Rathaus
„Das hat mich sehr getroffen“

Nottuln -

Die Gemeindeverwaltung sieht sich mit anonym geäußerten Vorwürfen konfrontiert. Der oder die Kritiker bezeichnen sich als „Mitarbeiter der Gemeinde Nottuln“, die auf „nicht mehr hinnehmbare Umstände“ aufmerksam machen wollen.

Freitag, 04.10.2019, 23:00 Uhr
Die Nottulner Gemeindeverwaltung wird zurzeit durch anonyme Mails erschüttert. Die jüngsten Schreiben erheben Vorwürfe gegen Bürgermeisterin und Beigeordnete.
Die Nottulner Gemeindeverwaltung wird zurzeit durch anonyme Mails erschüttert. Die jüngsten Schreiben erheben Vorwürfe gegen Bürgermeisterin und Beigeordnete. Foto: Ulla Wolanewitz

Ein oder mehrere anonyme Kritiker setzen derzeit die Gemeindeverwaltung Nottuln mit der Verbreitung von Vorwürfen und dienstlichen Unterlagen unter Druck. Aktuell sind offizielle, von der Fachfirma Arbeitsmedizinisches und Sicherheitstechnisches Zen­trum (ASZ) Ahlen im Juli 2017 erstellte Gefährdungsbeurteilungen über den schlechten Zustand der Feuerwehrgerätehäuser in Nottuln, Appelhülsen, Schapdetten und Darup per E-Mail an die Kommunalaufsicht beim Kreis Coesfeld, an die Unfallkasse NRW (Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand für die gesetzliche Unfallversicherung) und an die Lokalredaktion geschickt worden.

Der oder die Absender bezeichnen sich als „Mitarbeiter der Gemeinde Nottuln“ und schreiben: „Wir sind Mitarbeiter der Gemeinde Nottuln und möchten aufgrund der hier nicht mehr hinnehmbaren Umstände endlich auf die Feuerwachen der Gemeinde aufmerksam machen. Die Bürgermeisterin kümmert sich nicht um diesen Missstand, und die Beigeordnete möchte kein Geld für neue Feuerwehrgerätehäuser ausgeben!“

Von den aktuellen E-Mails des oder der Unbekannten hat auch die Gemeindeverwaltung Nottuln erfahren. Der Verwaltungsvorstand (Bürgermeisterin, Beigeordnete, Rechtsrat) hat sich am Freitag intensiv mit dem Thema befasst, erklärte Bürgermeisterin Manuela Mahnke auf WN-Anfrage. „Die Formulierung ‚Wir sind Mitarbeiter der Gemeinde Nottuln‘ hat mich doch sehr getroffen“, sagte die Bürgermeisterin im WN-Gespräch. „Das ist etwas, was ich auf keinen Fall meinen aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zutraue.“

Die Verwaltung werde prüfen, ob das Vorgehen des oder der Unbekannten eine strafrechtliche Relevanz habe. Bei den Gefährdungsbeurteilungen zu den Feuerwehrgerätehäusern handele es sich um „hausinterne Dokumente“, um „Arbeitspapiere, mit denen die Verwaltung arbeitet“. Die Bürgermeisterin wies darauf hin, dass alle Mitarbeiter zur Verschwiegenheit über dienstliche Belange verpflichtet seien.

Den Vorwurf, die Verwaltung würde sich nicht ausreichend um die Feuerwehr kümmern, wies die Bürgermeisterin zurück: „Die Feuerwehr ist ein absolut gesetztes Thema bei uns.“ Sie erinnerte an die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor wenigen Wochen, als die Verwaltung bei der Beratung der Prioritätenliste darauf hingewiesen und dafür geworben habe, die Sanierung oder den Neubau der Feuerwehrgerätehäuser an die Spitze der Liste zu setzen.

Die Bürgermeisterin bewertete die aktuellen Vorkommnisse als den Versuch, die gesamte Verwaltung in ein schlechtes Licht zu rücken. Das sei unsäglich.

Mit der Kommunalaufsicht beim Kreis Coesfeld steht die Verwaltung in Kontakt. Am Freitagnachmittag sollten zudem die Fraktionsvorsitzenden informiert werden. Darüber hinaus soll das Thema auch in der eigenen Mitarbeiterschaft kommuniziert werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6979466?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F
Weniger Autos vorm Schloss
Neuer Verlauf der Bundesstraße 54 : Weniger Autos vorm Schloss
Nachrichten-Ticker