SPD Nottuln
Anlieger machen Bedenken klar

Nottuln -

Die SPD Nottuln hat sich mit Kritikern des geplanten Neubaugebietes „Lerchenhain Süd“ und der Windenergie getroffen.

Mittwoch, 20.02.2019, 20:00 Uhr
Das zukünftige Baugebiet „Lerchenhain Süd“ bleibt bei den Anwohnern des Lerchenhains weiter umstritten. Jetzt diskutierten sie mit der SPD über ihre Bedenken.
Das zukünftige Baugebiet „Lerchenhain Süd“ bleibt bei den Anwohnern des Lerchenhains weiter umstritten. Jetzt diskutierten sie mit der SPD über ihre Bedenken. Foto: Frank Vogel

Während einer öffentlichen Fraktionssitzung der SPD Nottuln trafen sich die Ortspolitiker mit Vertretern der Anwohner des Lerchenhains zu einem fast einstündigen Meinungsaustausch. Thematisiert wurden seitens Dr. Peter Bachhausen noch einmal die Bedenken gegen ein zusätzliches Wohngebiet in Nottuln-Süd, berichtet die SPD in einer Pressemitteilung.

Zusammen mit weiteren Anwohnern aus dem Lerchenhain erläuterte Dr. Bachhausen die Sichtweise der dort ansässigen Bürgerinnen und Bürger. Vorrangig sehen diese die Problematik der Verkehrsführung und der Oberflächenentwässerung. Insbesondere im letzten Punkt seien die von der Gemeinde beziehungsweise von der Kreisverwaltung vorgelegten Gutachten nicht rechtssicher.

Man sei mit der Gemeindeverwaltung zwar in einem guten Kontakt und hätte auch Verständnis für die zurzeit außergewöhnliche Belastung des zuständigen Fachbereichs, möchte aber doch zeitnah wissen, wie der aktuelle Planungsstand sei, so Dr. Bachhausen.

In dem konstruktiven Gespräch versprachen die Ratsvertreter der SPD, vor allem in der Bewertung und Rechtssicherheit der Gutachten bei der Verwaltung nachzuhaken und den aktuellen Sachstand abzufragen, heißt es in der Pressemitteilung.

Im weiteren Verlauf der Fraktionssitzung ging es vorrangig um die in Nottuln ausgewiesenen potenziellen Windkraftflächen. Dr. Heinz Kellinghaus aus Schapdetten „war es ein persönliches Bedürfnis, den Vertretern der SPD Nottuln seine kritischen Einschätzungen der gesundheitsschädigenden Auswirkungen von Windrädern darzulegen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

In einem 15-minütigen Vortrag wies er auf schon bestehende Gefährdungen gerade auch in den Planungsfeldern Schapdetten und Buxtrup hin und berichtete von Erkrankungen der Anwohner beziehungsweise gesundheitlichen Belastungen der Mitarbeiter in dort ansässigen Betrieben.

Obwohl er – wie er ausdrücklich betonte – kein Gegner der Windkraft sei, sähe er gerade in dichter besiedelten Gebieten – trotz neuer Gesetzgebungsbestrebungen über Erhöhung der Abstandsflächen – akute Beeinträchtigungen der Gesundheit für die dortige Bevölkerung. Er appellierte an die Ratsvertreter der SPD, ihn in seinem Anliegen zu unterstützen und einer Ausuferung der Windkraftanlagen im Kreis Coesfeld entgegenzuwirken.

Die anschließende Diskussion zeigte allerdings, dass die SPD-Politiker die von Dr. Kellinghaus vorgetragenen Bedenken für Nottuln nicht ohne Weiteres teilten. Der Grund dafür ist die beschränkte Ausweisung von Potenzialflächen und die damit verbundenen gesetzlichen Vorgaben.

Die Erforschung und Studien zu Auswirkungen von Infraschall, die einen Kausalzusammenhang zwischen Erkrankungen wegen der Nähe zu Windkraftanlagen beweisen können, stehen noch am Anfang. Allerdings war man sich einig, die vorgetragenen Gesichtspunkte bei zukünftigen Projekten aufzunehmen und mit in eine kritische Bewertung einzubeziehen, heißt es in der Pressemitteilung.

Zum Schluss stellten die Beteiligten fest, dass die Diskussion auch kritischer Themen mit den Bürgern immer wichtig ist und zu einer ausgewogenen Meinungsbildung beiträgt.

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