Gedenken zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
Zeichen der Zeit erkennen

Nottuln -

Auf Einladung der beiden Nottulner Kirchengemeinden und der Friedensinitiative haben rund 40 Bürgerinnen und Bürger an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren erinnert. Dazu gab es um 5.45 Uhr einen berührenden Gottesdienst.

Sonntag, 01.09.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 21:04 Uhr
Nach dem Gedenkgottesdienst aus Anlass des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges trafen sich die Teilnehmer zum gemeinsamen Frühstück im Johanneshaus.
Nach dem Gedenkgottesdienst aus Anlass des 80. Jahrestages des Beginns des Zweiten Weltkrieges trafen sich die Teilnehmer zum gemeinsamen Frühstück im Johanneshaus. Foto: Friedensinitiative Nottuln

Sonntagmorgen, 5.45 Uhr. Überall in der Bundesrepublik läuteten gestern die Kirchenglocken. Auch in Nottuln. Rund 40 Bürgerinnen und Bürger machten sich auf den Weg zur Evangelischen Kirche „Unter dem Kreuz“. Zu einem berührenden Gedenkgottesdienst hatten die beiden Nottulner Kirchengemeinden und die Friedensinitiative (FI) eingeladen. Die Vorbereitung übernahmen Martha Krukenberg und Klaus Bratengeyer.

„Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen.“ Mit dieser Lüge kommentierte am 1. September 1939 im Radio Adolf Hitler den deutschen Überfall auf Polen und damit den Beginn des Zweiten Weltkrieges . Jürgen Hilgers-Silberberg (FI) leitete in die Gedenkfeier ein: „Damit begann eines der größten Verbrechen, das die Menschheit bis heute erleben musste. Unendliches Leid, Vernichtung, Tod und Zerstörung mussten die Menschen bis zum Ende des Kriegs 1945 ertragen.“

Mit einer Bildcollage brachte Mechthild Henke Stationen des Krieges in Erinnerung: der Beginn, die Zerstörung, Flucht und Vertreibung, die Kriegsgräber, der Holocaust, der Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki. Und dann die Kriege heute, die ebenfalls Leid und Tod mit sich bringen. Musikalisch untermalt wurden die Bilder von Klaus Bratengeyer (Gitarre) und Tobias Schleutker (Klarinette): „Sag mir, wo die Blumen sind. Über Gräbern weht der Wind. Wann wird man je verstehen!“

Weitere sehr persönlich gefärbte Bilder fügte im Anschluss Robert Hülsbusch (FI) in seiner Rede hinzu. Die Stationen: Chodziez (Polen), Chatyn (Weißrussland), Kursk (Russland), Auschwitz (Polen), Futapass (Italien), Danzig (Polen). Bilder, die das Leid der Menschen im Krieg deutlich machten, das Leid, das vielfach heute noch anhält. Bilder aber auch, die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft machen, auf eine gemeinsame Zukunft in Europa. Hülsbusch: „Wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen, die Anfänge einer gefahrvollen Entwicklung wahrnehmen und uns jeden Tag für Demokratie und Menschlichkeit einsetzen.“

Gemeinsam beteten alle Teilnehmer des Gedenkens – darunter auch Bürgermeisterin Manuela Mahnke und Pfarrdechant Norbert Caßens – das Gebet für Europa, „ein Europa, fähig zur Versöhnung, zwischen Völkern und Kirchen, bereit um den Fremden aufzunehmen, respektvoll gegenüber jedweder Würde.“ Mit dem irischen Segenswunsch beendete Diakon Ralf Kernbach den Gedenkgottesdienst und lud alle zu einem gemeinsamen Frühstück ins evangelische Johanneshaus ein.

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