Deutscher Mühlentag
Drei Schätze öffnen die Türen

Nottuln -

Wer sich für Pfingstmontag noch nichts vorgenommen hat, bekommt von den Mühlenfachleuten einen guten Tipp.

Mittwoch, 05.06.2019, 07:00 Uhr
Die Maschinen in der historischen Mühle Zumbülte in Nottuln werden von Heimatfreunden in aufwendiger Handarbeit nach und nach wieder gängig gemacht. Am Mühlentag können sich Interessierte über den aktuellen Stand der Restaurierung informieren.
Die Maschinen in der historischen Mühle Zumbülte in Nottuln werden von Heimatfreunden in aufwendiger Handarbeit nach und nach wieder gängig gemacht. Am Mühlentag können sich Interessierte über den aktuellen Stand der Restaurierung informieren. Foto: Iris Bergmann

Seit 1994 findet alljährlich am Pfingstmontag der Deutsche Mühlentag statt. An diesem Tag öffnen in ganz Deutschland Hunderte von Mühlen ihre Tore, um den Mühlenfreunden die Gebäude mit ihrer alten Ausstattung zu zeigen und ihnen eine fast vergessene Technik näherzubringen. In Nottuln werden am Pfingstmontag (10. Juni) gleich drei Mühlen geöffnet sein: in Stevern die Stiftsmühle Elpert (10 bis 18 Uhr) und die Mühle Schulze Westerath (aus organisatorischen Gründen von 13 bis 17 Uhr) und im Ortskern von Nottuln die Mühle Zumbülte (10 bis 18 Uhr).

Mühlenfreunde, Familien und Technikinteressierte können dann drei völlig unterschiedliche Mühlen kennenlernen. In den Mühlen in Stevern werden die Mahlwerke in Betrieb sein, und in der Mühle Zumbülte wird gezeigt, was nach dem Bau des Wasserrades bei der weiteren Restaurierung geschafft wurde.

Der Standort der Stiftsmühle Elpert wird schon im 9. Jahrhundert erwähnt. Damit ist die Mühle eine der ältesten Westfalens. In dem relativ kleinen Gebäude sind zwei Mahlgänge untergebracht, ein Schrotgang und ein Beutelgang, angetrieben von einem großen Wasserrad mit über 3,80 Meter Durchmesser. Die Mahlwerke sind voll funktionsfähig, im Schrotgang werden die Körner nur grob gemahlen (geschrotet). Schrot wird zum Beispiel für die Herstellung von Schwarzbrot verwendet, zumeist allerdings als Viehfutter.

Die Mühle Schulze Weste­rath ist eine seltene Ausnahme in der Mühlenlandschaft. Das imposante Gebäude wurde um 1490 ursprünglich als adeliges Wohngebäude errichtet, erst 100 Jahre später wurde eine Mühle eingebaut. Das Mühlengebäude wurde vor einigen Jahren aufwendig restauriert, ebenso die Mühlentechnik. Angetrieben werden die beiden Mahlgänge von einer Turbine. Neben der Mühlentechnik kann in dem riesigen Gebäude auch der großzügige, spätmittelalterliche Wohnsaal besichtigt werden.

Die Mühle Zumbülte im Ortskern von Nottuln gehörte ursprünglich – wie die Mühle Elpert – dem Stift Nottuln, ihr Standort ist seit 1349 nachgewiesen. Das jetzige Gebäude ist 1914 gebaut worden und damit noch recht jung. Neben zwei Mahlgängen mit Steinen gibt es noch einen Walzenstuhl, seit etwa 150 Jahren die moderne Maschine zum Mahlen von Getreide. Zusätzlich besitzt die Mühle eine große Reinigungs- und Siebanlage. Vor zwei Jahren wurde auf Initiative und unter Mithilfe des Heimatvereins Nottuln ein neues Wasserrad gebaut und in Betrieb genommen, finanziert ausschließlich durch Spenden von Firmen und Privatleuten. Seitdem arbeiten regelmäßig Mühlenfreunde in der Mühle, um nach und nach die Maschinen wieder gängig zu machen. Aktuell hat Heinz Merschkötter in aufwendiger Kleinarbeit 240 Holzzähne für die Zahnräder erstellt.

Zusätzlich werden vor der Mühle Nottulner Oldtimerfreunde circa zehn alte Traktoren verschiedener Fabrikate vorstellen, unter anderem zwei seltene MAN-Traktoren.

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