Naturschutzzentrum
Eingriff hilft seltenen Pflanzen und Tieren

Nottuln -

Die Entwicklung des Feuchtbiotops unter der Nonnenbachtalbrücke der B 525 ist auf einem guten Wege. Um hier eine artenreiche Feuchtwiese und Hochstaudenflur entwickeln zu können, sind weitere Pflegemaßnahmen erforderlich, kündigt das Naturschutzzentrum an.

Mittwoch, 11.09.2019, 07:00 Uhr
Um hier wieder artenreiche Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren zu entwickeln, braucht das Feuchtbiotop Pflegeschnitte.
Um hier wieder artenreiche Feuchtwiesen und Hochstaudenfluren zu entwickeln, braucht das Feuchtbiotop Pflegeschnitte. Foto: Kerstin Wittjen

Das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld (Darup) informiert über Biotoppflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet „Nonnenbach Nottulner Berg“. „Der Erhalt der Vielfalt in der heimischen Kulturlandschaft ist ein wichtiges Ziel im Naturschutz. Dies gelingt oftmals nur durch regelmäßige Pflege der vorhandenen Lebensräume, da diese in der Regel durch die Arbeit der Menschen entstanden sind. Ohne diese Arbeiten würden Wiesen mit Gehölzen zuwachsen, Gewässer verlanden oder sich nicht heimische Pflanzen ausbreiten und die ursprüngliche Vegetation verdrängen“, erläutert das Naturschutzzentrum in einer Pressemitteilung.

In dieser Woche sollen solche Pflegearbeiten in Höhe der neuen Nonnenbachtal-Brücke der Ortsumgehung stattfinden. Im letzten Jahr wurde das brach gefallene Feuchtbiotop (Eigentümer Gemeindewerke Nottuln) komplett gemäht. „Erfreulicherweise haben sich in diesem Jahr neben Schilf Blütenpflanzen nasser Standorte wie Waldengelwurz und Wasserdost eingefunden“, berichtet das Naturschutzzentrum. Nun soll erneut eine Pflegemahd durchgeführt werden, um die Ackerkratzdistel zurückzudrängen und weitere Blütenpflanzen wie Sumpfdotterblume und Kuckuckslichtnelke zu fördern. Letztere Art hat vor allem vom trockenen Sommer profitiert. Angrenzend zum Nonnenbach hat sich wieder ein dichter Schilfgürtel entwickelt, der in diesem Jahr wieder der Tierwelt als Überwinterungs-Lebensraum dienen kann. Um noch mehr Freifläche zu gewinnen, werden im Herbst von der Einsatzgruppe Naturschutz einzelne Gehölze zurückgeschnitten.

Der erneut trockene Sommer spielt den Naturschützern auf diesen schwierigen Flächen in die Karten: Die Flächen sind aufgrund hoher Feuchtigkeit sonst nicht oder nur mit großen Bodenschädigungen für die Pflegearbeiten erreichbar und können zurzeit gemäht werden. Dieses geschieht zum Teil mit Unterstützung eines Landwirtes durch einen Schlepper mit Mähwerk, zum Teil von Hand durch die Einsatzgruppe Naturschutz am Alten Hof Schoppmann mit dem Balkenmäher. Der Aufwuchs verbleibt ein bis zwei Tage auf der Fläche. So können Insekten in die Randbereiche abwandern, wo Säume ungemäht stehen bleiben.

„Die Jahreszeit ist ideal, da die Brutzeit im Gebiet lange beendet ist“, sagt Thomas Zimmermann vom Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld. Daher haben sich Flächeneigentümer, Naturschutzzentrum und die Untere Naturschutzbehörde des Kreises abgestimmt, die Fläche nun bei der spätsommerlichen Witterung erneut zu mähen. Das Naturschutzzentrum: „Was zunächst wie ein störender Eingriff wirkt, hilft nicht nur seltenen Pflanzen, sondern auch Vögeln wie dem Teichrohrsänger oder Sumpfrohrsänger. Im kommenden Jahr wird über die Ergebnisse der Pflegearbeiten und die Entwicklung im Gebiet weiter berichtet.“

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