Kirchengemeinde St. Martin
Weihbischof soll sehen, was ist

Nottuln -

Für Pfarrdechant Norbert Caßens ist es die erste Visitation, die er als Seelsorger mitmacht. Am 3. und 10. April kommt Weihbischof Dr. Stefan Zekorn in die Gemeinde.

Freitag, 22.03.2019, 19:21 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 19:30 Uhr
Zum ersten Mal nach der Fusion in 2009 findet in der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin eine Visitation durch den Weihbischof statt.
Zum ersten Mal nach der Fusion in 2009 findet in der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin eine Visitation durch den Weihbischof statt. Foto: Pfarrgemeinde St. Martin

Nein, ein pompöses Pontifikalamt mit Prunk und Pracht wird es nicht geben. Wenn Weihbischof Dr. Stefan Zekorn am 3. und 10. April (jeweils Mittwoch) zur Visitation in der Kirchengemeinde St. Martin weilt, dann ist das ein Arbeitsbesuch, den Seelsorger, Pfarreirat und Kirchenvorstand mit Spannung erwarten. Denn schließlich steht auch die Kirchengemeinde St. Martin vor großen Herausforderungen: „Wie kann die Pastoral, die Seelsorge gestaltet werden, wenn wir künftig eine Stelle weniger haben?“, weist Pfarrdechant Norbert Caßens im WN-Gespräch auf den Weggang von Kaplan Marco Klein hin, für den es keinen Ersatz geben wird. „Wir haben dafür noch keine Lösung gefunden.“ Dieses und andere Themen wird die Kirchengemeinde dem Weihbischof vortragen.

Es ist übrigens die erste Visitation der Kirchengemeinde seit der Fusion vor zehn Jahren. Bei der Vorbereitung des Besuches sei man sich schnell einig gewesen: „Der Bischof soll die Gemeinde so kennenlernen, wie sie ist. Wir machen da nichts extra“, betont Pfarrdechant Caßens. „Sehen, was ist“, sei das Leitwort für die beiden Visitationstage.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Foto: Michael Grottendieck

Bewusst habe man sich auch gegen ein Pontifikalamt anlässlich der Visitation entschieden. Schließlich finde nur wenige Wochen später am 18. Mai die Firmung in der Kirchengemeinde statt. Dann sei der Weihbischof erneut vor Ort. Dann werde ein festliches Pontifikalamt gefeiert, dann bestehe beim anschließenden Empfang auch die Möglichkeit zum direkten Kontakt.

Bei der Vorbereitung des Besuches galt es, auch Wünsche des Weihbischofs zu berücksichtigen, verdeutlicht Norbert Caßens. So wolle Dr. Stefan Zekorn nicht nur Einzelgespräche mit allen Seelsorgern führen, sondern auch an jedem Tag der Visitation eine Messe feiern und die Kirchen der Gemeinde kennenlernen.

Messe im Krankenhaus

Nach dem nun erarbeiteten Programm wird der Weihbischof am ersten Visitationstag 3. April (Mittwoch) Einblick in die Kirchenbücher nehmen sowie vormittags und nachmittags die Einzelgespräche mit allen Mitgliedern des Seelsorgeteams führen. Nachmittags um 14.45 Uhr ist ein Besuch der Kirche Ss. Fabian und Sebastian in Darup vorgesehen, anschließend feiert der Weihbischof eine Messe mit Krankensalbung in der Kapelle des Nottulner Krankenhauses. Dort findet anschließend auch ein Gespräch mit der Geschäftsführung und der Pflegedienstleitung der Christophorus-Kliniken statt.

Sitzung mit Kirchenvorstand und Pfarrreirat

Abends um 19.30 Uhr folgt eine gemeinsame Sitzung von Pfarreirat und Kirchenvorstand mit dem Weihbischof. „Wir haben fünf Schwerpunktthemen ausgewählt, die wir besprechen wollen“, berichtet Pfarrdechant Caßens. Dabei geht es einerseits um die personelle Situation, andererseits aber auch um das große Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Ebenfalls ansprechen wolle man die kirchlichen Anstellungsverhältnisse. Beispielsweise: Wie steht der Weihbischof dazu, wenn evangelische Christen Leitungsfunktionen in katholischen Einrichtungen übernehmen?

Zu Gast in Schulen

Am zweiten Visitationstag (10. April) stehen vormittags Besuche bei den beiden weiterführenden Schulen auf dem Programm. Weihbischof Dr. Stefan Zekorn wird morgens um 7.50 Uhr mit Zehntklässlern in der Liebfrauenschule eine Messe feiern, anschließend folgen Gespräche mit den Schwestern und mit der Schulleitung. Danach geht es weiter zum Rupert-Neudeck-Gymnasium. Dort wird der Weihbischof den Unterricht in der Sprachförderklasse besuchen und dabei auch mit Geflüchteten sprechen. Anschließend folgt ein Meinungsaustausch mit der Schulleitung.

Um 14.30 Uhr ist ein Besuch der Schapdettener Kirche St. Bonifatius vorgesehen. Es folgen Einzelgespräche mit Bürgermeisterin Manuela Mahnke im Rathaus und mit der evangelischen Pfarrerin Regine Vogtmann im Johanneshaus. Gelegenheit zu einem vorläufigen Fazit seiner Visitationseindrücke besteht anschließend im Gespräch mit dem gesamten Seelsorgeteam.

Treffen mit der Landwirtschaft

Den Abend des zweiten Visitationstages verbringt der Weihbischof in Appelhülsen. Nach einem Abendgebet in der Emmaus-Kapelle und dem Besuch der Kirche St. Mariä Himmelfahrt findet im Appelhülsener Pfarrheim ein Gesprächsabend mit allen vier landwirtschaftlichen Ortsvereinen statt. Eben weil die Pfarrei Teil einer ländlichen Gemeinde sei, habe man bewusst eine Begegnung mit der Landwirtschaft im Programm berücksichtigt, betont Dechant Caßens.

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