Friedensinitiative Nottuln
Vorrang für Fußgänger und Radfahrer

Nottuln -

Die Friedensinitiative unterbreitet Vorschläge für den Klimaschutz in Nottuln. Das Spektrum reicht vom autofreien Ortskern bis zum moderaten Ausbau der Windenergie.

Freitag, 20.09.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 19:32 Uhr
Schadstoffe und Abgase werden aus dem Auspuff eines Autos gepustet. Das ist schlecht fürs Klima.  
Schadstoffe und Abgase werden aus dem Auspuff eines Autos gepustet. Das ist schlecht fürs Klima.   Foto: Ulrich Perrey/dpa

„Endlich spricht einer Klartext!“ Die Friedensinitiative Nottuln (FI) fühlt sich durch den Vortrag von Dr. Michael Kopatz auf der Eröffnungsfeier für die Klimaschutzwoche in Appelhülsen (wir berichteten) bestätigt und bestärkt. Und die FI macht noch mal konkrete Vorschläge für die Nottulner Politik.

Der Wuppertaler Wissenschaftler hatte in seinem Vortrag eindringlich deutlich gemacht, dass die Appelle an das individuelle Verhalten der Menschen nicht den Durchbruch beim Klimaschutz bringen werden. Vielmehr seien strukturelle Rahmenbedingungen durch die Politik gefordert. „Schluss mit der Öko-Moral!“, nannte Kopatz seinen Ansatz. Erst wenn die Politik Gesetze beschließe – Umsteuern und Lenken durch Anreize, auch durch Einschränkungen und gar Verbote –, würden die Bürgerinnen und Bürger sich klimaschützend verhalten. Eine „Ökoroutine“ werde das zur Folge haben.

Mit Blick auf den durch den Nottulner Gemeinderat beschlossenen „Klimaaufbruch“ hatte die FI schon konkrete Maßnahmen vorgeschlagen. Auf der nächsten Ratssitzung, so hatte die Bürgermeisterin in der letzten Sitzung angekündigt, sollen diese nun behandelt werden.

Stichwort „Fahrradverkehr“: Die FI schlägt vor, dass auch in Nottuln im Ortskern Fahrrad und Fußgänger Vorrang haben. Der Ortskern wird für den Autoverkehr gesperrt. Darüber hinaus sollte dem Radverkehr auf den anderen Straßen mit deutlicher Kennzeichnung Vorrang eingeräumt werden, zum Beispiel durch eine Wartezone an der Ampel für Fahrräder vor den Autos (ähnlich wie in den Niederlanden), durch eine Änderung der Ampelschaltung an der Ortsdurchfahrt (bei Rot für Autos automatsch Grün für Fußgänger und Radfahrer), durch die Umwandlung von Autoparkplätzen bei Edeka, Lidl und Aldi in Fahrradparkplätze mit ausreichendem Platz für Anhänger, durch Subventionierung von Fahrradanhängern (eventuell auch Sharing-Modell) usw.

Durch solche Beschlüsse würden neue Rahmenbedingungen durch die Politik gesetzt, so die FI. Die Bürgerinnen und Bürger werden nach und nach wie selbstverständlich mit dem Rad ins Dorf fahren und dort unter anderem einen fahrrad- und fußgängerfreundlichen Platz und ebensolche Straßen rund um die Kirche vorfinden. Die FI: „Nach einer Übergangszeit werden alle merken, wie beim Rauchverbot, was für ein Fortschritt in der Lebensqualität dies bedeutet. Mit dem gewonnenen Platz können wir kreativ umgehen – Sitzgruppen, Blumenbeete . . .“

Darüber hinaus schlägt die FI vor, dass die Gemeinde Nottuln das Ziel anstrebt, energetisch zu 100 Prozent sich selbst mit regenerativem Strom zu versorgen. Dies gehe nur durch einen maßvollen Zubau von einigen Windkraftanlagen. Die Politik müsse auch hier die Rahmenbedingungen bereitstellen. Der Flächennutzungsplan der Gemeinde müsse hier schnell geändert werden. Bedingungen der Bürgerbeteiligung an neuen Windkraftanlagen müssten eröffnet werden – wie seinerzeit beim großen Fotovoltaikfeld in Appelhülsen.

„Dies sind nur zwei Felder, in denen die Nottulner Kommunalpolitik aktiv werden kann“, betont die Friedensinitiative. Ganz im Sinne des Vortrags von Dr. Michael Kopatz. Durch diese politischen Vorgaben würden die Nottulner Bürgerinnen und Bürger die „Welt retten, ohne ständig daran zu denken“ (Kopatz).

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