Klimaabend
„Eine enorme Herausforderung“

Nottuln -

Wie ist die Energiewende zu schaffen? Durch politische Vorgaben und eine rasche Umsetzung – und zwar mit einfachen Maschinen. Das erfuhren die Teilnehmer des Klimaabends von Friedensinitiative und Grünen-Kreisverband.

Dienstag, 02.07.2019, 21:00 Uhr
Klaus Scheiler von der FI Nottuln (l.) und Dr. Anne-Monika Spallek, Vorsitzende der Grünen im Kreis Coesfeld (2.v.r.), führten durch den Klimaabend mit Wibke Brems und Erich Gueng.
Klaus Scheiler von der FI Nottuln (l.) und Dr. Anne-Monika Spallek, Vorsitzende der Grünen im Kreis Coesfeld (2.v.r.), führten durch den Klimaabend mit Wibke Brems und Erich Gueng. Foto: Robert Hülsbusch

„Ich weiß nicht, ob wir das mit dem Klimaschutz noch rechtzeitig hinkriegen! Aber ich möchte eine positive Perspektive haben, möchte Menschen mitnehmen, um alles dafür zu tun, damit wir in Zukunft noch auf diesem Planeten leben können!“ Mit großer Leidenschaft trug Wibke Brems , grüne Sprecherin für Klimaschutz im NRW-Landtag und Elektrotechnik-Ingenieurin, ihren Appell vor, endlich mehr für Klimaschutz auf allen Ebenen zu tun. Fast 100 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Friedensinitiative Nottuln (FI) und des Kreisverbandes der Grünen zum Vortrag „NRW-Energiewende 2.0“ gefolgt und füllten die Alte Amtmannei.

Technisch sei die Energiewende möglich, eröffnete die Ingenieurin ihren Vortrag. Es gehe darum, dass diese nun auch politisch umgesetzt werde. Und dann folgten Zahlen, Tabellen und Grafiken, die deutlich machen, wie groß die Herausforderung gerade für das Land NRW ist. Ein Drittel der CO2-Emissionen aus ganz Deutschland komme aus NRW. Der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 pro Jahr betrage in NRW 14,8 Tonnen. Brems: „Wir als Industrieland müssen besonders viel tun, um die Energiewende zu meistern. Das ist eine enorme Herausforderung.“

Deutschland erreiche die Pariser Ziele nur, wenn das Land NRW mitzieht. In allen Bereichen müsse es eine Wende geben. Bei der Stromerzeugung, im Verkehr und bei der Wärmeproduktion. Und auch die Kommunen in NRW seien gefordert. Hier gebe es ein breites Betätigungsfeld: Beleuchtung, Dämmung öffentlicher Gebäude, Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, Förderung der Solarproduktion von Strom, Ausbau der Produktion regenerativer Energien. Brems: „Und natürlich sind Windkraftanlagen die Hauptträger beim Erzeugen von umweltfreundlichem Strom!“

Auch alle Bürger könnten sich engagieren. Betätigungsfelder fänden sich reichlich: Ernährung, Mobilität, Konsum, Haustechnik. Dieser Aufruf an alle sei wichtig. Das entlasse aber nicht die Politik aus der Verantwortung. Wibke Brems: „Die Politik muss Vorgaben machen, muss die Rahmenbedingungen für eine Energiewende schaffen. Ohne dem geht es nicht.“

Im zweiten Teil des Abends stellte Erich Gueng den neu gegründeten Arbeitskreis Klima in Billerbeck vor. Dessen Motto lautet: „Nicht lange reden, machen!“ Der Klima-Arbeitskreis will zeigen, dass eine rasche Umsetzung der Energiewende geht – und zwar mit einfachen Maschinen. Durch Pyrolyse, Verkohlung von organischen Materialien unter Ausschluss von Sauerstoff, könne neben der Kohle Energie und Wärme gewonnen werden. Dabei fallen verschiedene Gase wie Kohlenmonoxid und Methan an. Gueng: „Diese können in großen Motoren eingesetzt werden.“ Eine solche Maschine stehe bereits in Nottuln.

Ein zweites Projekt sei die Speicherung von Energie mit Hilfe der Elektrolyse – power to gas. Auch diese „Maschine“ stellte der ehemalige militärische Flugverkehrsleiter mit Studium der Meteorologie vor. Wer Näheres zum Engagement des Arbeitskreises Klima erfahren möchte, kann zu diesem Kontakt aufnehmen: arbeitskreis@ak-klima-billerbeck.org, ✆ 0 25 43/ 9 39 80 20.

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