Europawahlen
Briefflut sorgt für Dauerstress

Nottuln -

Der Trend zur Briefwahl setzt sich auch bei der Europawahl durch. Und die Gemeindeverwaltung muss darauf reagieren.

Freitag, 10.05.2019, 20:00 Uhr
  Die Wahlergebnisse aus Nottuln zu den Europawahlen, die erstmals 1979 durchgeführt worden sind. Ob die Wahlbeteiligung in diesem Jahr einen neuen Rekord erreichen wird? An Aufrufen, zur Wahl zu gehen, hat es jedenfalls nicht gemangelt.
  Die Wahlergebnisse aus Nottuln zu den Europawahlen, die erstmals 1979 durchgeführt worden sind. Ob die Wahlbeteiligung in diesem Jahr einen neuen Rekord erreichen wird? An Aufrufen, zur Wahl zu gehen, hat es jedenfalls nicht gemangelt. Foto: Jürgen Christ

Wenn etwas neu ist, dann ist das Interesse der Menschen recht groß. Das war 1979 auch in Nottuln so, als 7570 Männer und Frauen aus der Gemeinde zur Teilnahme an der ersten Europawahl aufgerufen waren. 68,9 Prozent betrug damals die Wahlbeteiligung. Ein Wert, der seitdem nie wieder bei einer Europawahl in Nottuln erreicht wurde. Den Tiefpunkt gab es im Jahr 2004 mit einer Wahlbeteiligung von nur 47 Prozent.

Heute, 40 Jahre nach der ersten Europawahl, steht die neunte vor der Tür. Am 26. Mai (Sonntag) sind die neun Wahllokale im Gemeindegebiet von 8 bis 18 Uhr geöffnet. „Insgesamt 15 376 Einwohner sind im Wählerverzeichnis eingetragen und damit wahlberechtigt“, schildert Hans-Jörg Teubner vom Nottulner Wahlamt im WN-Gespräch.

Darunter sind auch etwa 40 Unionsbürger, die hier in Nottuln ihre Stimme abgeben wollen. Von der Nationalität her geht es kunterbunt durcheinander. Niederländer, Belgier, Franzosen sind natürlich darunter, aber auch ein Däne und ein Engländer. Erstaunlicherweise, so Teubner, hätten sich Menschen aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien, von denen auch einige in Nottuln leben, keinen Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, hier vor Ort wählen zu gehen.

Unter den Wahlberechtigten sind übrigens auch etwa zehn Personen, die unter einer Betreuung stehen und aufgrund entsprechender Gerichtsurteile auf Antrag ebenfalls an der Wahl teilnehmen können.

Die Europawahl stellt die Gemeinde wie jede andere Wahl stets vor einige Herausforderungen. Und das liegt diesmal nicht am 96 Zentimeter langen Stimmzettel, auf dem 40 Parteien aufgelistet sind. Im Wahlbüro in der Verwaltung herrscht Hochbetrieb, „weil der Trend zur Briefwahl immer stärker wird“, erzählt Teubner. Zwei Wochen vor den Wahlen haben bereits 2400 Nottulner die Briefwahl beantragt und zum großen Teil auch schon gewählt. Bis zum 24. Mai, dem letzten möglichen Tag der Briefwahlbeantragung, werden es sicherlich weit über 3000 Personen sein, schätzt Teubner. Die Gemeinde hat daher wieder drei Briefwahlvorstände gebildet, besetzt mit insgesamt 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung, die am Wahltag die Stimmen auszählen werden.

Darüber hinaus sind etwas mehr als 70 Wahlhelfer als sogenannter Wahlvorstand in den einzelnen Wahllokalen im Einsatz. In Schapdetten befindet sich das Wahllokal erstmals im Pfarrheim, ansonsten ist es bei den gewohnten Orten geblieben: dem Landgasthof Egbering in Darup und dem Bürgerzentrum Schulze Frenking (zwei Wahllokale) in Appelhülsen. Im Ortsteil Nottuln gibt es fünf Wahllokale: zwei im Gymnasium, ferner die Alte Amtmannei, das Pfarrheim St. Martinus und das St.-Elisabeth-Stift.

Übrigens: Die Plätze im Wahlvorstand im St.-Elisabeth-Stift sind sehr begehrt, weiß Hans-Jörg Teubner. Denn: Das St.-Elisabeth-Stift kümmere sich rührend um den Wahlvorstand und versorge ihn aufs Beste mit Essen und Trinken. Auch die Gemeinde Nottuln kümmert sich um die Wahlhelfer. Am Wahltag gibt es warme und kalte Getränke, belegte Brötchen und Kuchen. Da kann die gewährte Aufwandsentschädigung von 25 Euro (35 Euro für den Chef des Wahlvorstandes) komplett für andere Zwecke verwendet werden. Sowohl für Appelhülsen als auch für Schapdetten würde die Gemeinde gerne noch jeweils ein bis zwei weitere Wahlhelfer gewinnen, berichtet Teubner. Interessenten melden sich bei der Verwaltung (E-Mail: wahlamt@notuln.de oder ✆ 0 25 02/9 42-3 21).

Die Bekanntgabe der Wahlergebnisse erfolgt am Wahltag auf den Internetseiten des Kreises Coesfeld. Ein Wahlstudio in Nottuln wird es nicht geben. Hans-Jörg Teubner hofft, das gegen 21 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis vorliegen wird.

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