Von der Freiheit des (künstlerischen) Ausdrucks
16 Kreative vom „Ich zum Wir“

Nottuln -

Hand in Hand tun sich 16 Künstler, Kreative und Geflüchtete zusammen, um gemeinsame Werke entstehen zu lassen. Alles ist möglich und pure Freiheit im Ausdruck gewollt. Die Nottulnerin Andrea Aupers hatte die Idee dazu. Bis zur Ausstellung Ende September an verschiedenen Orten in Nottuln wird derzeit fleißig gearbeitet.

Mittwoch, 14.08.2019, 21:00 Uhr
Vorher: Auf einer großen Leinwand entsteht ein Baum. Insgesamt 16 Künstler, Kreative und Geflüchtete nehmen an einem Kunstprojekt teil.
Vorher: Auf einer großen Leinwand entsteht ein Baum. Insgesamt 16 Künstler, Kreative und Geflüchtete nehmen an einem Kunstprojekt teil. Foto: Veronika Dunkel-Steinhoff

„Künstler sind in der Regel besondere Individualisten“, weiß Andrea Aupers. Sie freut sich deshalb um so mehr, wie gut die Gemeinschaftsarbeit an dem Projekt „Morgen startet Jetzt“ funktioniert. Die Nottulnerin hatte die Idee zu einem Kunstprojekt, bei dem im Verlauf dieses Jahres Gemeinschaftsarbeiten von 16 Künstlern, Kreativen und Geflüchteten aus Nottuln und Umgebung entstanden sind. Und bis zur Ausstellung sollen auch noch weitere Objekte geschaffen werden.

„Das erste Treffen der Künstler war im Februar“, erinnert sich Andrea Aupers und erzählt, dass der Prozess und der Weg dieses Projektes nicht nur Raum gebe, sich individuell auszudrücken, sondern durch die Gemeinschaftswerke und die gemeinsamen Aktionen auch den Raum geöffnet habe: vom „Ich zum Wir“. Netzwerke seien entstanden, interessante Gespräche über Kultur und Veränderung fänden statt, und es gebe einen kulturellen Austausch aufgrund der Vielfalt an Erfahrungen, die jeder mitbringe.

Die Ergebnisse, auf Leinwand oder auf Stoff gemalt sowie als Skulpturen in Form gebracht, werden nach der Ausstellungseröffnung am 25. September (Spätnachmittag) vom 26. bis 28. September in Nottuln präsentiert. Dezentral.

Das fast fertige Baum-Bild ist nur ein Beispiel gemeinschaftlicher Kreativität.

Das fast fertige Baum-Bild ist nur ein Beispiel gemeinschaftlicher Kreativität. Foto: Veronika Dunkel-Steinhoff

Die Werke von Khalisea Amiri, Andrea Aupers, Christa Behrla, Veronika Dunkel-Steinhoff , Beate Eichmeyer, Katja Enseling, Sabriye Kalender, Schama Munifa und Schaimaa Khadeda, Karin Mayer, Fieruze Nasser Panjbar, Lana Neberidze, Marion Tibroni und Stefan Wensing werden dann auf sechs verschiedene Orte in Nottuln verteilt.

In der Bäckerei Geiping und im Hagebaumarkt werden unter anderem die 1,60 mal 2,20 Meter großen Gemeinschaftswerke zu sehen sein. Auch im Einrichtungshaus Ahlers, in der Agentur 361gradmedien, bei A&Qua in der Oststraße und den aktuell leer stehenden Räumlichkeiten an der Bernhard-Letterhaus-Straße 3 werden Kunstwerke zu finden sein.

In der Bernhard-Letterhaus-Straße werden die Akteure außerdem während der dreitägigen Ausstellungsphase Gemeinschaftswerke mit den Besuchern kreieren. Diese und andere Werke können dann zum Finale am 28. September (Samstag) von 16 bis 18 Uhr während eines Benefizverkaufs erworben werden. Die eingenommene Geldsumme soll dann wieder in Gemeinschaftsaktionen mit den Geflüchteten fließen.

„Was wir heute bewegen und denken, bewegt sich morgen und tritt morgen in Erscheinung. In unserem Fall führen unsere Ideen, Gedanken und Handlungsebenen zu einem Kunstprojekt, dass Lebendigkeit in den Ort Nottuln bringt. Es entstehen Synergien, es finden Austausch und Diskussionen statt, Kommunikation führt im besten Sinne zu einem Zugehörigkeitsgefühl, Netzwerke entstehen“, unterstreicht die Initiatorin. „Wir setzen auf Kooperation, Partizipation und Selbstwirksamkeit in der Gemeinschaft.“

Wie gut die Gemeinsamkeit funktioniert, hat sich schon beim Entstehen der beiden großen Bilder gezeigt. Andrea Aupers hatte die Leinwand präpariert, genäht und mit Binder grundiert. Die Initiatorin des Projektes hatte eine Idee für das Gemeinschaftsbild, war aber auch offen für weitere Ideen. „Es wurde ‚gesponnen‘, dann wurde doch die erste Idee als Interessanteste favorisiert, nämlich ein Mandala zu malen“, erinnert sie sich.

„Jeder griff zu den großen Pinseln, diesmal auch Veronika Dunkel-Steinhoff, die sonst bei jeder Aktion die Fotodokumentation macht.“ Später entstand natürlich auch ein Foto, welches nun das Plakat und die Flyer zur Ausstellung schmückt.

Fotografisch begleitete Veronika Dunkel-Steinhoff auch das Entstehen des Baumes auf der zweiten Großleinwand. Im Team war das fantasievolle Werk in knapp zwei Stunden fertig.

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