RNG-Literaturkurs
Modernes Theater mit Botschaft

Nottuln -

Eine bewegende Geschichte über Erinnerungen und Vergessen brachte der Literaturkurs Q1 des Rupert-Neudeck-Gymnasiums auf die Theaterbühne. Gespielt wurde „Styx – das selige Vergessen“.

Montag, 01.07.2019, 06:00 Uhr
Der Literaturkurs der Q1 des Rupert-Neudeck-Gymnasiums führte das Stück „Styx – das selige Vergessen“ auf.
Der Literaturkurs der Q1 des Rupert-Neudeck-Gymnasiums führte das Stück „Styx – das selige Vergessen“ auf. Foto: Rupert-Neudeck-Gymnasium

Theater spielen, aber mit Botschaft, das kann der Literaturkurs der Q1 des Rupert-Neudeck-Gymnasiums (RNG). In der vergangenen Woche führte der von Katrin Hesemann geleitete Kurs das Stück „Styx – das selige Vergessen“ auf. Eine bewegende Geschichte über Erinnerungen und Vergessen, das versprach schon das Vorwort des Programmheftes, in dem es hieß „Erinnerung – das ist es, was das Individuum ausmacht! Doch was ist der Mensch ohne Erinnerung?“

Dies fragte sich Lethe, gespielt von Marit Treige, auch. Nachdem sie nach einem Autounfall ihr Gedächtnis verliert, verfolgt sie ihre Vergangenheit überall hin. Doch was soll sie machen, wenn jeder mehr über sie weiß, als sie selbst, und ihr Dinge vorgeworfen werden, an die sie sich nicht mehr erinnern kann? Ihre Mutter ist verzweifelt, ihr Vater ( Matthis Kallabis ) glaubt ihr nicht, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat, genauso wie der Rest ihres Freundeskreises. Völlig überfordert schickt Lethes Mutter (Lara Sakakkini) sie zu einer Psychologin (Susan Siddiqui), die ihr helfen soll, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen.

Doch die Psychologin erkennt, dass dies nicht so schnell erfolgen wird und hilft Lethe vor allem, mit den Anschuldigungen und ihrem alten Ich klarzukommen. Lethe ekelt sich nämlich selber vor ihrem eigenen Ich. Ihr altes Ich spielte die Rolle einer bekannten Influencerin mit Herz und Seele. Wie Lethe nachher erfahren soll, hat sie es selbst gefilmt und gepostet, als sich ihre besten Freundin Marie (Paula Busse) in einer für sie sehr unangenehmen Situation befindet. Marie wird als Folge schikaniert und gemobbt, in der Schul sowie auch im Internet. Selbst nachdem sie die Schule gewechselt hat, haben die Schüler der neuen Schule das Video schon gesehen und sie wird weiterhin gemobbt.

Gleichzeitig denkt Lethes gesamter Freundeskreis inklusive des eigenen Vaters, sie gebe absichtlich vor, ihr Gedächtnis verloren zu haben, um die Strafen zu umgehen, die ihr drohen. Und während alle Lethe vorgeben, jemand zu sein, vor dem sie sich mittlerweile ekelt, hilft die Psychologin ihr gekonnt, sich wieder in ihrem Leben zurecht zu finden und sich Klarheit über ihr Umfeld zu schaffen.

Der Theaterkurs arbeitet geschickt mit Zeitstillstand, sodass nur die relevanten Personen handeln, die handeln sollen, alle anderen stehen still. Das verleiht dem Stück etwas sehr Besonderes, heißt es in einer Pressemitteilung des Rupert-Neudeck-Gymnasiums Auch der Titel passt wie die Faust auf das Auge: Styx ist ein Fluss, übersetzt der Fluss der Unterwelt oder der Fluss des Vergessens. Ein anderes Wort für Styx ist übrigens Lethe, deswegen passt auch dieser Name perfekt. So treibt sie nun auf der Suche nach sich selbst durch den Fluss des Vergessens.

Insgesamt hat der Literaturkurs wieder einmal gezeigt, was die Schüler alles auf Lager haben, neben dem sehr historischen Stück des vergangenen Jahres jetzt einmal ein sehr modernes und gerade bei den Jugendlichen sehr aktuelles Stück, das besonders die jungen Besucher thematisch in ihrer Lebenswelt erreichte und zum Nachdenken anregte.

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