Friedensgruppen Kreis Coesfeld
Weiter für die Ächtung von Atomwaffen werben

Nottuln -

Die Friedensgruppen sind aufgeschreckt. Das Ende des INF-Vertrages macht die Gefahr eines Atomkriegs größer. Und für die Friedensaktivisten ist die Situation heute schwieriger als in den 80er-Jahren.

Mittwoch, 27.03.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 17:30 Uhr
Zum Ende des Vortrags zeigten sich die Vertreter der Friedensgruppen aus dem Kreis – hier zusammen mit Winfried Nachtwei – geschlossen und entschlossen, gemeinsam für die Abschaffung von Atomwaffen zu kämpfen.
Zum Ende des Vortrags zeigten sich die Vertreter der Friedensgruppen aus dem Kreis – hier zusammen mit Winfried Nachtwei – geschlossen und entschlossen, gemeinsam für die Abschaffung von Atomwaffen zu kämpfen. Foto: Friedensinitiative Nottuln

Wieder waren sie nach Nottuln in die Alte Amtmannei gekommen – Vertreter der lokalen Friedensgruppen aus dem Kreis, aus Senden, Dülmen, Billerbeck, Havixbeck und Coesfeld. Rund 50 Gäste waren der Einladung der Friedensinitiative Nottuln (FI) gefolgt, um einen Lichtbildvortrag von Winfried Nachtwei über die Friedensbewegung im Münsterland zu Beginn der 1980er-Jahre zu hören.

Nachtwei berichtete mit großem Elan über Demons­trationen und über Proteste an den Atomwaffenlagern. „Mobilisiert hat die Menschen damals die rationale Angst vor einer atomaren Auseinandersetzung hier in Europa. Die großen Demonstrationen und die Resonanz darauf in den Medien sorgten bei uns für das Gefühl einer gemeinschaftlichen Stärke, für die Hoffnung, dass man etwas bewirken kann.“ Nachtwei erinnerte auch an Szenarien, wo die Welt, wo Europa „knappst“ am Atomkrieg vorbeigekommen sei.

Zum Ende des Vortrags ging der Friedenspolitiker auch auf die aktuelle Situation nach dem Ende des INF-Vertrags ein. Wieder sei eine Aufrüstung mit atomaren Mittelstreckenraketen möglich. Die Welt habe sich aber geändert, sei viel komplizierter geworden. Es gäbe mehr Atommächte, die Atomwaffen würden modernisiert. Durch Hyperschallgeschwindigkeiten und eine bessere Lenkfähigkeit der Raketen werde die Gefahr größer. Nachtwei: „Es gibt praktisch keine Vorwarnzeiten mehr. Und durch die Miniaturisierung der Atomwaffen kann ein neues Kriegsführungsdenken entstehen.“

Im anschließenden Austausch diskutierten die Friedensaktivisten neue Strategien ihrer Arbeit. In vielen Orten gäbe es Friedensgruppen. Wieder Massen auf die Straße zu bekommen, sei jedoch deutlich schwieriger als vor 35 Jahren. Die Zukunftsprobleme heute seien vielfältig: Klimawandel, Artensterben, Plastikvermüllung, Krisen und Kriege an vielen Orten der Welt. Jetzt auf ein Ziel hin zu mobilisieren sei schwierig.

Die Friedensgruppen im Kreis verabredeten jedoch, weiter am Thema Atomwaffen zu arbeiten. Die nächste Aktion findet in Dülmen statt. Die Friedensgruppen rufen am Ostermontag zu einem Ostermarsch auf. Treffpunkt ist um 11.58 Uhr der Marktplatz Dülmen. Von dort aus werden die Ostermarschierer zum ehemaligen Atomwaffenlager Visbeck laufen oder mit dem Rad fahren. Das Motto: „Ächtung und Abschaffung aller Atomwaffen!“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6500912?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Müll am Aasee: Viele Standpunkte, noch mehr Müll
Nach dem Feiertag am 1. Mai waren die Aasee-Wiesen mit Müll übersät.
Nachrichten-Ticker