Rupert-Neudeck-Gymnasium
„Das macht Hoffnung“

Nottuln -

Christel Neudeck hat in Nottuln beeindruckt. Die Witwe von Rupert Neudeck war einer Einladung der Zukunftswerkstatt des Rupert-Neudeck-Gymnasiums gefolgt. Mit ihrer Haltung zu aktuellen Fragen machte sie den Schülern Mut.

Montag, 08.04.2019, 19:20 Uhr
Die Zukunftswerkstatt – hier im Bild mit Christel Neudeck (5.v.r.) – zog ein positives Resümee der bisherigen Arbeit.
Die Zukunftswerkstatt – hier im Bild mit Christel Neudeck (5.v.r.) – zog ein positives Resümee der bisherigen Arbeit. Foto: Rupert-Neudeck-Gymnasium

„Die Frau hat einfach Ausstrahlung!“, „Eine inspirierende Frau, ein inspirierender Abend!“ und „Wie schön, dass unsere Schule den Namen eines Mannes trägt, dessen Frau Christel wir hier aktiv mit in das Schulleben einbeziehen können!“ Das waren Aussagen von Teilnehmern nach dem Abend der Zukunftswerkstatt des Rupert-Neudeck-Gymnasiums (RNG) mit Christel Neudeck.

Die Zukunft kann beginnen

Zunächst schaute die Zukunftswerkstatt auf ihrer Abschiedsveranstaltung mit dem Titel „Der Anfang ist gemacht – die Zukunft kann beginnen!“, auf Erreichtes zurück, berichtet das RNG in einer Pressemitteilung. Die Idee zur Bildung einer Zukunftswerkstatt entstand 2016. Ziele waren damals, Probleme und Herausforderungen, die die Schule und vor allem die öffentliche Wahrnehmung betrafen, zu sammeln, Lösungsideen zu entwickeln und diese dann umzusetzen. Dazu wurden Eltern, Lehrer und Schüler in den Prozess mit eingebunden. „Es herrschte eine regelrechte Aufbruchstimmung“, erinnerte sich die ehemalige Schulpflegschaftsvorsitzende Andrea Quadt-Hallmann.

Erfolge der gemeinsamen Arbeit zeigten sich bald: die Namensgebung der Schule, das Profil einer UNESCO-Projektschule. Und das Engagement aller Beteiligten ging weiter. So wurden unter anderem durch den Arbeitskreis UNESCO Projekttage zum Thema „nachhaltige Entwicklung“ durchgeführt. Auch baute die Schule gute Kontakte zur Familie Neudeck und zu den Organisationen „ Cap Anamur dt. Notärzte e.V.“ und zu den „Grünhelmen“ auf.

Im „Townhall-Gespräch“ lobte Christel Neudeck die Aktivitäten der Schule.

Im „Townhall-Gespräch“ lobte Christel Neudeck die Aktivitäten der Schule. Foto: Rupert-Neudeck-Gymnasium

Bewundernswertes Engagement

„Was ihr hier als politische und sozial engagierte Schule auf die Beine gestellt habt, das macht Mut, das macht Hoffnung!“, zeigte sich Christel Neudeck im anschließenden Townhall-Gespräch beeindruckt. Auf die Frage von Schülerin Antonia Zurhove (Q1), wie Schülerinnen und Schüler sich gesellschaftlich und politisch einbringen könnten und was sie von den „Fridays for Future-Streiks“ der Schüler weltweit halte, entgegnete Neudeck, dass sie das Engagement der Jugend bewundere und dass es immer gut sei, wenn man auch in jungen Jahren schon etwas riskiere und dafür einstehe, was man mit Herzblut verfolge. Man solle keine Angst davor haben, das Richtige zu denken und zu tun. Sie berichtete von ihrer Enkelin, die 2015 als Achtjährige mit ihrem Opa Rupert die „OPP“ (Ohne-Plastik-Partei) gegründet und ihm über seinen Tod hinaus versprochen habe, dieses Engagement fortzusetzen.

„Das Grundgesetz ist unsere größte Errungenschaft“

Lehrer Bernd Nestler und Schülerin Lili Bartsch (Q1) fragten nach den Werten, die heutige Schülergenerationen vertreten sollten, und berichteten von den Kindern und Jugendlichen, die als neu Zugewanderte ans RNG in die Sprachfördergruppe kommen und das Schulleben bereichern. Christel Neudeck stellte mit ihrer Antwort das deutsche Grundgesetz in den Mittelpunkt: „Das Grundgesetz ist unsere größte Errungenschaft – das dürfen und sollten wir nicht vergessen!“ Und sie erzählte von dem Geflüchteten Abdullah, den sie und ihr Mann noch kurz vor Rupert Neudecks Tod in ihr Haus aufgenommen hatten und der drei Jahre mit Christel Neudeck zusammenlebte. Im ständigen Austausch mit ihm habe sie ihm nahegebracht, wie die deutsche Gesellschaft „funktioniere“. Ihr war es dabei wichtig zu vermitteln, dass er die Sprache lernen, sich an das Grundgesetz halten und arbeiten müsse, damit er hier ein gutes Leben führen könne. Und dann wurde sie sehr persönlich: „Ohne diese WG mit Abdullah hätte ich die Zeit nach Ruperts Tod nicht überstanden.“ Heute ist Abdullah im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Elektroniker und macht sehr gute Fortschritte.

Am Ende der Fragerunde wollte der ehemalige RNG-Mittelstufenkoordinator Jürgen Günther von Christel Neudeck wissen, was sie den weltpolitischen Führern auf die Fahne schreiben würde: „Habt Mut, riskiert etwas, redet nicht den Wählern nach dem Mund, steht aufrecht zu dem, was ihr denkt.“

Schülerinnen der Jahrgangsstufe EF und Lehrer Bernd Nestler sorgten für einen musikalischen Beitrag.

Schülerinnen der Jahrgangsstufe EF und Lehrer Bernd Nestler sorgten für einen musikalischen Beitrag. Foto: Rupert-Neudeck-Gymnasium

Immer für die Menschen

Nach einer Pause, die durch Schülerinnen der Jahrgangsstufe EF und mit Begleitung von Bernd Nestler musikalisch beendet wurde, richtete das Publikum Fragen an Christel Neudeck. Wie schon zu Beginn Schüler Lukas Sydow (Q2) fragte, aus welchem Antrieb heraus sie ihre Arbeit mache, interessierte dieses Thema auch das Publikum: „Woher nehmen Sie die Kraft, Ihren Optimismus?“ Man dürfe das Interesse für Menschen und das Helfen an sich bzw. den Einsatz für Menschen in Krisen- oder Katas­trophensituationen nicht romantisieren – „immer für die Menschen, aber nie über deren Köpfe hinweg!“, erklärte Christel Neudeck. Außerdem wolle sie sich nicht einigeln oder zurückziehen. Dabei helfe ihr ihre Familie. Und junge Menschen, wie die Schülerinnen und Schüler des RNG, die sich für andere einsetzten, machten ihr Mut.

So ging ein spannender und informativer Abend zu Ende. Christel Neudeck bleibt dem Gymnasium weiter verbunden und wird es auch wieder besuchen. „Der Anfang ist gemacht – die Zukunft kann beginnen!“

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