Altes „Landhaus Schapdetten“
„Der Ort kann das gut vertragen“

Nottuln/Schapdetten -

Das alte „Landhaus Schapdetten“ soll für einen Neubau Platz machen. Ein erster Entwurf ist jetzt vorgestellt worden. Es gab Lob, aber auch Wünsche.

Dienstag, 02.07.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 17:30 Uhr
Das alte „Landhaus Schapdetten“ soll abgerissen, die Fläche neu bebaut werden. Für den Vorentwurf gab es grünes Licht vom Ausschuss für Gemeindeentwicklung.
Das alte „Landhaus Schapdetten“ soll abgerissen, die Fläche neu bebaut werden. Für den Vorentwurf gab es grünes Licht vom Ausschuss für Gemeindeentwicklung. Foto: Dieter Klein

Die Planungen für eine Neubebauung der Fläche des alten „Landhauses Schapdetten“ sind in der Politik auf grundsätzliche Zustimmung gestoßen. Investor und Eigentümer Hubert Huesmann (Huesmann Ingenieure Münster GmbH) und Architekt Ludger Schulten-von Lücken (ars architekten GmbH Münster) stellten jüngst im Ausschuss für Gemeindeentwicklung ihren Vorentwurf vor.

Es geht um ein Gebäude, das nah an der Roxeler Straße steht und eine noch nicht genau festgelegte Zahl von barrierefreien Wohnungen in der Größenordnung von 50 bis 70 m² Wohnfläche enthält. Ferner besteht die Möglichkeit, im Erdgeschoss ein Café einzurichten. „Wir wollen den Ortscharakter nicht verletzen und sind nicht an die Grenze der maximalen Bebauung des Grundstücks gegangen“, betonte Architekt Schulten-von Lücken in der Sitzung. Das Gebäude stehe nahe zur Roxeler Straße, um dadurch Freiräume für den hinteren Bereich zu Pfarrheim und Kirche zu schaffen. Im Vorentwurf sind insgesamt 17 Parkplätze auf dem Grundstück eingeplant, sechs an der Straße und elf im hinteren Bereich. Die Bebauung werde sich hinsichtlich der Höhe und der Fassade mit Klinkermauerwerk dem Ortsbild anpassen. „Das neue Gebäude wird eine Bereicherung für Schapdetten sein“, ist der Architekt überzeugt.

Im Ausschuss stieß der Vorentwurf grundsätzlich auf Zustimmung. Für Wolfgang Danziger (SPD) stellte sich die Frage nach öffentlich geförderten Wohnungen und der Möglichkeit von betreuten Seniorenwohnungen. Herbert van Stein (UBG) wies auf den besonderen Standort hin. Hier sei die Eingangspforte von Schapdetten, weshalb der Baukulturbeirat des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe beteiligt werden sollte. Für diese Beteiligung hatte sich auch Richard Dammann (Grüne) ausgesprochen. Er empfand die Fassadengestaltung als zu städtisch und würde eine „dörfliche Lösung“ bevorzugen. Gleichwohl stellte Dammann fest, dass Schapdetten das geplante Bauvorhaben gut vertragen könne.

Für Karl Hauk-Zumbülte (UBG) war es wichtig, dass auch die Wünsche der Schapdettener berücksichtigt werden. Die gibt es in der Tat, wie Walburga Niemann, Vorsitzende des Vereins „Schapdettener für Schapdetten“, in der Sitzung schilderte. Der Verein hat bereits ein Gespräch mit dem Investor geführt. „Wenn hier nur reine Seniorenwohnungen entstehen, wäre uns das sicherlich zu wenig“, betonte Niemann und erinnerte an den Wunsch, in Schapdetten eine Seniorenpflegeeinrichtung zu etablieren. Ein solches Vorhaben hatte der Verein für den Standort des alten Landgasthauses versucht zu realisieren, letztlich aber vergeblich. Investor Hubert Huesmann zeigte sich offen für solche Wünsche und wollte sie nicht ausschließen. Er gab aber zu bedenken, dass das Objekt vergleichsweise sehr klein sei und es daher schwierig werde, dafür einen Betreiber zu finden.

Einer Schapdettener Bürgerin war wichtig, dass die alten Eichen auf dem Grundstück erhalten bleiben, da sie das Ortsbild prägen. Außerdem dürfe durch ein eventuelles Café keine Konkurrenz zum Dorfladen entstehen. Und schließlich bat sie darum, beim Abbruch des Gebäudes möglichst naturverträglich vorzugehen, da sich in dem leer stehenden Gebäude sicherlich schon Fledermäuse angesiedelt hätten. Für alle diese Wünsche zeigte sich Huesmann offen und versprach: „Wir werden nicht mit Brachialgewalt vorgehen.“

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