Partnerschaftsjubiläum
„Antworten auf die Krise sind vielfältig“

Nottuln -

„Wie die Demokratie ist auch Europa kein Zustand. Es muss immer wieder gemacht werden!“ Das sagte am Freitag Dr. Andreas Marchetti, Geschäftsführer von politglott und Mitglied am Zentrum für Europäische Integrationsforschung der Universität Bonn. Es war aus einem besonderen Anlass ins Rupert-Neudeck-Gymnasium gekommen.

Freitag, 03.05.2019, 18:06 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 18:54 Uhr
Die Teilnehmenden des Europa-Workshops mit ihren Ergebnissen – die großen Ziele sind auf gelben Sternen festgehalten.
Die Teilnehmenden des Europa-Workshops mit ihren Ergebnissen – die großen Ziele sind auf gelben Sternen festgehalten. Foto: Marita Strothe

„Es ist wirklich viel herausgekommen“, freute sich Jutta Glanemann angesichts der vielen Gedanken und Ideen, die die Stellwände im Forum des Rupert-Neudeck-Gymnasiums füllten. Gemeinsam mit Dr. Andreas Marchetti , Geschäftsführer von politglott und Mitglied am Zentrum für Europäische Integrationsforschung der Universität Bonn , nahm die stellvertretende Schulleiterin die Workshopbesucher schmunzelnd mit zum „Galerie-Walk im Sitzen“.

An die 100 Franzosen, Polen und Deutsche nahmen im Rahmen des Partnerschaftsjubiläums mit St. Amand am Workshop mit dem Thema „Wir sind Europa – welche Visionen haben wir bezüglich der Zukunft der EU ?“ teil.

Zu Beginn hatte Andreas Marchetti mit seinem Impulsvortrag „Die Zukunft Europas: In Vielfalt geeint?“ den Einstieg in die Themen erleichtert. Angefangen mit „Europa in der Krise“, über „Widersprüchliche Trends in der öffentlichen Meinung“ und „Widersprüchliche Trends in der Ausgestaltung Europas“ bis hin zu „Gestaltungsoptionen“ vermittelte er Wissenswertes. Positive Differenzierung, „wer mehr will, tut mehr“, sieht Marchetti selbst als realistische Zukunftsoption für die EU.

Lehrerinnen und Lehrer der Fachschaft Sozialwissenschaften übernahmen danach die Moderation der drei Workshopgruppen und wurden für die Übersetzung von sprachkundigen Kolleginnen und Kollegen oder Schülerinnen und Schülern unterstützt. Angelehnt am Vortrag, gingen die Gruppen auf Probleme, Trends und schließlich Zukunftsvisionen in und für Europa ein.

Unterschiedliche Prioritäten wurden dabei sowohl alters- als auch nationentypisch gesetzt und sorgten für spannende Diskussionen. Zurzeit in der Öffentlichkeit besonders aktuelle Themen wie etwa Migrationspolitik, Brexit, Klimawandel und Landwirtschaftspolitik wurden unter Einzelaspekten beleuchtet. Große Ziele wurden auf gelben Sternen formuliert. „Hier wird ein Europa ohne Grenzen gefordert“, las Glanemann von einem ab, leider seit kurzem nicht mehr so selbstverständlich wie bereits zuvor. „Keine soziale Ungleichheit“, „tatsächlich eine gemeinsame Währung für alle“, „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und viele andere Visionen gab es dort.

„Wie die Demokratie ist auch Europa kein Zustand“, unterstrich Andreas Marchetti. „Es muss immer wieder gemacht werden!“ Ein Stück daran gearbeitet haben auch die Teilnehmer aus den Partnerstädten Saint- Amand-Montrond, Chodziez und Nottuln.

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