„Maria 2.0“ in Nottuln
„Das wird ja auch mal Zeit“

Nottuln -

Die Aktion „Maria 2.0“ stößt in Nottuln auf große Resonanz. Beim Wochenmarkt am Donnerstagnachmittag warben Frauen für ihre Forderung nach Reformen in der Katholischen Kirche. Am Samstag (18. Mai) wollen sie sich erneut Gehör verschaffen.

Donnerstag, 16.05.2019, 18:02 Uhr
Engagement am Rande des Wochenmarktes: Frauen aus der Gemeinde Nottuln unterstützen die Aktion „Maria 2.0“, die umfassende Reformen in der Katholischen Kirche fordert.
Engagement am Rande des Wochenmarktes: Frauen aus der Gemeinde Nottuln unterstützen die Aktion „Maria 2.0“, die umfassende Reformen in der Katholischen Kirche fordert. Foto: Ludger Warnke

Der Zuspruch ist fantastisch. „Das wird ja auch mal Zeit, dass sich da etwas ändert“, sagt eine Nottulnerin, die eigentlich direkt zum Gemüsestand auf dem Wochenmarkt eilen wollte. Aber für die Aktion „Maria 2.0“ nimmt sie sich gerne Zeit und trägt sich in eine der ausgelegten Unterschriftenlisten ein.

Reaktionen wie diese bekommen die Frauen, die sich hier vor Ort für „ Maria 2.0“ engagieren, am Donnerstagnachmittag zuhauf. Am Rande des Wochenmarktes haben sie einen Informationsstand aufgebaut. Oft bleibt es nicht nur bei der Unterschrift, es entwickeln sich auch Gespräche. „Mir hat eine Frau erzählt, sie sei genau wegen der verkrusteten Strukturen aus der Kirche ausgetreten“, schildert Hedwig Overhoff . Eine andere Passantin habe knapp formuliert: „Wir Frauen müssen zusammenhalten.“

Dabei sind es nicht nur Frauen, die die Aktion unterstützen. Auch etliche Männer halten die Forderungen nach Reformen in den kirchlichen Strukturen für gerechtfertigt. „Das ist uns auch ganz wichtig“, betont Maria Dörndorfer. „Wir wollen nicht gegen die Männer etwas erreichen, sondern mit ihnen gemeinsam.“ Mit großer Freude habe man registriert, dass sich auch zum Beispiel Pfarrdechant Norbert Caßens in die Unterschriftenliste eingetragen habe.

Eine Gruppe von rund 30 Frauen kümmert sich in der Gemeinde darum, dass die von Frauen aus Münster ausgehende Aktion „Maria 2.0“ auch hier in den Baumbergen Gehör findet. Das Organisationsteam ist ganz unterschiedlich zusammengesetzt. Da sind Frauen, die sich im Pfarreirat engagieren, ebenso dabei wie Frauen aus der kfd oder einzelne Bürgerinnen. Und ebenso unterschiedlich sind die Aktionen. Während am Rande des Wochenmarktes Unterschriften gesammelt und Infozettel verteilt werden, findet zeitgleich in Schapdetten ein Wortgottesdienst zur Unterstützung der Aktion statt – nicht in der Kirche, sondern draußen auf dem Rasen.

Am morgigen Samstag (18. Mai) laden die Frauen alle, die sie unterstützen wollen, zu zwei Wortgottesdiensten ein. Dazu treffen sie sich um 15 Uhr und um 18 Uhr jeweils vor dem Nottulner Pfarrheim, um von dort vor die Pfarrkirche zu ziehen, wo dann die Wortgottesdienste gefeiert werden. Dabei wollen die Frauen auf kreative Weise die Forderungen nach Erneuerung der Kirche zum Ausdruck bringen.

Einer der Adressaten dieser Botschaft befindet sich dann in der St.-Martinus-Kirche. Weihbischof Dr. Stefan Zekorn weilt wegen der Firmung in der Gemeinde.

Ein Eintrag in die Listen zur Unterstützung der Aktion „Maria 2.0“ ist noch bis Samstag (18. Mai) im Internet möglich.

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