Menschen in Nottuln
„Es gibt kein Unkraut mehr“

Nottuln -

Passanten bleiben gerne stehen und erfreuen sich an der Augenweide. Familie Schlüter in Nottuln hat ihren Vorgarten in eine wild-romantische Blumenwiese verwandelt. Und erntet dafür viel Lob.

Samstag, 20.07.2019, 12:00 Uhr
Seitdem Gaby und Martin Schlüter ihren Garten natürlicher und insektenfreundlicher gestalten, lassen sich zum Beispiel auch wieder mehr Schmetterlinge blicken.
Seitdem Gaby und Martin Schlüter ihren Garten natürlicher und insektenfreundlicher gestalten, lassen sich zum Beispiel auch wieder mehr Schmetterlinge blicken. Foto: Gaby Schlüter

Besucht man Gaby und Martin Schlüter in Nottuln, wird man von einer farbenfrohen Blütenvielfalt und einem vielstimmigen Summen begrüßt. Denn ihr Vorgarten ist in diesem Jahr zum reinsten Insektenparadies geworden. Nicht monotone Rasenflächen, Kiesbeete oder strenge Buchsbaumformationen, sondern eine wild-romantisch anmutende Wildblumenwiese mit Kräutern, Blumen und Gräsern erwartet den Besucher. Auch Kornblume, Klatschmohn und Co. erregen Aufmerksamkeit im Wohngebiet am Grauten Ihl. „Es laufen eine Menge Nachbarn vorbei, bleiben stehen und fragen“, berichtet Martin Schlüter. Selbst im Dorf sei seine Frau schon auf die Gestaltung des Vorgartens angesprochen worden.

Dabei hatte es ganz profan angefangen. Im Vorgarten der Schlüters waren Pflasterung und Buchsbaum kaputt- beziehungsweise eingegangen und so hatte die Familie gemeinsam überlegt, wie die Fläche neu gestaltet werden sollte: klassisch mit Rabatten oder doch mal ganz anders? Im Zuge der öffentlichen Diskussion über Steingärten und das Pflügen der Ackerrandstreifen habe man sich dann gemeinsam dafür entschieden, es so zu machen, erinnert sich Martin Schlüter. „Wir wollten einfach ein bisschen Lebensraum für Tiere schaffen, hier Insekten“, stimmt seine Frau Gaby zu.

Gaby und Martin Schlüter sind dabei, ihren Garten Stück für Stück naturnäher zu gestalten.

Gaby und Martin Schlüter sind dabei, ihren Garten Stück für Stück naturnäher zu gestalten. Foto: Corona Büning

Gesagt, getan. So kauften sie eine Saatmischung, die ihnen ein Gärtner empfohlen hatte, und säten sie Anfang Mai aus. „Dann sah es erstmal so aus, als hätte jemand kein Unkraut gezupft“, denkt Gaby Schlüter lachend zurück. Aber schon nach vier Wochen seien die ersten Blüten gekommen und seitdem blühe fast jeden Tag etwas anderes, erzählt sie weiter und freut sich jeden Tag über die Überraschung. Ihr Mann stimmt ihr da zu: „Ich bin auch gespannt, wie das im nächsten Jahr aussieht.“

Aber es geht ihnen „nicht nur um die Schönheit, sondern auch darum, etwas für die Umwelt zu tun“, wie Gaby Schlüter betont. Auch in anderen Teilen des Gartens setzen sie diesen Vorsatz schon länger um. Ein schöner Garten sei ihnen zwar wichtig und sie hätten ihn auch nicht nach NABU-Richtlinien angelegt, so Martin Schlüter, aber ein bisschen was machen sie doch. So haben sie zum Beispiel auch einheimische Gehölze im Garten stehen und schneiden die Blumen im Winter nicht, um Schutz und Lebensraum für Tiere bereitzustellen. Aus dem gleichen Grund lassen sie eine kleine Ecke im Garten inzwischen auch wild. Und es zeigen sich Erfolge. So hat sich ein Igel in ihrem Garten heimisch gemacht und selbst einen Schwalbenschwanz konnte das Ehepaar vor kurzem beobachten.

Ein Blickfang im Wohngebiet: Der Vorgarten von Familie Schlüter.

Ein Blickfang im Wohngebiet: Der Vorgarten von Familie Schlüter. Foto: Corona Büning

Ein weiterer Vorteil ihres neuen Gartenprojekts ist, dass der Garten nun sehr pflegeleicht ist. Dank der wilden Ecke im Garten müssten sie nun weniger Rasen mähen, freut sich Martin Schlüter. Noch einfacher ist die Wildblumenwiese. Nach dem Aussähen muss nichts mehr gemacht werden, kein regelmäßiges Kürzen, in Form schneiden oder Unkraut jäten. Denn, so Martin Schlüter weiter, „es gibt kein Unkraut mehr“. Die Blumen auf der Wiese säen sich auch selbst wieder aus, sodass lediglich einmal im Jahr alles geschnitten werden muss, zum Beispiel mit einer Sense.

„Das ist nicht aufwendig, das kann jeder bewältigen“, fasst der Nottulner zusammen. Und Gaby Schlüter ergänzt: „Man muss einfach den Mut haben, das zu machen.“

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