Evangelische Friedens-Kirchengemeinde
Wünsche und Meinungen erfahren

Nottuln -

Das Thema „Gottesdienste“ steht im Mittelpunkt einer Gemeindeversammlung, zu der die evangelische Friedens-Kirchengemeinde am 6. Oktober einlädt. „Wir sind gespannt, was da an Vorschlägen und Ideen kommt“, hofft Pfarrerin Vogtmann auf eine rege Teilnahme.

Freitag, 27.09.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 11:26 Uhr
Evangelische Gottesdienste finden in Nottuln in der Kirche „Unter dem Kreuz“ (Foto) und in Appelhülsen im Friedenshaus statt.
Evangelische Gottesdienste finden in Nottuln in der Kirche „Unter dem Kreuz“ (Foto) und in Appelhülsen im Friedenshaus statt. Foto: Frank Vogel

Diese Zahlen beschönigen nichts: Nach einer Studie der Evangelischen Kirche von Westfalen wird sich die Zahl der evangelischen Gemeindemitglieder von heute rund 2,2 Millionen bis zum Jahr 2060 auf 1,1 Millionen halbieren. Gleichzeitig steigt der Anteil der älteren Gemeindemitglieder ab 65 Jahren von heute 27 auf dann 44 Prozent. „Zu zwei Dritteln ist dieser Mitgliederschwund dem demografischen Wandel geschuldet“, sagt Presbyterin Christina Saatkamp von der Ev. Friedens-Kirchengemeinde Nottuln. Ein Drittel des Rückgangs hänge mit der kirchlichen Situation zusammen.

Die Evangelische Kirche befindet sich im Umbruch, das betrifft auch die Friedens-Kirchengemeinde in Nottuln. Die hat heute rund 3130 Gemeindemitglieder und liegt damit nur noch knapp über der Marke von 3000 Gemeindemitgliedern, die für eine volle Pfarrstelle erforderlich sind.

Das Presbyterium und Pfarrerin Regine Vogtmann befassen sich intensiv mit diesem Umbruch und wollen dabei auch die ganze Gemeinde mit ins Boot holen. Unter dem Motto „Lasst uns die Zukunft gemeinsam gestalten“ sind alle Gemeindemitglieder am 6. Oktober (Erntedanksonntag) im Anschluss an den Gottesdienst von 11 bis 12.30 Uhr zu einer Gemeindeversammlung im Johanneshaus Nottuln eingeladen. Die Gemeindeversammlung sei das „basisdemokratische Element der evangelischen Kirche“, betont Christina Saatkamp. Es gehe nicht nur darum, Informationen zu vermitteln, sondern Meinungen und Stimmungen der Mitglieder zu erfahren.

Die Versammlung hat das Schwerpunktthema „Gottesdienst“. Zwar besuchen nur rund 3 Prozent der Gemeindemitglieder regelmäßig den Gottesdienst, doch ist er nach wie vor ein Hauptbestandteil des Gemeindelebens. Im WN-Gespräch betonen die Presbyter Christina Saatkamp und Klaus Bratengeyer sowie Pfarrerin Regine Vogtmann deutlich, dass an den zwei Predigtstätten (Friedenshaus Appelhülsen und Kirche „Unter dem Kreuz“ Nottuln) nicht gerüttelt werde. Da Pfarrerin Vogtmann immer nur einen der zwei früher zeitgleich stattfindenden Gottesdienste leiten konnte, hat die Kirchengemeinde zum Sommer hin die Gottesdienstzeiten neu geregelt. Im Friedenshaus beginnt er jetzt sonntags um 9.30 Uhr, in der Kirche „Unter dem Kreuz“ in Nottuln um 11 Uhr. So kann Pfarrerin Vogtmann grundsätzlich beide Gottesdienste feiern. Allerdings ist sie auch mal verhindert, dann kann die Gemeinde auf ehrenamtliche Prediger (Prädikanten) zurückgreifen, was auch gut funktioniert.

Die Änderung der Gottesdienstzeiten hat „gemischte Reaktionen hervorgerufen“, berichtet Christina Saatkamp. Deshalb sind die Zeiten auch ein Thema bei der Gemeindeversammlung. Saatkamp weist darauf hin, dass seit 1997 die Gottesdienste in der heutigen Form gehalten werden. Einmal im Monat werde das Abendmahl gefeiert. Entspricht die Gemeinde damit noch den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Mitglieder?

Damit die Gemeindemitglieder ihre Meinung möglichst effektiv in die Diskussion einbringen können, hat das Presbyterium die Gemeindeversammlung als Workshop organisiert. Klaus Bratengeyer erläutert, dass fünf Tische zu den Themen „Gottesdienstzeiten“, „Gottesdienstform“, „Liturgie“, „Abendmahl“ und „Musikalische Gestaltung“ gebildet werden. Jeder dieser Thementische wird von einem Mitglied des Presbyteriums geleitet. Jedes Gemeindemitglied kann an maximal drei der fünf Thementische teilnehmen. Etwa alle 10 bis 15 Minuten wird die Zusammensetzung der Thementische verändert. Die Ergebnisse der einzelnen Gesprächsrunden werden auf Flipcharts für jedermann sichtbar festgehalten. Am Ende darf jeder noch mit farbigen Punkten die Themen markieren, denen er die größte Priorität einräumt.

„Wir sind gespannt, was da an Vorschlägen und Ideen kommt“, hofft Pfarrerin Vogtmann auf eine rege Teilnahme. „Wir können nur die Meinungen für die Beratungen aufnehmen, die auch geäußert werden“, sagt Christina Saatkamp. Wer am Termin der Gemeindeversammlung verhindert ist, kann auch schon vorher seine Gedanken dem Presbyterium mitteilen (Kontakt über die Homepage www.unter-dem-kreuz.de).

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