Stift Tilbeck: WENO
Mehr als nur Arbeit und Arbeitsplatz

Nottuln -

Die Nottulner Werkstätten der Stift Tilbeck GmbH ist für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen eine gute Adresse. Hier kann man seine Fertigkeiten entdecken und sie und sich weiterentwickeln.

Dienstag, 01.10.2019, 20:00 Uhr
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WENO bekommen hier auch die Chance, ihre beruflichen Fertigkeiten zu erkennen und zu trainieren.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WENO bekommen hier auch die Chance, ihre beruflichen Fertigkeiten zu erkennen und zu trainieren. Foto: Peter Leßmann

50 000 Komposttüten haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stiftes Tilbeck in der Werkstatt in Nottuln (WENO) für die Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld (WBC) in Bündeln á fünf zusammengelegt, mit einer Banderole versehen und verpackt. Das sind 10 000 kleine Pakete Biomülltüten, 10 000 Banderolen und 10 000 Klebestriche, mit der die Mitarbeitenden die Banderolen geschlossen haben. Eine Arbeit, die in großen Firmen mit viel Technik automatisiert wird. In der WENO ist es eine Arbeit, die von Menschen mit einer psychischen Erkrankung erledigt wird und die es ihnen ermöglicht, einen strukturierten Tag zu erleben.

Seit 1991 gibt es die Tilbecker Einrichtung in Nottuln, die über 70 Werkstattplätze verfügt. Kommen Klienten zur WENO, durchlaufen sie ein dreimonatiges Eingangsverfahren und danach eine zweijährige Berufsbildungsmaßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben, erklärt die Stift Tilbeck GmbH in einer Pressemitteilung.

In der WENO werden Qualifizierungen in verschiedenen Abteilungen angeboten: Die Montage und Verpackung, der Lettershop, der Mailing-Aufträge, Kopierarbeiten, Digitaldruckarbeiten, aber auch Katalogkonfektionierung und Paketversand anbietet, und eine Schneiderei, in der Auftragsarbeiten ausgeführt werden. Die Begleitung der Beschäftigten durch die Gruppenleiter ist immer personenzen­triert. Das zeigt sich, neben der alltäglichen Begleitung, unter anderem darin, dass sich die Einsatzbereiche der einzelnen Beschäftigten immer an den individuellen Wünschen, Fähigkeiten und Zielen orientieren.

Egal in welchem Bereich die Beschäftigten tätig sind, dass Tätigsein in der Werkstatt bietet die Möglichkeit, einen geregelten Tagesablauf zu erhalten, Kontakt zu anderen Menschen zu haben und wieder gefordert zu werden. In einem geschützten Raum haben die Menschen mit psychischen Erkrankungen die Möglichkeit, sich mit ihrer Krankheit auseinanderzusetzen und berufliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erkennen und zu trainieren. Die WENO ist mehr als Arbeit oder Arbeitsplatz, betont das Stift Tilbeck: Hier bekommen die Beschäftigten auch die Chance, eigene Belastungsgrenzen zu sehen und berufliche Wünsche und Ziele zu erarbeiten und umzusetzen.

Orientiert an den Bedürfnissen und Ressourcen des jeweiligen Mitarbeiters, kann auch ein Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt in den Blick genommen werden. Durch die intensive Begleitung der Integrationsassistenten bei Praktika kann optional ein ausgelagerter Arbeitsplatz oder sogar ein sozialversicherungspflichtiges Ar­beitsverhältnis gefunden werden.

Gerade darum ist es wichtig, Aufträge, wie den der WBC zu erhalten, schreibt das Stift Tilbeck. „Sie tragen dazu bei, dass die Menschen in der WENO gefordert werden und Anerkennung erfahren für das, was sie tun. Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben sind die wichtigsten Ziele, die hier Schritt für Schritt gemeinsam verfolgt werden.“

Der jüngste Großauftrag, für den die Beschäftigten rund zwei Wochen gebraucht haben, kam übrigens vom Bistum Münster. 22 000 Dankeskarten mit der Aufschrift „Gott sei Dank für dein Talent“ wurden versandfertig gemacht. Bischof Dr. Felix Genn bedankt sich auf diesem Wege bei den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie sich in der katholischen Kirche im Bistum einbringen.

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