Kolpingsfamilie
Über eine „Geschichte der Verletzungen“

Nottuln -

Pfarrer Stefan Jürgens sprach jetzt beim Familienkreis 1 der Nottulner Kolpingsfamilie zum Thema „Frauen in der Kirche“. Und weckte eine lebhafte Diskussion.

Dienstag, 16.04.2019, 18:00 Uhr
Pfarrer Stefan Jürgens referierte kenntnisreich und unterhaltsam über die mangelnde Gleichstellung der Frauen in der Kirche.
Pfarrer Stefan Jürgens referierte kenntnisreich und unterhaltsam über die mangelnde Gleichstellung der Frauen in der Kirche. Foto: Friedhelm Schweins

Zu einem kirchenpolitisch brisanten Thema hatte der Familienkreis 1 der Kolpingsfamilie Nottuln ins Pfarrheim eingeladen: „Mutter Kirche und ihre Töchter: Was wird aus der Berufung der Frauen in der Kirche?“

Stefan Jürgens , Pfarrer in Heilig Kreuz Münster, beleuchtete die Stellung der Frau in der katholischen Kirche zunächst humorvoll aus der Sicht der Karikaturisten. Dabei erzählte er lebhaft aus dem Alltag der Gemeinde, in dem die Frauen die meiste Arbeit täten, aber eben nicht leiten dürften. Er zitierte große Denker, Wissenschaftler und Philosophen und zeigte dabei auf, dass die Unterdrückung der Frau in Kirche und Gesellschaft eine lange und leidvolle Geschichte hat: „eine Geschichte der Verletzungen“.

Obwohl im Gottesdienst und in der ehrenamtlichen Gemeindearbeit die Frauen in der Mehrzahl seien und die katholische Kirche immer die Würde der Frau betont habe, habe sich an ihrer Stellung in der Kirche seit Jahrhunderten kaum etwas geändert; insbesondere das sakramentale Leitungsamt bliebe den Frauen hartnäckig vorenthalten – und das ohne jede plausible theologische Begründung, erklärte der Referent. Wenn Jesus zwölf jüdische Männer zu Aposteln berufen habe, dann sei dies kein Argument dafür, Frauen vom heutigen kirchlichen Leitungsamt auszuschließen. Vielmehr spielten archaisch-magische Vorstellungen sowie der Machterhalt der Männer hier die größte Rolle.

„Frau und Kirche“ sei eine strukturelle Frage, in der es um die Glaubwürdigkeit der Kirche gehe, erläuterte Stefan Jürgens. Ein erster Schritt zur Gleichstellung der Frau auch im kirchlichen Leitungsamt wäre ein Diakonat für Frauen, wie es die deutschen Bischöfe bereits auf der Würzburger Synode 1975 gefordert hätten.

„Die Kirche braucht die Spiritualität und geistliche Kompetenz der Frauen, gerade jetzt, wo klerikale Männerbünde durch viele Skandale aufgebrochen werden“, hieß es in der anschließenden lebendigen Diskussion, in der es an konstruktiven Beiträgen nicht mangelte, auch im Hinblick auf die Initiative „Maria 2.0“.

„Bleiben Sie trotz aller Kritik der Kirche treu – die Sache Jesu ist es wert“, ermutigte der Referent die Teilnehmenden.

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