Rhodepark
Kunst steht offensiv im Weg

Nottuln -

Die Kunst von Ludwig Maria Vongries steht nicht schüchtern am Wegesrand, sondern offensiv mitten im Weg. Wie man damit umgehen kann, das zeigte die Eröffnung der Ausstellung im Rhodepark.

Montag, 27.05.2019, 19:00 Uhr
Pantomimin Tashima Mende (l.) bespielte mit Witz und einem ganzen Bündel von Ideen gemeinsam mit den Gästen die Kunstwerke von Ludwig Maria Vongries und bot so einige Interpretationsmöglichkeiten an.
Pantomimin Tashima Mende (l.) bespielte mit Witz und einem ganzen Bündel von Ideen gemeinsam mit den Gästen die Kunstwerke von Ludwig Maria Vongries und bot so einige Interpretationsmöglichkeiten an. Foto: Frank Vogel

Das Problem kennen viele: Kunstwerke – was soll ich damit anfangen? Tashima Mende hatte ganz viele Ideen dazu. Und sie begeisterte damit am Sonntagnachmittag die Gäste der Eröffnung der Ausstellung im Rhodepark. Die Pantomimin bespielte die drei großformatigen Skulpturen von Ludwig Maria Vongries und bezog das Publikum dabei auf charmante Weise mit ein.

Beim Kubus („Cube“) etwa versuchte sie zuerst, mit einer Besucherin zusammen das mächtige Kunstwerk aus Eichenholz und Stahl beiseite zu schieben. Als das nicht gelang, probierte sie eine neue Herangehensweise aus. Sie balancierte leichtfüßig über den Kubus und die darin eingeschlossenen Eichenstämme und setzte sich mit zwei Besucherinnen zusammen oben drauf.

Ausstellungseröffnung im Rhordepark

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Auch die Skulptur „Large Space“ interpretierte sie ohne Worte. Zunächst als Sinnbild für die Kommunikation zwischen Mann und Frau – mit durchaus ernsten Momenten im ansonsten leichten Spiel – und dann als Tor, durch das sie eine Menschenkette führte.

Die Kunsthistorikerin Annette Georgi griff diese mit großem Beifall bedachte wortlose Herangehensweise Tashima Mendes in ihrer informativen Einführung in die Skulpturenwelt des Havixbeckers Ludwig Maria Vongries auf. „Die Kunstwerke stehen nicht schüchtern am Wegesrand, sondern stellen sich schwer, massiv und offensiv in den Weg. Geradlinig, schnörkellos und auf weniges reduziert, bieten sie weiten Raum für Interpretationen.“

Die verwendeten Materialien Eiche und Stahl treten in den Kunstwerken in eine Beziehung zueinander. Und das nicht nur im Kunstwerk selbst, sondern auch mit der Umgebung, wie man im Park besonders schön sehen könne: Sie stehen im Weg, sie wachsen aus dem Teich heraus, sie öffnen sich zum Tor in den Park.

Annette Georgi verwies auch auf die kleinen Modelle weiterer Kunstwerke, die zusätzlich im Park aufgestellt worden waren und die in den nächsten Wochen in Nottulner Geschäften zu sehen sein werden. Im Maßstab 1:10 waren sie zum Teil in Großskulpturen umgesetzt worden, zum Teil sind sie zurzeit nur Modelle. Kurz skizzierte sie hier neue Entwicklungen im Vongriesschen Werk.

Abschließend empfahl Annette Georgi den Gästen, sich auf die Kunstwerke einzulassen. „Dazu braucht man kein riesiges Vorwissen, die Skulpturen sind auch sinnlich gut zu verstehen.“ Und: „Empfehlen Sie die Ausstellung weiter.“

Diese Worte und der ausgesprochen große Zuspruch bei der Eröffnung, die das „Limberg-Trio“ mit beschwingter Musik umrahmte, waren auch ein Dank an die Bürgerstiftung. Diese setzt sich – nicht nur in Form der Ausstellung – mit großem Elan für die Wiederbelebung des Rhodeparks ein. Stellvertretende Vorsitzende Ingeborg Bispinck-Weigand blickte auf die zweijährige Arbeit am Projekt zurück, Workshops und einige Aktionen seien bereits durchgeführt worden, viele engagierte Bürger hätten sich eingebracht. Das Angebot von Ludwig Maria Von­gries, seine Skulpturen für ein Jahr im Park zu zeigen, sei in diesem Zusammenhang ein „Geschenk des Himmels“ gewesen, das man gerne angenommen habe. Sie dankte allen Sponsoren, Helfern sowie der Gemeinde und lud die Besucher ein, dem Beispiel von Tashima Mende zu folgen: „Sie hat zauberhaft vorgeführt, was man mit den Skulpturen machen kann.“

Stellvertretender Bürgermeister Paul Leufke hatte das bereits hinter sich, als er das Grußwort der Gemeinde sprach. Ihn hatte die Pantomimin zusammen mit Jutta Bergmoser, der Ehefrau des Künstlers, in die Performance an der Skulptur „Large Space“ eingebunden. „Wer hätte das gedacht, dass so etwas hier stattfinden wird“, freute sich Leufke und dankte der Bürgerstiftung dafür, den Rhodepark wieder in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Er erinnerte unter dem Beifall der Gäste daran, dass die Politik den Weg für die Neugestaltung des Parks freigemacht habe, als sie sich gegen die geplante Verkleinerung zugunsten der Supermarkt-Erweiterung ausgesprochen habe. Leufke war sich sicher: „Der Rhodepark hat seine Zukunft.“

Dazu werden unter anderem auch weitere Aktionen beitragen, die der Verein Kunst und Kultur plant. So soll im August das Open-Air-Kino im Park veranstaltet und im Juli immer montags und mittwochs Qi Gong im Freien angeboten werden, erklärte Vorsitzende Ulla Wolanewitz „Und vielleicht gibt es auch ein Wiedersehen mit Tashima Mende. Ihre Visitenkarte habe ich mir schon besorgt.“

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