Elektromobilität
Klimakommune zieht Bilanz

Nottuln -

Die Gemeinde Nottuln hat gute Erfahrungen mit ihren Elektrofahrzeug gemacht. Bürgermeisterin Mahnke: „Das Elektroauto war eine vernünftige Anschaffung.“

Montag, 05.08.2019, 20:56 Uhr
Die Gemeinde Nottuln wurde 2005 und 2009 mit dem European Energy Award in Silber ausgezeichnet, 2012, 2015 und 2018 folgte die Auszeichnung in Gold.
Die Gemeinde Nottuln wurde 2005 und 2009 mit dem European Energy Award in Silber ausgezeichnet, 2012, 2015 und 2018 folgte die Auszeichnung in Gold. Foto: Hugo Schmidt

Die Elektromobilität ist als Baustein eines nachhaltigen und klimaschonenden Verkehrssystems in aller Munde. Klar, dass sie auch für die Gemeinde Nottuln, seit 2009 Europäische Energie- und Klimaschutzkommune, ein Thema ist.

So hat die Gemeindeverwaltung vor einiger Zeit ein Elektroauto angeschafft, werbefinanziert von 21 Nottulner Unternehmen. Nach einem Jahr intensiver Nutzung zieht Bürgermeisterin Manuela Mahnke eine positive Bilanz: „Das Elektroauto war eine vernünftige Anschaffung.“ Bei Fahrten zu Terminen in der Gemeinde, aber auch im gesamten Kreis werde gerne auf das kleine E-Fahrzeug zurückgegriffen. Lediglich eines verunsichere den ein oder anderen Mitarbeiter, berichtet Mahnke: Das E-Auto erzeuge fast keine Fahrgeräusche und das Fahrgefühl sei ein ganz anderes.

Nicht nur die Gemeinde arbeitet daran, den Ausstoß des umweltschädlichen CO-Gases zu reduzieren. Auch viele Bürger möchten klimafreundlicher leben. In der Gemeinde stehen vier Ladestationen für E-Autos. Drei Stationen wurden im Rahmen eines kreisweiten Projektes finanziert. In Nottuln findet man eine Säule neben der Ascheberg­schen Kurie, eine befindet sich in Darup auf dem Alten Hof Schoppmann und eine weitere in Appelhülsen am Bürgerzentrum Schulze Frenkings Hof. Bereits 2013 hatte die RWE am Pendlerparkplatz am Rhodeplatz eine E-Zapfsäule installiert. Die Ladestationen werden regelmäßig und gut genutzt.

Auch wenn diese Vorhaben der Gemeinde auf eine positive Resonanz gestoßen sind, plant die Verwaltung derzeit keine Anschaffung eines zweiten Elektroautos. „Man muss die Entwicklung der Technologien weiter abwarten. Noch ist das Akku- und Batterieproblem dieser Fahrzeuge nicht ausreichend gelöst, als das man weitreichende Pläne fassen könnte. Doch als Klimakommune muss man für diese Dinge definitiv einen Blick haben“, betonte Bürgermeisterin Mahnke im WN-Gespräch.

Maßnahmen zur Verringerung des CO-Ausstoßes werden in der Öffentlichkeit breit diskutiert. Neben dem Umstieg vom Verbrennungsmotor auf den Elektromotor sind auch E-Bikes und E-Scooter immer mehr im Kommen. Vor einem Monat wurde die Verordnung für E-Scooter verabschiedet und das Fahren der kleinen Elektroroller im Straßenverkehr damit legalisiert.

Während beispielsweise in Münster ein regelrechter Hype ausgebrochen ist, hält sich das Interesse in Nottuln in Grenzen. Beim Zweiradfachgeschäft Hanning hieß es dazu auf Nachfrage unserer Zeitung, dass man noch keine E-Scooter führe, jedoch über eine Aufnahme der Elektroroller ins Sortiment nachdenken werde. E-Bikes seien jedoch weiterhin ein starker Trend und daher ein weit verbreitetes Beförderungsmittel auch in Nottuln. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger satteln vom normalen Fahrrad auf ein E-Bike um.

Auch viele Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung sind vom Auto auf das Rad umgestiegen und nutzen vermehrt E-Bikes. Die Bürgermeisterin bedauert jedoch, dass sie als Arbeitgeberin diesen Trend nicht weiter unterstützen kann. „Es gibt Förderprojekte für die freie Wirtschaft, bei denen Mitarbeiter E-Bikes finanziert bekommen, jedoch sind diese Projekte für den öffentlichen Dienst nicht zulässig. Das ist schade“, erklärte Mahnke. „Aber wir sehen uns nach alternativen Möglichkeiten um.“

Dass E-Mobilität zur CO-Reduzierung einen Beitrag leisten kann, ist bekannt. Aber schon Mahnkes Vorgänger im Amt, Peter Amadeus Schneider, hatte beim Start der Ladestation am Rhodeplatz darauf hingewiesen: „Noch effektiver wird die E-Mobilität erst dann, wenn dazu Strom aus regenerativen Quellen verwendet wird.“

Segway statt E-Scooter

Auch die Gemeindewerke setzen auf E-Mobilität: Vor ein paar Wochen haben die Mitarbeiter des Baubetriebshofes für die Streckenkontrollen ein Segway ausprobiert (wir berichteten). „Das hat uns sehr gut gefallen“, sagt Dipl.-Ing. Daniel Krüger, stellvertretender Leiter der Gemeindewerke. Man werde diese Anschaffung für den nächsten Wirtschaftsplan vorsehen und die Politik um Zustimmung für die Anschaffung bitten. Die Kosten werden bei rund 6500 Euro liegen. Ob ein E-Scooter nicht kostengünstiger ist? „Ja“, sagt Krüger. „Aber es gibt Gründe, die dagegen sprechen.“ So dürfe man mit dem E-Scooter nicht auf Fußwegen fahren, was die Streckenkontrolleure öfter tun müssen. Mit dem Segway hingegen darf man das, vorausgesetzt man bringt eine rot-weiße Sondermarkierung an. Dann ist auch erlaubt (langsam) falsch herum in Einbahnstraßen zu fahren oder zu halten, wo man das normalerweise nicht tun darf. „Diese Sondermarkierung verlangt eine gewisse Breite des Fahrzeugs, die ist bei den E-Scootern nicht gegeben“, erklärt Krüger.

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