Diakonweihe
Die Freude zum Inhalt des Lebens machen

Nottuln/Münster -

Zum Amt des Diakons gehört der Blick auf die Schwachen und Armen. Darauf hat Bischof Dr. Felix Genn hingewiesen. Er weihte den Nottulner Fabian Guhr zum Diakon.

Montag, 06.05.2019, 19:46 Uhr
Bischof Genn überreicht Fabian Guhr das Evangeliar.
Bischof Genn überreicht Fabian Guhr das Evangeliar. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

In einem festlichen Gottesdienst hat Bischof Dr. Felix Genn am Sonntag Fabian Guhr (26) aus Nottuln und Jan Tasler (25) aus Coesfeld im St.-Paulus-Dom in Münster zu Diakonen geweiht. „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ – Dieses Bibelzitat hatten die beiden Männer über ihre Weihe gesetzt, mit der für sie nun eine weitere Station auf ihrem Weg zur Priesterweihe im kommenden Jahr erreicht ist.

„Dieser Wahlspruch und dazu auf der Einladung das Bild eines Menschen, der freudig in die Luft springt – im ersten Moment kann man den Eindruck gewinnen, es handle sich um Traumtänzer“, leitete der Bischof seine Predigt mit einem Schmunzeln ein. Doch nach mehreren Begegnungen und Gesprächen mit den beiden Männern in den vergangenen Jahren sei er überzeugt: „Traumtänzer weihe ich heute ganz sicher nicht.“ Der Bibelspruch lasse stattdessen erahnen, welche Kraft und welche Überzeugung von der Auferstehung des Gekreuzigten bis heute ausgehe.

Bischof Genn verdeutlichte, dass die beiden Weihekandidaten mit ihrer Entscheidung, Diakon und dann Priester zu werden, diese Freude zum Inhalt ihres Leben machten. „In der Verkündigung dieser Botschaft, in der Spannung von Kreuz und Leben, von Tränen und Hoffnung.“ Zum Amt des Diakons gehöre der Blick auf die Schwachen und Armen. Doch dabei bleibe es nicht. Alle Dienstämter, Diakone, Priester und Bischöfe hätten den Auftrag, das Evangelium zu verkünden und den Dienst an den Armen immer wieder neu in die jeweilige Zeit zu tragen.

Genn griff die Diskussion um das Zölibat auf. „Wie gelingt es, Jesus zu lieben? Das ist eigentlich ganz einfach. So, wie man sich für einen Menschen zu interessieren beginnt und auf einmal spürt, da ist über alle Sympathie mehr, so geht es auch mit Jesus.“ Diese persönliche und intime Liebe zu Christus könne jemanden – bei allen Schwierigkeiten – menschlich erfüllen. „Natürlich weiß ich, dass darüber diskutiert wird. Aber ich möchte Ihnen einmal persönlich sagen: Manchmal fühle ich, dass diese Dimension des ganz Persönlichen und Intimen nicht gesehen wird. Dann fühle ich mich verletzt und angegriffen in meiner größten Liebe.“ Das Versprechen der Liebe zu Christus aber stehe in einer größeren Dimension. „Wir brauchen keine Angst haben, weil Christus als Garant dahintersteht“, sagte Genn.

Fabian Guhr und Jan Tasler hatten zuvor vor der Gemeinde ihre Bereitschaft zum Dienst als Diakon bekundet. Durch stilles Handauflegen des Bischofs wurden sie anschließend geweiht. Schließlich bekamen sie Stola und ihr liturgisches Diakon-Gewand, die Dalmatik, übergezogen. Bischof Genn überreichte ihnen das Evangeliar und begrüßte sie mit einer herzlichen Umarmung in ihrer neuen Verantwortung.

Das Diakonatsjahr wird Fabian Guhr in St. Antonius in Rheine absolvieren. Am Ende des Diakonatsjahres soll die Priesterweihe zu Pfingsten 2020 stehen.

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