sie eine Blamage für die aktuelle Politik in Brasilien provozieren, sagt Rump.

Lula sei ein Gründungsmitglied der brasilianischen Arbeiterpartei und habe mit verschiedenen Projekten während seiner Amtszeit die extreme Armut verringern können. Im Moment sitze er aber aufgrund von Korruptionsvorwürfen zu Unrecht im Gefängnis und bekomme kein faires strafrechtliches Verfahren, so die Einschätzung des Nottulners.

Das Netz von Hilfsprojekten in Brasilien werde sich zukünftig sicher vermehrt in die Politik einmischen. Erich Rump betont: „Das Wichtigste dabei ist: Inländische und ausländische Organisationen müssen zusammenarbeiten, um die Bedürftigen weiter unterstützen zu können.“

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