Plattdeutsche Laienspielschar
Ein sehr geschätzter Brauch

Nottuln -

Auf dem Hof Bröker in Stevern wurde es richtig voll. Aus Nottuln und Umgebung kamen die Menschen, um gemeinsam einen plattdeutschen Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern.

Sonntag, 19.05.2019, 19:22 Uhr
in großer Zahlen kamen die Menschen aus Nottuln und Umgebung zur plattdeutschen Maiandacht.
in großer Zahlen kamen die Menschen aus Nottuln und Umgebung zur plattdeutschen Maiandacht. Foto: Helmut Brandes

Der Mai ist der „Marienmonat“. Im überwiegend katholischen Münsterland haben Maiandachten eine lange Tradition. Die Plattdeutsche Laienspielschar Nottuln pflegt seit Jahren diesen alten Brauch mit einem besonderen Bezug zum Münsterland.

Auf dem Hof von Gerburgis und Martin Bröker in Stevern wurde am Freitagabend eine Maiandacht in plattdeutscher Sprache gefeiert. Probst em. Robert Holt­stiege aus Havixbeck ist mit der plattdeutschen Sprache aufgewachsen und wohl einer der wenigen Geistlichen, die Gottesdienste und Andachten in plattdeutscher Sprache zelebrieren können. Begleitet wurde die Andacht von den Jagdhornbläsern Baumberg-Stevern und von Norbert Frye-Welp an der Orgel.

Gastgeber, Organisatoren und Mitwirkende (v.l.): Martin Bröker, Gerburgis Bröker, Irmgard Holtkamp, Probst em. Robert Holtstiege, Willi Hölscher und Jörg Thiemann.

Gastgeber, Organisatoren und Mitwirkende (v.l.): Martin Bröker, Gerburgis Bröker, Irmgard Holtkamp, Probst em. Robert Holtstiege, Willi Hölscher und Jörg Thiemann. Foto: Helmut Brandes

Die stattliche Besucherzahl zeigte deutlich, dass auch in der heutigen Zeit dieses Brauchtum sehr geschätzt wird. Auch aus Appelhülsen und Havixbeck kamen Besucher. „Ich bin zum ersten Mal hier und begeistert“, erzählte Hubert Wolken aus Appelhülsen. „Wir sind wegen der schönen Umgebung, der plattdeutschen Sprache und wegen Robert Holtstiege aus Havixbeck angereist“, sagte Peter Stücker.

Probst em. Holtstiege erläuterte in seiner Begrüßung seine persönliche Beziehung zu Stevern. Als Elfjähriger sei er 1944 regelmäßig mit einem alten Fahrrad von Havixbeck zur Schule nach Nottuln gefahren. Wegen der Tiefflieger war das nicht ungefährlich. „Wenn es mich erwischt hätte, säß‘ solch ein Kerl wie ich heute nicht hier“. Dieser trockene Humor offenbarte einen typischen Westfalen und sorgte für Heiterkeit.

Besonders beeindruckend. Die Fürbitten wurden von Kindern in plattdeutscher Sprache vorgetragen.

Und schließlich gehört auch das dazu: Nach der Andacht saß man noch in geselliger Runde zusammen. Bei leckeren Würstchen vom Grill und kühlen Getränken wurde so manches Döneken zum Besten gegeben.

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