Juniorwahl am Rupert-Neudeck-Gymnasium
Klare Mehrheit für die Grünen

Nottuln -

Liebesentzug für die CDU? Es scheint so. Bei der jüngsten Juniorwahl am Rupert-Neudeck-Gymnasium landen die Christdemokraten nur noch auf Platz vier.

Sonntag, 26.05.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 18:32 Uhr
Die Ergebnisse der Juniorwahl am Rupert-Neudeck-Gymnasium.
Die Ergebnisse der Juniorwahl am Rupert-Neudeck-Gymnasium.

Das anlässlich der Europawahl durchgeführte Demokratieprojekt „Juniorwahl“ ist am Rupert-Neudeck-Gymnasium mit einem „überraschenden“ Ergebnis beendet worden. 41,8 Prozent der teilnehmenden Schüler aus den Jahrgangsstufen acht bis Q1 gaben den Grünen ihre Stimme, die damit unangefochten und weit vor allen anderen Parteien auf den ersten Platz kamen.

Überraschend ist das Ergebnis insofern, als die Gymnasiasten bei zwei vorherigen Schülerwahlen (zur Bundestagswahl und Landtagswahl 2017) mit durchschnittlich rund 42 Prozent noch klar die CDU favorisiert hatten. Bei der aktuellen Juniorwahl votierten aber nur noch 8,2 Prozent der Schüler für die CDU, die damit auf Platz vier hinter Grünen, FDP (14,3 Prozent) und SPD (9,2 Prozent) landete.

Wie Sozialwissenschaftslehrer Werner Völlering schilderte, hat der Sozialwissenschaftsgrundkurs der Jahrgangsstufe EF, der die Juniorwahl diesmal organisiert hatte, in einer ersten Wahlanalyse vier mögliche Gründe für den Absturz der CDU benannt: Viele junge Internetnutzer sähen die neue EU-Urheberrechtsreform (Stichwort: Artikel 13, Upload-Filter) sehr kritisch. Auch habe wahrscheinlich die populäre Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ die Wahlentscheidung beeinflusst. Ein weiterer Grund könne der „konservative Wechsel“ an der CDU-Spitze von Angela Merkel zu Annegret Kramp-Karrenbauer sein. Und schließlich könne auch die intensive Verbreitung des Rezo-Videos „Zerstörung der CDU“ unter den Jugendlichen das Stimmverhalten beeinflusst haben.

Die Parteien Die Linke (2,0 Prozent) und AfD (2,6 Prozent) spielten bei den Schülern so gut wie keine Rolle, dagegen kam „Die Partei“ des Satirikers Martin Sonneborn auf 7,1 Prozent.

Insgesamt waren 262 Schülerinnen und Schüler aufgerufen, an der Juniorwahl teilzunehmen. 198 Schüler machten mit und sorgten für eine Wahlbeteiligung von 75,6 Prozent.

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