Rupert-Neudeck-Gymnasium
„Die letzte Tankstelle vor Afrika“

Nottuln -

Der Kampfläufer ist ein ganz besonderer Gast, der die Rieselfelder in Appelhülsen aufsucht. Er legt von Ostsibirien aus rund 6600 Kilometer zurück, um einige Wochen im nur sechs Hektar großen Gebiet neben der Kläranlage Energie zu tanken. Das und vieles mehr erfuhren nun die Schüler am Rupert-Neudeck-Gymnasium von zwei Rieselfelder-Experten.

Mittwoch, 02.10.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 21:24 Uhr
Die Rieselfelder in Appelhülsen sind ein wichtiges Vogelparadies.
Die Rieselfelder in Appelhülsen sind ein wichtiges Vogelparadies. Foto: Uwe Renners

Gleich an zwei Tagen hintereinander nahmen sich die Rieselfeldexperten Volker Giehr (Havixbeck) und Walter Weigelt (Appelhülsen) Zeit, um am Rupert-Neudeck-Gymnasium den Unterricht des Bio-Diff-Kurses der Jahrgangsstufe 8 und den Kunstunterricht der Klasse 9a mit ihrem Wissen über das Naturschutzgebiet „Rieselfelder Appelhülsen“ zu bereichern.

Beide könnte man tatsächlich als eine Art Tankstellenwärter bezeichnen, berichtet das Gymnasium in einer Pressemitteilung. Denn die ehemaligen Appelhülsener Rieselfelder dienen heute unzähligen Vogelarten als „Auftank“-Platz vor dem Weiterflug nach Afrika. Wo früher die Abwässer des Ortes verrieselt wurden, hat sich ein Vogelparadies entwickelt, das für viele Vögel ein unersetzlicher Rastplatz auf der Reise in die südlichen Winterquartiere ist. Im futterreichen Wasser der Felder fressen sich die Vögel eine Fettschicht an, bevor es auf den strapaziösen Flug Richtung Afrika geht.

Der Kampfläufer, ein ganz besonderer Gast in Appelhülsen, legt sogar von Ostsibirien aus rund 6600 Kilometer zurück, um einige Wochen im nur sechs Hektar großen Gebiet neben der Kläranlage Energie zu tanken.

Über die Rieselfelder in Appelhülsen informierten Volker Giehr (Foto) und Walter Weigelt die Schüler am Rupert-Neudeck-Gymnasium

Über die Rieselfelder in Appelhülsen informierten Volker Giehr (Foto) und Walter Weigelt die Schüler am Rupert-Neudeck-Gymnasium Foto: Sandra Dirks/RNG

Wie die Rieselwärter damals öffnen und schließen Volker Giehr und Walter Weigelt ehrenamtlich schon seit Jahren die Bewässerungsrohre, um den Wasserstand auf den Feldern konstant zu halten, was insbesondere in den letzten zwei heißen Sommern nicht immer ganz einfach war. Außerdem zählen und dokumentieren sie die gesichteten Vogelarten. Erfreulicherweise, so erfuhren die Schüler, steigt die Artenvielfalt, denn Abgeschiedenheit und Ruhe der Felder scheinen ein Rettungsanker für all die Vögel zu sein, deren Rast- und Brutplätze woanders in den vergangenen Jahren aus den verschiedensten Gründen weggefallen sind.

Zur Pflege der Rieselfelder gehört auch ein regelmäßiges Ausbaggern der Becken, um die Wasserflächen freizuhalten. Mit diesen gestaltenden Naturschutzmaßnahmen soll die Lebensraumvielfalt der Felder erhalten und gefördert werden.

Dies und vieles mehr erfuhren die Schülergruppen im Austausch mit den beiden Experten, die mit Fotoaufnahmen verschiedenster Vogel-, Insekten- und Säugetierarten die eigentlich so kleine Welt der Rieselfelder vorstellten und dabei ihre globale Vernetzung anschaulich machten.

Beide Schülergruppen arbeiten in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzen­trum Kreis Coesfeld an Projekten zu den Appelhülsener Rieselfeldern. Während die Achtklässler einen Zeichentrickfilm planen, entwickeln die Schülerinnen der neunten Klasse Ideen für eine Mitmachstation, die im Rahmen des Fahrradweges „Stever-Land-Route“ in der Nachbarschaft der Rieselfelder errichtet werden soll. Der Radweg führt zukünftig von Nottuln bis nach Haltern am See und vermittelt entlang der Stever Interessantes rund um das Thema Wasser. Seine Eröffnung ist zur Saison 2020 geplant. Die finanziellen Mittel für die Umsetzung stammen vom Land Nordrhein-Westfalen und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

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