Heimatverein Schapdetten
Spannende Zeitreise durch die Region

Schapdetten -

Dr. Hermann Reichling war ein Pionier der Natur- und Tierfotografie. Dr. Bernd Tenbergen stellte auf Einladung des Heimatvereins Schapdetten Ausschnitte aus dem Werk des Zoologen vor.

Montag, 15.04.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 09:54 Uhr
Heimatvereinsvorsitzende Gisela Hanning freute sich, mit Dr. Bernd Tenbergen einen kompetenten Referenten begrüßen zu dürfen. Dieser hatte auch eine historische Kamera mitgebracht.
Heimatvereinsvorsitzende Gisela Hanning freute sich, mit Dr. Bernd Tenbergen einen kompetenten Referenten begrüßen zu dürfen. Dieser hatte auch eine historische Kamera mitgebracht. Foto: Helmut Brandes

Am Sonntag hatte der Heimatverein Schapdetten zum Heimat- und Brauchtumsnachmittag in das Hotel „Zur Alten Post“ eingeladen. Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Museum für Naturkunde berichtete in einem spannenden Vortrag unter dem Titel „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher“ über das Leben und Werk des Zoologen Dr. Hermann Reichling .

Reichling hatte vor 100 Jahren Menschen, Tiere und Landschaften der Region fotografiert – darunter auch die Baumberge. „Ich nehme sie mit auf eine kleine Reise vom Münsterland bis zum Emsland vor 100 Jahren“, eröffnete Dr. Tenbergen vor gut gefülltem Saal sein Referat und zeigte gleichzeitig Fotos vom Longinusturm damals und heute. Dieser historische Wandel war für die Zuhörer aus Schapdetten natürlich besonders interessant. Im weiteren Verlauf machte der Referent aber auch an anderen Beispielen durch die Gegenüberstellung von aktuellen und historischen Fotos deutlich, wie sehr sich das Landschaftsbild verändert hat.

Dr. Reichling war eine Art Pionier. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der damalige Direktor des LWL-Museums für Naturkunde mit der Kamera unterwegs. Fotografieren in freier Natur war zu dieser Zeit schon wegen der wenig handlichen Apparate ungewöhnlich. Kaum vorstellbar, was dieser Mann damals geleistet hat: Reichling scheute sich auch nicht, mit der schweren Plattenkamera einen Baum hochzuklettern, um perfekte Aufnahmen auf Glasplatten zu bannen.

Dank seines großen Engagements hat der passionierte Amateurfotograf ein einzigartiges Archiv mit über 10 000 historischen Aufnahmen hinterlassen. Davon hat der Landschaftsverband LWL 9000 Glasplattennegative aufwendig digitalisiert und damit jedem Interessierten im Internet zugänglich gemacht. Eine seiner bekanntesten Aufnahme ist die eines Schäfers, der bei seiner Herde sitzend Strümpfe strickt. Weniger bekannt ist, dass der Tierforscher fünf Naturfilme, die als Vorschauprogramm in Kinos liefen, mit einer Kurbelkamera aufgenommen hat.

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