Hilfe für abgeschobene Familie
Wer hilft beim Schritt ins Glück?

Nottuln -

Der Kontakt ist nie abgerissen. Der Nottulner Peter Kuhlemann engagiert sich weiterhin für die aus Nottuln abgeschobene Familie Berisha. Nun gibt es eine Möglichkeit, die Situation der Familie entscheidend zu verbessern.

Samstag, 18.05.2019, 10:00 Uhr
So sieht die Unterkunft aus, in der die Berishas aktuell leben müssen.
So sieht die Unterkunft aus, in der die Berishas aktuell leben müssen. Foto: Peter Kuhlemann

Erinnern Sie sich noch an die Familie Berisha? Die Eltern und ihre sechs Kinder waren als Flüchtlinge aus dem Kosovo nach Nottuln gekommen, wurden aber 2017 abgeschoben. Zurücklassen mussten sie viele traurige Nottulner, die die Familie kannten. Einer hatte sie besonders ins Herz geschlossen: Peter Kuhlemann .

Ein festes Dach über dem Kopf

Der Nottulner hatte zunächst auf Bitten der Flüchtlingshilfe Nottuln dem kleinen Sebastijan und seinen Bruder Deutsch beigebracht, dann kümmerte er sich um die ganze Familie. Seit der Abschiebung sind nun mehr als zwei Jahre vergangen, in denen die Berishas unter katastrophalen Bedingungen in ihrer Heimatstadt Peja leben mussten. Jetzt gibt es aber Hoffnung auf ein festes Dach über dem Kopf, berichtet Peter Kuhlemann. Und die Nottulner können mit einer Spende helfen, dass die Familie eine Perspektive bekommt.

Chancen auf EU-Gelder

Der Grund: Berishas haben die Chance, in das von der EU finanzierte und von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) betreute Programm „Rückkehr und Wiedereingliederung in das Kosovo“ zu kommen. Das finanziert nicht nur ein kleines Haus, sondern auch verschiedene Hilfen für die Wiedereingliederung der Familie.

Es gibt einen Haken

Die Gemeinde Peja ist die erste im Kosovo, die sich an diesem Programm beteiligt hat und den Baugrund für Projektteilnehmer im Vorort Brestovik zur Verfügung stellt. Das hat in vielen Fällen schon funktioniert. Eine tolle Sache. Aber es gibt einen Haken: Zwar ist die Familie bereits in das Programm aufgenommen worden, sie muss aber 2000 Euro für das Grundstück selbst aufbringen, damit es weitergehen kann. Für deutsche Verhältnisse ein Klacks, für die Berishas jedoch ein Riesenberg.

Von der Hand in den Mund

„Die Familie lebt von der Hand in den Mund“, erzählt Peter Kuhlemann, der fast täglich mit Sebastijan telefoniert. Von einer baufälligen Behausung seien sie, als diese abgerissen wurde, in die nächste gewechselt. Keine sanitären Anlagen, ein undichtes Dach, Möbel Fehlanzeige. Die Eltern haben keine Arbeit, nur dank des Motorrollers mit Anhänger, den Kuhlemann ihnen bei seinem ersten Besuch angeschafft hat und mit dem sie wiederverwertbaren oder verkaufbaren Müll sammeln, kommen sie irgendwie über die Runden. „Die Kinder sind immer krank, Medizin können sie sich nicht leisten“, sagt der Nottulner, der dreimal auf eigene Kosten vor Ort war. Kleine Beträge zweigt er von seiner schmalen Rente ab, um seinen Freunden zu helfen. „Aber mehr kann ich leider nicht aufbringen.“

Die von der EU finanzierten Häuser in Brestovik sind klein, aber solide – eines zu bekommen ist möglich, wenn die Nottulner das Startkapital von 2000 Euro für das Grundstück sammeln.

Die von der EU finanzierten Häuser in Brestovik sind klein, aber solide – eines zu bekommen ist möglich, wenn die Nottulner das Startkapital von 2000 Euro für das Grundstück sammeln. Foto: Peter Kuhlemann

Wenn es gelänge, die 2000 Euro durch Spenden zusammenzubekommen, dann wäre ein großer Schritt für die Familie Berisha getan, weiß Peter Kuhlemann. Hilfe, die eine Perspektive schafft, Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn es losgehen kann, hat die IOM das Ziel, das Haus bis zum Winter stehen zu haben.

Hier können Sie unterstützen

Peter Kuhlemann bittet für seine Freunde um Unterstützung. Sein Dank gilt der Flüchtlingshilfe Nottuln, die ihm ihr Spendenkonto zur Verfügung stellt. Wer also helfen möchte, kann dies mit einer Einzahlung auf das Konto der Flüchtlingshilfe Nottuln, Stichwort „Familie Berisha“, DE79 4016 4352 0030 2746 00 bei der Volksbank Nottuln tun. Bei Fragen können sich Interessierte an Peter Kuhlemann wenden: ✆ 01 57/88 26 87 94 oder per Mail p.kuhlemann@hotmail.de.

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